Isarvorstadt/Ludwigsvorstadt Ausstellung von Viehhof-Plänen

Entwürfe von 60 Studenten sollen Diskussion beleben

Von Birgit Lotze, Isarvorstadt/Ludwigsvorstadt

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung hat angekündigt, 30 Entwürfe zur Bebauung des Viehhofgeländes, die 60 Architekturstudenten erarbeitet haben, noch in diesem Jahr auszustellen. Ort und Zeitraum stehen noch nicht fest. Stadtteilpolitiker aller Parteien haben sich in den vergangenen Wochen für die Ausstellung ausgesprochen und die Grünen nun dazu einen Antrag an den Stadtrat formuliert.

Den Stadtteilpolitikern geht es vor allem um eine Diskussion von Ideen, bevor die Stadt mit der Überplanung des Viehhof-Areals loslegt. Das städtische Vorgehen überzeugt bislang im Stadtviertel nicht, obwohl man erst am Anfang steht. Bislang geht es nur um das Volkstheater. Schon die Kubatur, also die grobe Gebäudeform, an der die Stadt derzeit arbeitet, ist umstritten, seitdem bekannt wurde, dass das Kulturreferat in seinem Antrag auf Bauvorbescheid eine deutlich höhere Quadratmeterzahl angemeldet hat als vom Stadtrat genehmigt war. Auch sind plötzlich drei statt wie angekündigt zwei Theatersäle geplant. Misstrauen erregte darüber hinaus, dass das Kulturreferat in dem Antrag Fragen formulierte, die eindeutig auf einen Abriss von Gebäuden im alten, teils denkmalgeschützten Entree zum Schlachthof an der Zenettistraße zielten.

Den Bürgern des Viertels müsse die Möglichkeit gegeben werden, möglichst viel von ihren Anliegen einzubringen, fordert Beate Bidjanbeg (SPD), stellvertretende Bezirksausschussvorsitzende in der Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt. Sie fordert auch eine Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Ausstellung und will auch die Ideen, die aus Workshops hervorgegangen sind, präsentieren. Der Bezirksausschuss will Stückwerk bei der Bebauung des Viehhofs vermeiden, fordert ein geschlossenes, stimmiges Konzept. Die Stadtverwaltung hingegen fühlt sich nun offenbar unter Druck, will erst mal alles für einen Einzug des Volkstheaters klar machen. Die Bürger hatten sich bei den Workshops vor allem für zwei Punkte stark gemacht: Sie fordern, die Identität des Viertels zu erhalten und vor allem bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.