Millionen für den Schulsport Abstriche bei der Turnhalle

Die bestehende Turnhalle soll saniert und um einen tiefgelegten, begehbaren Anbau erweitert werden.

(Foto: PECK.DAAM Architekten GmbH)

Die Sportstätte des Neubiberger Gymnasiums muss saniert und erweitert werden. Aber der Architektenentwurf ist einigen Bürgermeistern im Zweckverband zu luxuriös. Deshalb soll untersucht werden, wo gespart werden kann.

Von Angela Boschert, Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Der Zweckverband weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises fasst die Generalsanierung und Erweiterung der Dreifachturnhalle des Gymnasiums Neubiberg ins Auge, prüft aber vor einem Beschluss Einsparmöglichkeiten.

In der Verbandsversammlung waren in Höhenkirchen-Siegertsbrunn Zweifel am "Luxusentwurf" laut geworden. Mit ihm bekämen die Neubiberger Gymnasiasten und Sporttreibenden eine runderneuerte Dreifachturnhalle und zusätzlich eine tiefgelegte Sporthalle, die barrierefrei und ein architektonischer Hingucker wäre - alles für rund zwölf Millionen Euro.

Die Schulturnhalle des Gymnasiums Neubiberg weist altersbedingte Mängel und sicherheitstechnische Probleme auf, die repariert werden müssen. Dazu zählen der Fallschutz, scharfkantige Türen und die Verglasung, die nur durch eine aufgeklebte Splitterschutzfolie gesichert ist. Auch die Haustechnik und die Dämmung müssen nach 40 Jahren aktualisiert werden. "Sie heizen zum Fenster raus", sagte Architekt Armin Daam bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie. Sein Büro betreut auch die Erweiterung des Obergeschosses im Neubau des Gymnasiums, mit der im Sommer begonnen wird.

Mehr Licht in der Halle

Das Betontragwerk der jetzigen Dreifachturnhalle aus dem Jahr 1978 sei in Ordnung, sagte Daam, der Dachaufbau solle aber erneuert werden. Die Fassade, die auf der Ostseite stark bewachsen sei, der Sonnenschutz und die Verglasung machten eine Ertüchtigung unumgänglich. Im Zuge der Generalsanierung solle die eingehängte Decke entfernt werden, damit mehr Licht in die Halle kommt. Auch soll eine splittergeschützte Verglasung mit zu öffnenden Fenstern eingebaut werden, damit quer von Ost nach West gelüftet werden kann. Im Inneren seien beispielsweise die Türen, die Prallwände und die Hallentore zu erneuern.

Der Konditionsraum hingegen sei sehr schön und erhaltenswert. Der Hallenboden mache einen guten Eindruck, werde aber die Umbauarbeiten ohne schützendes Dach kaum überstehen. So könne mit seiner Ertüchtigung eine Fußbodenheizung eingebaut werden, wie sie in Sporthallen heute üblich sei. An die Stelle der ausfahrbaren Tribünen, die unter der feststehenden Tribüne liegen und kaum genutzt werden, sollen Lagerräume kommen.

Die neue, vierte Sporthalle werde auf der Südseite an die vorhandene Halle angedockt, aber so tief gelegt, dass man ihr Dach über eine große Freitreppe vom Pausenhof aus erreichen könne. Das Dach sei begehbar. So werde die durch den Neubau verloren gegangene Fläche des Pausenhofs durch eine neue, attraktive Dachterrasse ausgeglichen. Der Belag des Pausenhofs käme auch auf die Treppe, wodurch optisch eine Verbindung entstehe. Die Oberlichter der Sporthalle auf der Dachterrasse könne man begehen oder sie als Sitzgelegenheit nutzen.

Die Kosten bezifferte Daam mit etwa 6,1 Millionen Euro für die Generalsanierung der Dreifachhalle und rund 5,9 Millionen Euro für die vierte Turnhalle, zuzüglich des üblichen Finanzpuffers von zehn beziehungsweise fünf Prozent für Unvorhergesehenes. Die Bauarbeiten seien von den Sommerferien 2019 bis zu den Osterferien 2021 realisierbar.

Der architektonische Entwurf überzeugte die Verbandsmitglieder. Allerdings fand der Putzbrunner Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) rund zwölf Millionen Euro Kosten für das Gesamtpaket zu hoch. "Das Ganze macht einen luxuriösen Eindruck", sagte er und forderte, das Architekturbüro solle nach Einsparungsmöglichkeiten suchen. Ayings Bürgermeister Johann Eichler (parteifrei) unterstützte ihn und fragte, ob der Bau einer weiteren Sporthalle im Verbandsgebiet angesichts der anstehenden Projekte, wie eine notwendige neue Realschule, jetzt überhaupt sein müsse.

Landrat Christoph Göbel (CSU) und weitere Verbandsvertreter sehen die Gesamtmaßnahme als dringend notwendig an, konnten die Zweifler jedoch mit Wirtschaftlichkeitsargumenten nicht überzeugen. Deshalb sollen zuerst mögliche Einsparungen geprüft werden.