Es war ein Abend geplant mit einer 50-jährigen zweifachen Oma, doch es wurde ein Abend mit Nena: aufregend, aber auch verstörend.
Als es dann doch ein wenig lange dauerte, wurden die ersten Besucher unruhig. Einige begannen zu klatschen, manche rhythmisch, irgendwas musste man ja tun, um den ersehnten Abend mit dem Jugendidol endlich beginnen zu lassen. Die meisten Zuschauer in der gut halb gefüllten Münchner Olympiahalle aber saßen oder standen selbst um 21:10 Uhr noch traut beisammen, unterhielten sich, eine Frau auf der Tribüne las ein Buch. Was man eben so macht nach einem langen Tag im Büro.
Nie langweilig, nie gleichgültig: Nena bei ihrem Konzert in München. (© Foto: dpa)
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Die Ruhe nach dem Arbeitstag sollte abrupt enden. Dieser Abend sollte aufregend werden, wunderbar, fröhlich und voller Erinnerungen. Aber auch verstörend, anstrengend. Es war ein Abend geplant mit einer 50-jährigen zweifachen Oma - doch es wurde ein Abend mit Nena.
Als Nena um 21:12 Uhr endlich die Bühne betrat, holte sie ihr zumeist gleichaltriges Publikum derart rockig aus dem Alltag, dass viele gar nicht wussten, was nun zu tun sei.
Nena in Glitzerhemd, Glitzerjacke, Glitzergürtel, Glitzerhose und Chucks interpretierte ihren Tour-Titelsong Made in Germany mit jugendlicher Energie, tanzte und sang wie ein junges Mädchen. Und das Publikum? Sollte es nun urplötzlich wieder jung sein? Wieder rocken wie damals? Und: Machen das die Bandscheiben noch mit?
Die Musik-Heldin der achtziger Jahre, die 1983 mit den 99 Luftballons zum Idol einer Generation wurde, ist nach fünfjähriger Pause zurück auf der Bühne. Naja, hätte man denken können, wieder so eine Veteranin, die mit den Fans von damals noch einmal Geld auf das Konto lockt, die ihren Alterskollegen die Jugend für einen Abend zurückholen will.
So dachten wohl auch viele der Münchner Zuschauer. Neunzig Prozent waren jung, als Nena jung war und hatten sich diesmal schwarze, enge Lederjacken angezogen. Einige brachten ihre Kinder mit.
Doch es wurde kein gemütlicher Ausflug ins Jahr 1983. Es wurde "eine Reise durch 25 Jahre", so wie die Sängerin es versprochen hatte. Eine ziemlich spannende Reise, denn Nena hat sich musikalisch viel vorgenommen für diese Tournee. Manchmal vielleicht etwas zu viel.
Die alten Lieder zum Beispiel "gehören dazu, aber man muss ihnen wieder neues Leben einhauchen", viel Liebe und Zeit investieren, sagt Nena. Bald schon durften die Menschen zu Nur geträumt johlen, doch war das nicht das Nur geträumt der Achtziger. Die Band legte einen Disco-Beat dahinter, man musste schon headbangen, um mitzuhalten. Das Lied Fragezeichen gab es als gelungene Unplugged-Version mit Akustikgitarre.
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Kapitalabzug aus Südeuropa
Die neueste Antwort
... wie diese hier:
"Doch die Dramaturgie des Abends war voller Wechsel, sodass es bald schwer wurde, die Aufmerksamkeit zu halten."
Dann habe ich das Gefühl, wieder einmal auf Junk-Journalismus hereingefallen zu sein, als ich diesen Artikel angeklickt habe.
Ansonsten sollte man einfach anerkennen, dass die Musik von Nena größtenteils ebenso von gestern ist wie ihre Fans. Die neueren Stücke sind weder herausragend noch überraschend, sondern einfach guter Durchschnitt. Nichts besonderes eben.
Wer aber (lauter) Musik nicht aufmerksam folgen kann, der sollte sich besser überlegen ob er beim Schreiben die nötige Aufmerksamkeit an den Tag zu legen befähigt ist.
Also ich war gestern bei dem Konzert - und es war wirklich nicht berauschend. Ich hatte Nena vorher auf dem Tollwood und auf der Nokia night schon erlebt (ok ein paar Jahre her) und dort war sie einfach Klasse, konnte das publikum begeistern und mitreißen und ist auch stark auf das Publikum eingegangen. Deshalb bin ich auch gestern mit meiner Freundin zu dem Konzert gegangen.
Es war schon zu Anfang etwas irritierend, daß sie das Publikum fast 1 1/4 Stunden warten ließ - es gab eine Vorband aber selbst zwischen der Band und Nena war einfach 45 min Pause, wo sich das publikum die Beine in den Bauch gestanden hat.
Dann der Auftritt von Nena. Über Musik kann man sich streiten, denn Nena spielte sehr viele neue Lieder. Viele, wie auch wir, hätten wohl etwas mehr alte Lieder erwartet. Aber wie gesagt, darüber kann man gerne streiten.
Was uns extrem mies aufgefallen ist, war die extrem schlechte Technik. Wobei nicht die Technik das Problem war, sondern der Mann hinter dem Mischpult. Die Bässe wurden extrem aufgedreht, so daß andere Klänge im BummBumm der Bässe völlig untergingen. Teilweise waren die Bässe so am Anschlag, daß die Boxen zu klirren anfingen. Das ganze Konzert erinnert mich an Autos an der Kreuzung, wo nur ein BummBumm zu hören ist und die Türen nur so vibrieren.
Sie hatte einen tollen Gatsmusiker aus Rosenheim (der auch einmal die Möglichkeit haben sollte, vor einem großen Publikum aufzutreten - löblich). Das Lied war eigentlich Klasse - ein sehr gefühlvolles Lied, aber es wurde durch die wummernden Bässe fast kaputt gemacht - traurig.
Ich habe mir mehrmals das Publikum angeschaut - nein, es ging nicht wie sonst der Bär ab - es blickte etwas irritiert und verstört. Selbst alte Lieder wurden mit Bässen nur so überladen - warum??
Auch wir haben das Konzert dann vorzeitig verlassen (und wir waren wirklich nicht die Einzigen). Warum verlassen Leute ein Konzert vorzeitig, warum geht das publikum nicht richtig mit??? - Fragen die sich Nena mal stellen sollte. Und der Mann vom Mischpult sollte sich mal vom Ohrenarzt untersuchen lassen. Bei der Nokia night war die Halle wirklich voll aber dort war die Musik besser und auch leiser ausgesteuert und ist um Welten besser rüber gekommen.
Eins der schlechtesten Konzerte, welches ich bis jetzt erleben durfte - schade eigentlich.
... wird sie auch bald vergessen sein.
Man mag von ihren Achselhaaren halten was man will, aber viele der Songs sind grandios zeitlos. Und: Sie kann es auch live. YouTube ist da eine hübsche Fundgrube.
ich finde nicht, dass es jemand, der seine eigenen Lieder des Provites willen covert verdient hat, dass man ihn (sie) so glorifiziert.
Schon mal gemerkt, dass das einzige, was toll an dieser Frau ist, ihre treu dreinblickenden Knopfaugen sind?
Paging