Münchner Fotograf in IndienAuf Gandhis Spuren

22 Tage lang ist der Fotograf Patrick Ranz den Salzweg des indischen Widerstandskämpfers nachgegangen. Nun erscheint der Bildband zur Reise.

Der alte Mann hatte Gandhi gesehen. Mahatma Gandhi hatte eine Andacht gehalten, er hatte über Frieden gesprochen und sich dann unter einen Baum gesetzt. "Es war so schön, in den Augen des alten Mannes die kindliche Begeisterung zu sehen, als er davon erzählt hat", sagt der Fotograf Patrick Ranz.

Mahatma Gandhi war 1930 auf seinem berühmten Salzmarsch durch das Dorf des alten Mannes gekommen, der damals noch ein kleiner Junge war. Der Salzmarsch war ein Protestmarsch - der Pazifist Gandhi ging zusammen mit 78 Anhängern mehr als 380 Kilometer von Ahmedabad bis Dandi. Sie demonstrierten damit gegen das Salzmonopol der Kolonialmacht Großbritannien. Als Gandhi nach 24 Tagen in Dandi angekommen war, hob er einige Salzkörner in die Höhe - und er forderte seine Landsleute auf, selbst Salz zu gewinnen und damit zu handeln. 50 000 Inder wurden daraufhin verhaftet.

Der Fotograf und Filmemacher Patrick Ranz hat sich selbst auf den Salzmarsch gemacht, gemeinsam mit seinem Freund Alexander Hirl, der auf dem Weg Gedichte verfasst hat. Sie starteten - wie Gandhi - im Frühjahr, und sie hielten sich an den Weg, den auch der Widerstandskämpfer gegangen war. Die beiden haben einen Film gedreht, für den sie noch einen Abnehmer suchen. Aber jetzt, am 15. Oktober, wird schon mal ein Bildband herauskommen.

Bild: Alexander Hirl 11. Oktober 2015, 14:482015-10-11 14:48:57 © SZ vom 6.10.2015/vewo