Nicht alles schlucken - Jana Kalms, Piet Stolz, Sebastian Winkels, Deutschland, 2015

Medikamente, notfalls Fixieren und Wegsperren heilen psychische Leiden nicht, ist aber dennoch die gängige Strategie dagegen. Seit dem Absturz der Germanwings-Maschine ist die Angst vor seelisch Kranken noch gewachsen und auch das Bedürfnis, solche Leiden - und die Leidenden - zu kontrollieren. Was das in der Praxis bedeutet und wie es vielleicht anders ginge als mit Tabletten und Zwang, lässt sich in "Nicht alles schlucken" erfahren.

Die Regisseure Jana Kalms, Piet Stolz und Sebastian Winkels ("7 Brüder") haben Ärzte, Pfleger, Kranke und Angehörige in einem Stuhlkreis zusammengebracht, wo sie - endlich einmal gleichberechtigt und miteinander - reden. Das klingt spröde, ist aber erstaunlich ergiebig. Einfache Lösungen kann es nicht geben, der Filmtitel aber ist Programm. Eine Ärztin sagt: " Man versucht, in diesem System noch Gutes zu tun, aber geht das?" Von Martina Knoben

Bild: Dokfest/ Nicht alles schlucken 7. Mai 2015, 16:462015-05-07 16:46:52 © SZ.de/infu