Restaurant Savanna Fleisch ist mein Gemüse

Ob Gnu, Zebra oder zartes Krokodil: Im Savanna, dem einzigen südafrikanischen Restaurant Münchens, kommt alles auf den Teller. Fans exotischer Schlachtplatten freut das - Vegetarier haben es dagegen schwer.

Von Tankred Tunke

Südafrika hat sich in den vergangenen Jahren ja immer mehr zum kulinarischen Sehnsuchtsort entwickelt. Ein Land mit einem Klima, in dem sich jedes Tier wohlzufühlen scheint, in dem von Trauben über Kaffee bis zu Papaya oder Kokosnuss fast alles gedeiht. Und mit einer kräftigen gesunden Küche, die wie kaum eine zweite von den Einflüssen der vielen Einwanderer profitiert hat.

Savanna-Inhaber und Südafrika-Liebhaber Carina Ambach-Cronje und Johann Cronje.

(Foto: Stephan Rumpf)

Unter solchen Bedingungen sind phantastische Weine, würzige indische Currys, deftige malaiische Eintöpfe, köstliche Wildgerichte, burische Würste oder englisch inspirierte Lammrezepte entstanden. Und leider auch das eine oder andere Klischee, wie nicht nur der heimliche Großwildjäger in uns zugeben muss.

Fleisch spielt in dieser Küche, in der vom Stachelschwein bis zum Krokodilschwanz alles auf den Rost kommt, eine zentrale - wenn auch bei weitem nicht die alleinige - Rolle. Weshalb vielen Europäern Südafrika immer noch als ein einziges "Braai" gilt, als Grillfest unter freiem Himmel, das auf eine bis heute sehr beliebte Tradition der Buren zurückgeht. Und diese Fans veritabler exotischer Schlachtplatten haben nun mit dem "Savanna" wohl auch in München einen neuen Sehnsuchtsort.

Wer von der Kapuzinerstraße in die Maistraße einbiegt, kann das derzeit einzige südafrikanische Restaurant der Stadt gar nicht verfehlen. Über dem Eingang schwebt ein riesiger Elefantenkopf, ein Schmuckstück, das man mutig nennen muss und mit dem, wie man hört, noch nicht alle Nachbarn restlos einverstanden sind. Aber beim Thema "Toleranz und Straßenbild" darf München ja ohnehin noch ein wenig dazulernen.

Hinter der Eingangstür setzt sich die Folklore dann nahtlos fort: ein Tor aus Stoßzähnen, die Big Five als Tresen-Schnitzerei, Lampen aus Holzmasken, Wände in Glutorange, Elefantenfuß-Barhocker, ein Loungebereich mit Kissen in Zebra- und Springbock-Optik. Das alles ist ganz bestimmt nicht unaufdringlich, doch auch nicht ungemütlich. Das Savanna präsentiert sich dem Gast als wild entschlossene Mischung aus Strandbar, Safari-Park, Eventbistro und Räuberhöhle. Und der Gast tut gut daran, darauf mit derselben Entschlossenheit zu reagieren, weshalb wir erst einmal bestellten, was die Schlachtplatte so hergab.