Flughafen München Gepfändete Boeing: Thailand zahlt doch

Überraschung im Ringen um die am Münchner Flughafen gepfändete Thai-Boeing: Der Kronprinz muss das Flugzeug nicht selbst freikaufen, denn der thailändische Staat wird die Sicherheit von 20 Millionen Euro erbringen. Die Reaktion aus Bangkok wirft jedoch Fragen auf.

Von Tobias Dorfer

Im Streit um die Boeing, die vor drei Wochen am Münchner Flughafen gepfändet wurde, steht der thailändische Staat Kronprinz Maha Vajiralongkorn zur Seite. Der Prinz muss nicht selbst in die Tasche greifen, um sein Flugzeug auszulösen - stattdessen werde die Regierung die vom Gericht geforderte Sicherheit aufbringen, sagte Außenminister Kasit Piromya. Man wolle deutlich machen, dass der Kronprinz mit der Sache nichts zu tun hat.

Die Reaktion aus Bangkok wirft Fragen auf. Bislang hatten die Thailänder betont, der Jet gehöre dem Prinzen und sei nicht Staatseigentum. Warum springt dann die Regierung ein, um das Flugzeug auszulösen? Die Anwaltskanzlei des Prinzen konnte dazu keine Auskunft geben.

Wem gehört die Boeing wirklich? Dem Staat Thailand, sagt Werner Schneider. Der Insolvenzverwalter der Walter Bau AG treibt die Außenstände des ehemals drittgrößten deutschen Baukonzerns ein. Für den Bau einer Autobahn vom Flughafen Bangkok in die Innenstadt, an dem Walter Bau beteiligt war, fordert Schneider 40 Millionen Euro. Da der thailändische Staat nicht zahlte, ließ er kurzerhand das Flugzeug pfänden.

Die Thailänder argumentierten, der Jet gehöre dem Prinzen und nicht dem Staat, die Pfändung sei unzulässig. Derzeit klärt das Landgericht Landshut die Besitzverhältnisse. Bis zur endgültigen Entscheidung kann das Flugzeug gegen eine Sicherheit von 20 Millionen Euro ausgelöst werden.

Das wird nun der thailändische Staat übernehmen. Eine Delegation unter Leitung des Generalstaatsanwalts soll am Mittwoch in Berlin eintreffen.