Starnberg Gilching macht das Rennen

Die Fachoberschule soll nach Ansicht des Kreistags im westlichen Landkreis gebaut werden. Nun hoffen die Politiker auf einen positiven Ausgang der Probeeinschreibung Ende Februar.

Wolfgang Prochaska

Genau um zwölf Uhr, nach vierstündiger Sitzung, stand das Ergebnis im Starnberger Kreistag am Montag endgültig fest: Gilching hatte das Rennen als Standort für eine Fachoberschule für sich entschieden und damit die weiteren Bewerber Gauting und Starnberg ausgebootet. 33 zu 20 Stimmen lautete am Ende das offizielle Abstimmungsergebnis. Es fiel unerwartet klar aus.

Besonders die Starnberger haderten mit der Niederlage, allen voran Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger, hatten sie doch versucht, die Abstimmungsmodalitäten zum Standort in ihrem Sinne zu beeinflussen. Konkret forderten sie, dass man zuerst über die beiden Starnberger Grundstücke entscheiden sollte. Erst danach wollte man zur Abstimmung schreiten, in welche Gemeinde die Schule kommen sollte. Der Vorschlag war nicht ungeschickt, hätte es doch das Unvermögen des Starnberger Stadtrats kaschiert, sich im Vorfeld auf ein bestimmtes Grundstück festzulegen - also alter Betriebshof oder Gautinger Straße. Pfaffinger und seine Kreisräte vom Starnberger See scheiterten jedoch mit dieser Linie bei der Mehrheit der Kreisräte, was auch daran lag, dass die Gilchinger sehr selbstbewusst und siegessicher auftraten und gleichzeitig das Starnberger Lager durch die Abwesenheit von Christine Nimbach, Winfried Ruhbaum und Christine Borst weiter geschwächt war. Das konnte nicht gut gehen.

Trotz der schulpolitisch doch wegweisenden Entscheidung ging man sachlich miteinander um. So bestand auch große Einigkeit bei den betroffenen Gemeindechefs Brigitte Servatius (Gauting), Manfred Walter (Gilching) und Ferdinand Pfaffinger darin, sich bei der Abstimmung aus Fairnessgründen der Stimme zu enthalten. Darum hatte Landrat Karl Roth (CSU) gebeten. Dass in den vier Stunden - die Sitzung begann zuerst mit einem nichtöffentlichen Teil - praktisch jeder zweite Kreisrat zu Wort kam, lag auf der Hand und führte auch zur Diskussion, endlich eine Begrenzung der Redezeit einzuführen.

An Kreiskämmerin Eva John lag es nicht. Sie stellte noch einmal die vier in frage kommenden Grundstücke und deren Vor- und Nachteile knapp vor. Bei allen schnitt das Gilchinger Angebot, den alten Festplatz für eine Schule zur Verfügung zu stellen, am besten ab. Günstiger Preis, schnelle Bebaubarkeit, zentrale Lage, lauteten die Argumente. Tatsächlich könnte der Betrieb schon in diesem September beginnen, wie Bürgermeister Walter in seiner Rede informierte. Und zwar in den Schulcontainern des Gilchinger Gymnasiums. Das Gautinger Areal im Stockdorfer Bannwald und das Starnberger Grundstück im Landschaftsschutzgebiet neben dem Creativ-Center fielen dagegen ab. Zu viele Naturschutz-Probleme. Einzig das alte Starnberger Bauhofgelände direkt am Bahnhof Nord hielt mit. Sein Nachteil: zu teuer und kaum ausbaufähig.

So kam es, wie es kommen musste: Gilching ging als Sieger hervor, und Walter meinte anschließend: "Alle Gilchinger wollen die Schule." Als Zweige sind Technik, Wirtschaft und Soziales vorgesehen. Allerdings steht die Nagelprobe noch aus: Bei der Probeeinschreibung vom 25. Februar bis zum 8. März an den anderen Schulen müssen sich 400, besser 600 Schüler für eine FOS/BOS im Landkreis Starnberg interessieren. Sollte die Anzahl nicht erreicht werden, könnte das Kultusministerium den Plan noch einmal überdenken.