S-Bahn München Warum die Deutsche Bahn ihre Infrastruktur verbessern muss

Das Verkehrschaos in München hält an, die Menschen sind zunehmend verärgert.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Besser über Störungen informieren? Schön und gut. Schöner und besser wäre es allerdings, Störungen zu vermeiden. Denn wenn nicht, läuft die Bahn Gefahr, das Münchner S-Bahn-Netz an die Konkurrenz zu verlieren.

Kommentar von Andreas Schubert

Endlich! Endlich hat die S-Bahn ein Informationssystem, das die Position ihrer Züge in Echtzeit anzeigt. Das kommt zwar viel zu spät und ist noch nicht ausgereift, aber es ist ein Anfang. Dass die Passagiere weiter warten müssen, bis diese Informationen auch auf den Anzeigetafeln an den S-Bahnsteigen angezeigt werden, bleibt ein Ärgernis. Wer kein Smartphone hat, der hat da verloren. Im Jahr 2018 müsste es doch längst möglich sein, die Software so anzugleichen, dass auch in den Bahnhöfen eine zeitgemäße Information möglich ist. Die Bahn sollte diesen eklatanten Mangel schnellstmöglich beheben.

Andererseits: Es sollte der Bahn nicht vordergründig darum gehen, die Fahrgäste besser über Störungen aufzuklären, sondern vor allem darum, diese Störungen zu vermeiden. Dazu muss die Infrastruktur verbessert werden, wie die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) zurecht anmahnt. Die S-Bahn ist nun einmal die wichtigste Verbindung zwischen Stadt und Umland und für den innerstädtischen Verkehr eine entscheidende Stütze. Denn auch die Verkehrsmittel der Münchner Verkehrsgesellschaft funktionieren nicht reibungslos: Technische Defekte legen U- und Trambahnen lahm, Busse stehen im Stau. Die verstopften Straßen sind auch der Grund, warum das Auto keine Alternative für den täglichen Weg zur Arbeit ist. Und Radeln ist im Winter wirklich nicht jedermanns Sache.

Das Verkehrsproblem im Großraum München ist riesig, und eine bessere S-Bahn ist nicht dessen Lösung, wohl aber ein wichtiger Teil davon. Bis die zweite Stammstrecke in neun Jahren fertig ist, ist das Münchner S-Bahn-Netz der Deutschen Bahn sicher. Danach wird die BEG die Leistungen neu ausschreiben. Die Bahn muss aufpassen, dass sie dabei nicht verliert. Wenn es auf Dauer so weitergeht wie diese Woche, kann sich die Konkurrenz auf viele Aufträge freuen.

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