Drogenbericht der Bundesregierung Todesfälle durch Legal Highs nehmen zu

Eine Mitarbeiterin des Zollfahndungsamtes Dresden hält sichergestelltes N-Methylamphetamin (umgangssprachlich abgekürzt Meth oder Crystal) in den Händen.

(Foto: dpa)
  • Die Zahl der Drogentoten ist im Jahr 2014 wieder leicht gestiegen.
  • Die meisten Süchtigen starben durch eine Überdosis Heroin - doch die Zahl der Todesfälle nach dem Konsum von Crystal Meth und sogenannten Legal Highs nimmt zu.
  • Die Polizei konnte deutlich mehr Heroin, Kokain und Ecstasy sicherstellen als im Vorjahr.

Mehr Todesfälle durch Legal Highs

Synthetische Drogen und neue psychoaktive Substanzen verbreiten sich immer stärker in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle durch sogenannte Legal Highs stieg im vergangenen Jahr auf 25 und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht.

Das sagte die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) bei der Vorstellung des Drogenberichtes in Berlin. In Deutschland sind laut Bundeskriminalamt (BKA) mittlerweise mehr als 1500 Legal-High-Produkte mit etwa 160 verschiedenen neuen psychoaktiven Wirkstoffen bekannt. Im Internet werden diese Drogen meist als Kräutermischungen oder Badesalz angeboten. Die Zusammensetzung und die Risiken seien für Konsumenten nicht abschätzbar, warnte BKA-Präsident Holger Münch.

Schatten über positiver Langzeitentwicklung

Insgesamt starben im vergangenen Jahr 1032 Menschen wegen ihres Drogenkonsums - drei Prozent mehr als im Vorjahr. Zu 85 Prozent handelt es sich bei den Rauschgifttoten um Männer. Der Altersdurchschnitt der Drogentoten liegt bei etwa 38 Jahren.

"Der zuletzt leichte Anstieg der Drogentodeszahlen trübt den Blick auf die langfristig positive Entwicklung", sagte Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Sie betonte, dass sich die Zahl der Drogentoten seit dem Jahr 2000 halbiert habe.

Die zahlenmäßig gesehen häufigste Todesursache war im vergangenen Jahr nach wie vor eine Überdosis Heroin, oft dann, wenn ein Mischkonsum mit anderen Drogen vorlag. Allerdings gehe die Zahl der Todesfälle, bei denen Heroin, Kokain oder Crack eine Rolle spielt, tendenziell zurück, so Mortler. Dagegen gebe es mehr Fälle, in denen der Konsum von Amphetaminen und Metamphetaminen (Crystal Meth) tödlich ende.

Weitere Ergebnisse des Drogenberichtes im Überblick:

  • Mehr Fälle: Die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Drogenkriminalität ist im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozent gestiegen und hat mit fast 277 000 Fällen wieder das Niveau des Jahres 2005 erreicht.
  • Mehr Ecstasy- und Crystal-Konsumenten: Einen auffällig starken Anstieg gab es im vergangenen Jahr auch beim Ecstasy-Konsum. Die Zahl der erstmals auffälligen Ecstasy-Konsumenten stieg gegenüber dem Vorjahr um 42 Prozent auf 2096. Auch bei Crystal Meth stieg die Zahl der Menschen, die erstmals bei den Behörden auffällig wurden, erneut um 14 Prozent auf 3138.
  • Sichergestellte Drogen: Die Menge des von der Polizei sichergestellten Ecstasy stieg um 44 Prozent auf fast 700 000 sogenannte Konsumeinheiten an. Bereits seit fünf Jahren gibt es hier eine kontinuierliche Steigerung. Auch bei Kokain (plus 20 Prozent auf 1568 Kilogramm) und vor allem bei Heroin (plus 190 Prozent auf 780 Kilogramm) hat die Polizei größere Mengen als im Vorjahr sichergestellt. Diese Zahlen schwanken allerdings stark, je nachdem, ob die Drogenfahnder bei ihren Ermittlungen Zufallsfunde machen. 2014 war diesbezüglich ein gutes Jahr: Im September konnten 330 Kilogramm Heroin mit einem geschätzten Straßenhandelspreis von mehr als 50 Millionen Euro sichergestellt werden. Anfang November 2014 beschlagnahmten Ermittler des BKA eine riesige Menge Grundstoff, aus der etwa 2,3 Tonnen Crystal mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von 184 Millionen Euro hätten hergestellt werden können

Mortler kündigte ein neues Gesetz an, nach dem künftig neue psychoaktive Substanzen leichter als illegal eingestuft werden können. Es werde eine "mutige Lösung" geben. Bisher fallen neue Designerdrogen nach kleinen molekularen Veränderungen oft nicht mehr unter bereits ausgesprochene Verbote.