FDP-Politiker Lindner raucht im TV Marihuana Der Kifferkapitalist

Er ist Anzugträger und Anhänger des Leistungsgedankens. Umso überraschender war der Auftritt von FDP-Politiker Martin Lindner in der TV-Show von Benjamin von Stuckrad-Barre. Dort gab sich der konservative Liberale lässig-links - und zog an einem Joint.

Eine Kippen-Kritik von Marc Felix Serrao

Der FDP-Mann Martin Lindner ist für viele eine Provokation. Der 48-Jährige trägt gut sitzende Anzüge, und das so, als würde er sich darin wohlfühlen. Er redet über Dinge wie Leistung und Wohlstand so, als hätte er "Wall Street" einmal zu oft gesehen. Und er schmiert sich Gel ins Haar, mindestens so viel wie Karl-Theodor zu Guttenberg (als der sich das noch traute).

Ein Neoliberalerer. Ein Popper. Einer, der sich jedes Mal, wenn im Bundestag eine Frau redet, die "Eier krault" (beobachtet von der Linkspartei). Ein klarer Fall - dachte man.

"FDP-Fraktionsvize als Testkiffer bei Stuckrad-Barre", meldeten die Agenturen nun. Lindner habe in der Latenightshow "Stuckrad-Barre" nicht nur a) an einem Joint gezogen, sondern hinterher gesagt, dass es ihm b) "saugut" gehe.

Das wirft Fragen auf. War das Zeug echt? "Ja", teilte die Produktionsfirma der Show auf SZ-Nachfrage mit, "das war echtes Gras." Wurde Familienvater Lindner zum Kiffen gedrängt? Nein, heißt es. Dass der Liberale den angebotenen Joint probieren wollte, "hat uns überrascht".

Und: Was wird jetzt aus seiner Karriere? Die FDP war bisher nicht dafür bekannt, dass sie weiche Drogen freigeben will. "Das kommentieren wir nicht", sagte ein Parteisprecher schmallippig.

Schade eigentlich. Was im Volksmund die eierlegende Wollmilchsau ist, könnte für die FDP der Lindner werden. Ein Wesen, das alle vom Wähler irgendwie gewünschten Eigenschaften in sich vereint: der eierkraulende Kifferkapitalist.

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