Die Lebensgefährtin von Dominik Brunner beschreibt vor Gericht den Manager als gesunden und hilfsbereiten Mann. Verkraftet hat sie seinen Tod längst noch nicht.
Für Claudia M. ist der heutige Tag im Prozess um den Tod von Dominik Brunner besonders schwer. Denn heute sitzt sie im Zeugenstand, muss Aussagen machen über ihren Partner.
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Auf dem Friedhof in Ergoldsbach liegt Dominik Brunner begraben. (© dpa)
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Sie ist großgewachsen, die blonden Haare sind streng zu einem Pferdeschwanz zusammengefasst, ihre Stimme ist fest. Und für sie ist klar: "Er war definitiv nicht krank."
Claudia M. ist 30 Jahre alt, doch an diesem Donnerstag sieht sie viel älter aus. Bis zum Tod von Dominik Brunner waren sie ein Paar, gekannt haben sie sich seit dem Jahr 2005. In ihrer gemeinsamen Zeit hat Claudia M. keine gesundheitlichen Auffälligkeiten bemerkt. "Er hat definitiv keine Medikamente genommen", sagt sie an diesem neunten Verhandlungstag.
In den Monaten vor dem Tod des Managers hat sie mit Brunner zusammengewohnt. Sie seien morgens zusammen aufgewacht und abends zusammen eingeschlafen - "da wäre mir das auf jeden Fall aufgefallen".
Die Frage nach dem Gesundheitszustand von Dominik Brunner zählt zu den zentralen Punkten im Prozess um die Bluttat von Solln. Denn vor knapp zwei Wochen wurde bekannt, dass der Geschäftsmann an einem Herzstillstand starb, hat die Verhandlung am Landgericht München I eine neue Wendung bekommen. War der Manager herzkrank? Hat sein vergrößerter Herzmuskel dazu geführt, dass der Organismus dem Stress der Attacke nicht mehr standhalten konnte?
Die Stimme von Claudia M. wirkt gefasst, während sie erzählt - doch ihre Gesichtszüge verraten, wie sehr sie die Situation noch immer belastet. Die junge Frau beschreibt Dominik Brunner als hilfsbereiten Mann, der sozial engagiert war. So habe sich der Geschäftsmann zu seinem 50. Geburtstag keine Geschenke gewünscht, sondern Geld, das er dann dem Landshuter Krankenhaus gespendet hat. Dort habe man sich sehr für seine Mutter eingesetzt. Er war ein liebenswürdiger Mensch, sagt Claudia M. und wirkt dabei dann doch ein wenig fahrig. Sie habe seinen Tod noch immer nicht verkraftet.
Unterschiedliche Zeugen haben während der vergangenen Verhandlungstage zu Protokoll gegeben, dass Brunner nicht krank gewesen sei. "Vom Herzen her war alles in Ordnung bei ihm", sagte der Arzt Josef Bauer, sein langjähriger Internist, am Dienstag. Dies sei auch durch EKG-Tests bestätigt gewesen. Zwar sei das Herz des 50-Jährigen "grenzwertig groß" gewesen - Herzklappen und Pumpleistung seien jedoch völlig in Ordnung gewesen.
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Die neueste Antwort
«sollten sich einmal fragen, wie sie sich in den wenig verbleibenden Sekunden nach dem Verlassen der S-Bahn auf dem Bahnsteig - gegenüber zwei angriffswütigen zugedröhnten kriminellen und routinierten Schlägern - verhalten hätten.»
Einem Bahnsteig, auf dem eigentlich die Polizei hätte stehen sollen, wie sie es Herrn Brunner unter der Notrufnummer 110 zugesagt hatte ... und es dann doch nicht für nötig hielt, wenigstens das Blaulicht einzuschalten.
Es ist vollkommen irrelevant, ob seine Freundin und sein Vater meinen, Brunner wäre gesund gewesen.
Einzig die Autopsie über die Todesursache zählt.
Immerhin ist Brunner ja selber wegen Herzbeschwerden zum Arzt gegangen.
Die Aussage des "langjährigen Internisten" ist mit Vorsicht zu genießen. Er würde es sicherlich nicht zugeben, dass er Brunner vor zu großer Aufregung, oder zu großer Anstregung hätte warnen müssen.
So long...
Der Begriff "Held" stört hier offensichtlich viele Zeitgenossen.
Ich möchte hier zu bedenken geben, weder Herr Brunner, noch seine Angehörigen Freunde oder Kollegen, diesen Begriff gewählt haben. Die Medien haben Herrn Brunner den Titel "Held von Solln" verliehen.
Er war ein feiner, sozial engagierter Mann, jemand der sich darum kümmerte, daß kein Unrecht geschieht und es fair zugeht. Dafür kann man niemanden rügen.
Seit dem Begriff "Heldentod" im 2. Weltkrieg ist diese Betitelung genauso negativ behaftet wie der Begriff "Führer" oder "Treue". Aber man kann über den Begriff "Held" denken, wie man will, gemeint ist hier ein Mensch, der in Anbetracht einer Gefahrensituation ganz selbstlos Partei für Schwächere und bedrohte Personen ergreift.
Wir sollten Herrn Brunner für sein tapferes Einschreiten dankbar sein; wie konnte er auch nur ahnen, daß die Schläger ihn für seinen Beistand totschlagen würden?
Diejenigen, die sich zynisch oder gar abwertend über das Opfer äußern, nach dem Motto: "Wir hätten uns nicht eingemischt" oder "Wir alles besser gemacht" sollten sich einmal fragen, wie sie sich in den wenig verbleibenden Sekunden nach dem Verlassen der S-Bahn auf dem Bahnsteig - gegenüber zwei angriffswütigen zugedröhnten kriminellen und routinierten Schlägern - verhalten hätten.
Möge Herr Brunner in Frieden ruhen und die Täter die gerechte Strafe erhalten. Wäre Herr Brunner nicht an diesem Tage unterwegs gewesen, er könnte sich vermutlich über ein langes Leben freuen.
Man sagt, daß jeder für seine Taten eines Tages zur Rechenschaft gezogen wird. Wenn dies zutrifft, werden die Täter keine Ruhe finden, dieses schwere Verbrechen begleitet sie ein Leben lang und darüber hinaus.