München Dritte Startbahn am Flughafen München wird abgelehnt...

Passagiermaschine im Anflug: Studenten haben die Diskussion um eine dritte Startbahn nachgespielt.

(Foto: Bauersachs)

... zumindest bei einem Planspiel der Hochschule München. Studenten haben dabei die Diskussion um den Ausbau nachgestellt. Unter den Zuhörern: der Flughafenchef.

Von Andreas Schubert

Diese Nachricht würden viele gerne noch dieses Jahr lesen: Die dritte Start- und Landebahn am Münchner Flughafen ist per Bürgerentscheid mit 51 Prozent Nein-Stimmen zu 44 Prozent Ja-Stimmen abgelehnt, fünf Prozent enthielten sich - beim Planspiel Zukunft der Hochschule München waren Enthaltungen ausnahmsweise möglich.

Ein Semester lang haben sich Studierende verschiedener Fakultäten mit der Frage auseinandergesetzt, ob der Münchner Flughafen eine dritte Startbahn braucht. 24 Teilnehmer hatte das Seminar, jeweils zwölf nahmen bei der Simulation Positionen von Befürwortern respektive Gegnern ein. Am Donnerstag schließlich traten die verschiedenen Lager auf einem Podium gegeneinander an, um echte, vor allem ernst gemeinte Argumente auszutauschen.

Rechts die Wirtschaftslobby samt Flughafenvertretern, links die Gegner, vor allem Umweltschutzverbände. Die Hauptargumente rechts, das Übliche: Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum. Die Stimmen links: Natur- und Heimatzerstörung.

Unter den Zuhörern waren einige, die sich auch im echten Leben gegenüberstehen. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Christian Magerl etwa und ein Dutzend weitere Gegner aus dem Flughafenumfeld, aber auch Flughafen-Chef Michael Kerkloh und andere Befürworter. Das Fazit einiger aus dem Publikum: Die Debatte verlief realitätsnah. Dann stimmten die 75 Zuhörer ab. Das Ergebnis ist freilich nicht repräsentativ, wenn auch nah an dem Ergebnis des Münchner Entscheides von 2012. Damals stimmten 54,3 Prozent gegen die Startbahn.

Seehofers Argumente für die dritte Startbahn sind schwach

Dass sich der Ministerpräsident für die Erweiterung des Flughafens ausspricht, hat nur einen Grund: Er will rechtzeitig vor den nächsten Wahlen einen CSU-internen Streit entschärfen. Kommentar von Frank Müller mehr...