Polizei Ermittlungen gegen Münchner Pegida-Chef

  • Pegida-Vorsitzender Heinz Meyer soll bei einem Auftritt eine 75-Jährige geschubst haben.
  • Sie erlitt eine Platzwunde an Stirn und Nase und musste ins Krankenhaus gebracht werden.
  • Vor einer Woche war Meyer zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er bei einer Kundgebung ein Goebbels-Zitat benutzt hatte.

Die Polizei ermittelt gegen den Pegida-Vorsitzenden Heinz Meyer wegen Körperverletzung. Meyer soll bei der täglichen Kundgebung mit Muezzin-Gesang vom Band der Pegida auf dem Marienplatz eine 75-jährige Passantin geschubst, möglicherweise weil sie den Lautsprechern zu nahe kam. Die alte Frau stürzte laut Polizei über eine Metallkiste und erlitt dabei eine Platzwunde an Stirn und Nase. Sie musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Vor einer Woche war Meyer zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er bei einer Kundgebung ein Goebbels-Zitat benutzt hatte. Seit Jahren wird außerdem gegen Meyer wegen dessen Kontakten zum verurteilten Rechtsterroristen Martin Wiese wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt.

Die Rathaus-SPD verurteilte den gewaltsamen Übergriff. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) solle prüfen, ob daraus Konsequenzen gezogen werden können. Christian Vorländer, Fachsprecher der Fraktion gegen Rechtsextremismus, sagte am Freitag über die Münchner Pegida: "Die Organisation driftet immer weiter ins Rechtsextreme ab und wird zunehmend radikaler."

Es gehöre schon einiges an Rohheit dazu, eine ältere Frau so zu schubsen, dass sie sich dabei verletzt. Vorländer an die Adresse des KVR: "Muss die Behörde einen Versammlungsleiter akzeptieren, der mehrfach bewiesen hat, dass er sich nicht an Recht und Gesetz hält?"

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