Muslime in München Freitagsgebet auf dem Marienplatz fällt aus

Frau beim Gebet in der provisorischen Moschee des Münchner Forum für Islam (MFI) in der Hotterstraße.

(Foto: Catherina Hess)

Man habe sich aus Sicherheitsgründen zu der Absage entschieden, schreibt der Organisator. Es gibt aber einen Ausweichort.

Es sollte eine Kundgebung werden, um auf die schwierige Lage von Muslimen in München hinzuweisen. Nun fällt das Freitagsgebet auf dem Marienplatz aus. "Die Veranstaltung am Freitag wird aus Sicherheitsgründen nicht in der Form stattfinden", schreibt Organisator Massi Popal auf Facebook.

Durch den Aufruf zu dem Gebet unter freiem Himmel seien auch "Rechtspopulisten und rechte Gruppen auf den Plan gerufen" worden, erklärt Popal die Absage. Es bestehe deshalb Gefahr nicht nur für die Betenden, sondern für alle Anwesenden.

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Das Freitagsgebet auf dem Marienplatz war auch als eine Veranstaltung geplant, die öffentlich darauf hinweisen sollte, dass es in der Innenstadt keine Moschee mehr gibt. Anfang dieser Woche hatte der provisorische Gebetsraum des Münchner Forums für Islam von Imam Benjamin Idriz in der Hotterstraße geschlossen. Der Andrang von Muslimen, die zum Freitagsgebet kamen, war dort zu groß geworden.

Die Veranstaltung auf dem Marienplatz sollte um 13 Uhr beginnen. Die Kundgebung war auf eine Dauer von einer Stunde angesetzt. Popal erwartete 200 Teilnehmer.

Nun finde das gemeinsame Gebet in einer von der Kirche zur Verfügung gestellten Räumlichkeit statt, schreibt Popal. Es handele sich um eine "würdige und sichere Lösung".

Die Polizei sagt, sie hätten keine konkreten Erkenntnisse über anti-islamische Proteste gehabt. Auch das Kreisverwaltungsreferat erklärt, es habe keine angemeldete Gegenveranstaltung gegeben.

Aber Popal sagt, man habe "den Rechten keine Bühne bieten wollen". Und am Freitagmorgen ergänzt er am Telefon: "Es wäre für die Stadt kein schönes Bild gewesen."

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Glücklicherweise habe am Donnerstag eine christliche Gemeinde einen ihrer Räume für das Freitagsgebet zur Verfügung gestellt. "Ein sehr schönes Zeichen", wie Popal findet. Den Namen der Gemeinde will er auf Bitten des Pfarrers nicht nennen. Es sei aber dafür gesorgt, dass ab etwa 12.30 Uhr jemand auf dem Marienplatz sei, der Muslimen sagen könne, wo das Freitagsgebet stattfinde.