Der Fall Gerwald Claus-Brunner Piraten-Politiker Claus-Brunner verschickte Geständnis

Für die Berliner Staatsanwaltschaft ist der Mordfall damit erledigt. Der Abschiedsbrief war an einen ehemaligen Lebensgefährten adressiert.

Der Abgeordnete der Piratenpartei Gerwald Claus-Brunner hat vor seinem Tod ein Paket verschickt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Berlin befanden sich darin persönliche Gegenstände des 44-Jährigen sowie ein Brief mit einem Geständnis.

In dem Brief habe er die Tötung des 29-jährigen Jan L. eingeräumt. Am Mittwoch war das Paket nach Angaben der Behörde an die Polizei übergeben worden. Den Ermittlern zufolge war es an einen früheren Lebensgefährten des Politikers adressiert, kam dort jedoch nie an. Ob in dem Brief stand, wann und wie das Opfer starb, will die Staatsanwaltschaft nicht kommentieren.

Sie sieht keine Hinweise auf eine Tatbeteiligung weiterer Personen. "Damit ist der Fall für die Staatsanwaltschaft geklärt", sagte ein Sprecher. "Gegen Tote wird nicht ermittelt."

Gestalkt, gefesselt, getötet

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Die Leichen des 44 Jahre alten Piraten-Politikers und seines Opfers waren am Montag in verschiedenen Räumen von Claus-Brunners Wohnung im Berliner Stadtteil Steglitz entdeckt worden. Das Opfer, ein 29-jähriger Bekannter des Abgeordneten, wurde offenbar schon Tage zuvor in seiner Wohnung im Stadtteil Wedding getötet. Anschließend soll Claus-Brunner die Leiche mithilfe einer Sackkarre nach Steglitz gebracht und sie einige Tage zu Hause gelagert haben. Dann nahm er sich selbst das Leben.

Jan L. soll von Gerwald Claus-Brunner gestalkt worden sein. Eine entsprechende Anzeige vom Juni liegt der Polizei vor. Wie der Berliner Tagesspiegel unter Berufung auf Freunde des Toten berichtet, soll Claus-Brunner für Jan L. eine Seite bei Facebook eingerichtet haben. In den sozialen Netzwerken soll er immer wieder seine Liebe für den 29-Jährigen bekundet haben. Diese wurde offenbar nicht erwidert. Jan L. soll dem Bericht zufolge eine Freundin gehabt haben.

Stephan Urbach, ehemaliges Mitglied der Piratenpartei und Mitarbeiter der Partei im Berliner Abgeordnetenhaus, erhebt auf Twitter Vorwürfe gegen die Piraten und ihren Umgang mit der Tragödie. "Schuld sind übrigens die, die ihn seit Jahren gedeckt haben und noch immer decken", so Urbach.