Altstadt H&M eröffnet einen neuen Ableger für "Menschen mit Geld"

H&M breitet sich in der Münchner Innenstadt aus - Arket gehört auch zu der Gruppe.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Am 13. Oktober öffnet in München das erste Geschäft des H&M-Ablegers Arket.
  • Der erste Laden der neuen Marke Arket hat vor kurzem in London aufgemacht, nun folgen Brüssel, Kopenhagen und München.
  • Mit der neuen Marke will der schwedische Konzern das eigene Image aufwerten.
Von Pia Ratzesberger

Bald wird in der Innenstadt ein neuer Laden eröffnen, und der wird nicht unbedingt danach aussehen, als gehöre er einem bekannten Konzern. Es wird dort Wolljacken geben und Pfeffermühlen und Birkensaft. An den Pullovern werden sich kleine Schilder finden, darauf ein Code, mit dem jeder nachverfolgen soll, woher dieser Pullover kommt.

Und vielleicht werden manche Kunden vermuten, dies sei eine neue, nachhaltige Firma; in keiner anderen Stadt in Deutschland wird man den Namen Arket lesen. Dabei gibt sich hier nur einer als ein ganz anderer aus, um gut anzukommen.

Der neue Laden gehört zu H&M, dem Konzern aus Schweden, der in zwölf Monaten mit billiger Kleidung mehr als 23 Milliarden Euro umsetzt. Der auf der Welt mehr als 4000 Shops betreibt. In der Kaufingerstraße wirbt er mit drei Läden, zu erkennen an den roten Schriftzügen, auch in der Neuhauser Straße und in der Weinstraße. Doch mehr und mehr Geschäften merkt man nicht an, dass sie zum Konzern gehören. H&M soll nicht mehr nach H&M aussehen.

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Der erste Laden der neuen Marke Arket hat vor kurzem in London aufgemacht, nun folgen Brüssel, Kopenhagen und München. Das Haus in der Weinstraße ist noch abgesperrt, am 13. Oktober wird eröffnet. Von hier braucht es nur ein paar Schritte nach vorne, Richtung Odeonsplatz, dort findet sich auf fünf Stockwerken: H&M.

Umdrehen, ein paar Schritte zurück, Richtung Marienplatz, dort ist auf drei Stockwerken: Cos, die puristische Kleidungslinie, auch H&M. Arket wird das achte Geschäft sein, in einem Umkreis von nur wenigen Metern. Die Firma testet in München jetzt, wie sie Menschen zurückgewinnen kann, für die eine Marke wie H&M längst nicht mehr interessant ist.

München war schon immer eine Stadt, in der Konzerne gerne ihre ersten deutschen Filialen eröffneten. Da war zum Beispiel in den Siebzigerjahren der erste McDonald's an der Tegernseer Landstraße, kurz darauf präsentierte Ikea sein erstes Haus in Eching. Später der erste deutsche Apple-Store beim Marienplatz, im Jahr 2008, bald macht auch Disney in der Neuhauser Straße wieder einen Shop auf.

In der Innenstadt kann der Quadratmeter schon einmal mehr als 300 Euro Miete kosten, die Preise sind so hoch wie in keiner anderen Stadt. Konzerne aber können solche Mieten leichter bezahlen als einzelne Händler. Zudem ist nicht nur der Quadratmeterpreis besonders hoch, sondern auch die Kaufkraft. Wohl auch deshalb hat sich H&M für Bayern entschieden und nicht für Berlin.

In den vergangenen Jahren hat H&M sich mit seinem Geschäft schwer getan, vor allem neben Inditex, dem spanischen Konzern, der hinter Shops wie Zara steht, einem seiner größten Konkurrenten. Inditex produziert mehr in Europa, bringt seine Kollektionen deshalb oft schneller in die Regale.

Dann kam auch noch Primark hinzu, der Discounter aus Irland, der auf dem Festland einen Shop nach dem anderen eröffnete. Der Gewinn von H&M ging mehrmals zurück, der Umsatz stieg nicht mehr so stark wie gewohnt. Das lag zum einen an der Konkurrenz, an Inditex, an Primark. Zum anderen an den Kunden.