"Wetten, dass..?" Markus Lanz wird Gottschalk-Nachfolger

Jetzt ist es endlich offiziell: Markus Lanz tritt die Nachfolge von Thomas Gottschalk an. Der smarte Südtiroler wird im Herbst zum ersten Mal "Wetten, dass..?" moderieren. Ohne Assistentin, dafür mit Beteiligung seiner Produktionsgesellschaft. Das hat er per Handschlag geregelt - ganz wie sein Vorgänger.

Von Christopher Keil

Das Treffen fand am 57. Geburtstag des neuen ZDF-Intendanten statt. Thomas Bellut wählte ein italienisches Restaurant in Mainz aus. Mit seinem Gast besprach er am Donnerstagmittag der vergangenen Woche die notwendigen Details. Am Ende stand ein Handschlagvertrag über die Dauer von drei Jahren und die Gewissheit, dass ZDF-Talkmaster Markus Lanz Nachfolger von Thomas Gottschalk bei Wetten, dass..? wird.

Am 6. Oktober, vermutlich in Düsseldorf, wird Lanz, 42, erstmals auf der Couch als Moderator der Familiensendung Platz nehmen. Er wird nicht mit einem Assistenten oder einer Assistentin arbeiten, so viel steht fest. Gottschalk, der mittlerweile versucht, für die ARD eine halbstündige Late Light Show vor der Tagesschau durchzusetzen, stand zuletzt die attraktive Schweizerin Michelle Hunziker zur Seite.

Mit der Verpflichtung von Lanz beendete Thomas Bellut, der in dieser Woche offiziell an die Spitze des ZDF aufsteigt, eine Diskussion, die ihn mehr als ein Jahr begleitet hatte. Nachdem Thomas Gottschalk Anfang Februar 2011 im reifen Rücktrittsalter von 60 Jahren verkündete, Wetten, dass..? abzugeben, wurde über die Neubesetzung in einem Maße spekuliert, dass man dachte, es ginge um die Rettung des deutschen Fernsehens.

Gottschalk hatte sich nach dem tragischen Unfall eines Wettkandidaten im Dezember 2010 innerlich von der Show verabschiedet, die er seit 1987 mit kurzer Unterbrechung lenkte. Er war darin ein großer Entertainer, ein Virtuose des Mainstream, der "Wetten dass ..?" als deutschen Staatszirkus mit blonder Laune und lockigem Humor führte.

Sehr schnell wurde die Frage gestellt, was Wetten, dass..? ohne ihn künftig wert und wer ihm als Nachfolger ebenbürtig sei. Viele meldeten sich und verkündeten, sie stünden nicht zur Verfügung - ohne je bedacht worden zu sein, und Günther Jauch war der Einzige, der es nicht ernst gemeint hatte. Über andere wie Nazan Eckes wurde spekuliert, dabei, das wird sie selbst am besten wissen, reichte es bei ihr nicht einmal zur Spekulation.

Bellut hatte von Anfang eine Liste mit drei Namen: Hape Kerkeling, Jörg Pilawa und Markus Lanz. Es sah dann nicht immer elegant aus, wie sich der neue ZDF-Chef erst bei Kerkeling und dann Pilawa Absagen einhandelte. Doch Bellut, gebürtiger Niedersache, ist offenbar belastbar und auch durch Schlagzeilen nicht zu erschüttern. Er blieb bei seiner Liste, und seine Nummer drei sagte zu.

Zu den getroffenen Vereinbarungen zwischen Lanz und Bellut gehört auch, dass Wetten, dass ..? zwar eine Produktion des ZDF bleibt, doch künftig wird zusätzlich die Firma mhoch2 beteiligt. mhoch2 geht auf die Vornamen seiner Gesellschafter zurück, Markus Lanz und Markus Heidemanns. Mit dem Unternehmen stellen beide seit 2008 die ZDF-Talkshow "Lanz" her. Heidemanns ist der frühere Geschäftspartner von Johannes B. Kerner und leitet die Redaktion "Lanz". Sein Anteil am Erfolg der späten Plaudereien von Dienstag bis Donnerstag ist erheblich. Heidemanns mit mhoch2 in die Gestaltung von Wetten, dass..? einzubeziehen, soll eine der wenigen Bedingungen gewesen sein, die Lanz stellte.