Paulaner-Areal in der Au Klotzen an der Isarhangkante

Wohungen und Grünflächen statt Hopfen und Malz: Die ersten Entwürfe für das künftige Stadtquartier auf dem Paulaner-Gelände am Nockherberg stehen fest. Jetzt können die Bürger in einem Workshop mitdiskutieren - zum ersten Mal bei einem großen Bauprojekt.

Von Alfred Dürr

Wie gelingt es, aus einem geschlossenen Industrieareal in einem traditionellen Stadtviertel wie der Münchner Au ein modernes und attraktives Wohnquartier zu machen? Mit interessant angeordneten Wohnblöcken, mit einem reizvollen Stadtpark, den nicht nur die unmittelbaren Anwohner genießen können, mit Wegen, die die Stadtviertel verbinden, und mit Geschäften sowie Kindertagesstätten? Nun liegen die ersten Entwürfe für das Gelände der Paulaner Brauerei rund um den Nockherberg (Hoch- und Regerstraße) und die angrenzenden Grundstücke an der Welfenstraße und an der Ohlmüllerstraße vor.

Zwölf Architektenbüros - aus München, anderen deutschen Städten und aus internationalen Metropolen - hatten sich an dem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb beteiligt. Sie reichten für jedes der Teilgebiete und für das Paulaner-Verwaltungsgebäude an der Ohlmüllerstraße ihre Vorschläge ein. Die Jury hat in einer ersten Runde keine Sieger ausgewählt, wie das bislang bei solchen Verfahren üblich war, sondern sogenannte Preisgruppen mit 14 Arbeiten. Für das Verwaltungsgebäude gibt es allerdings einen ersten Preis. Ihn hat das Münchner Büro Hierl Architekten mit Köber Landschaftsarchitektur, Stuttgart, gewonnen.

Für die Bauflächen zwischen Hoch- und Regerstraße, der Welfen- und der Ohlmüllerstraße stehen jetzt ganz unterschiedliche Vorschläge zur Debatte. Dabei geht es beispielsweise um die Schaffung eines großen öffentlichen Parks, aber auch um privat nutzbare Grünflächen. Mit sogenannten Hochpunkten, die etwa zwölf Stockwerke haben, werden architektonische Akzente gesetzt.

Es zeigt sich aber auch, dass man keine ausgesprochenen Wohnhochhäuser braucht, um ausreichend Grün- und Freiflächen in der Umgebung der Häuser anzulegen. Die in die engere Auswahl gekommenen Konzepte zeigen auch sehr schön, wie man das neue Quartier durch die durchführenden Wege für die Umgebung öffnen kann.

Als Nächstes haben die Bürger das Wort. Sie können am 13. April im Rahmen eines von der Stadt organisierten Workshops ihre Meinungen zu den Entwürfen äußern. Die Architektenbüros haben damit eine Grundlage für die Überarbeitung ihrer Entwürfe. In einem weiteren Schritt wählt die Jury im Juni die endgültigen Preisträger aus. Mit diesen wird auch das Baugenehmigungsverfahren eingeleitet.