Asylbewerber in München Junge Flüchtlinge im Hungerstreik

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind in der Bayern-Kaserne in den Hungerstreik getreten. Ihre Motive haben sie noch nicht offiziell bekannt gegeben. Unterstützer sagen: "Diese Jungs sind schlicht und einfach verzweifelt."

Von Thomas Kronewiter

28 somalische Asylbewerber, davon 25 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, sind in der Erstaufnahmeeinrichtung der Regierung von Oberbayern in der Freimanner Bayern-Kaserne in den Hungerstreik getreten. Wie die Regierung bestätigt, hat eine zugezogene Bereitschaftsärztin in der Nacht zum Mittwoch einen Jugendlichen ins Krankenhaus eingewiesen. Er habe die Klinik aber bereits wieder verlassen können.

Der Regierung sind Hinweise auf den Hungerstreik seit Dienstag bekannt, sie kümmert sich seitdem um eine regelmäßige ärztliche Kontrolle. Nach Informationen, die der SZ vorliegen, handelt es sich bei etwa der Hälfte der Betroffenen um einen sogenannten trockenen Hungerstreik: Sie verweigern danach nicht bloß Nahrung, sondern auch Wasser.

Dies kann weder die Regierung noch die Innere Mission, die sich um die Betreuung kümmert, bestätigen. Klaus Honigschnabel, dem Sprecher der Inneren Mission, liegen "keine gesicherten Erkenntnisse über die Anzahl der Hungerstreikenden und über ihre Forderungen" vor. Auch der Regierung sind die Motive des Hungerstreiks nicht bekannt.

Wie Kenner der Verhältnisse in der Bayern-Kaserne betonen, sorgen sich die minderjährigen Flüchtlinge um ihre Zukunft - gerade weil sie von Anfang 2014 nicht mehr in der Bayern-Kaserne, sondern in der Jugendhilfe dezentral betreut werden sollen. Wie es heißt, klagen sie auch über zu wenige Toiletten und Kochgelegenheiten sowie viele Monate dauernde Asylverfahren. Michael Stenger, Vorsitzender des Trägerkreises Junge Flüchtlinge: "Diese Jungs sind schlicht und einfach verzweifelt."