US-Start der RTL-Serie "Deutschland 83" Premiere im gelobten Land des Fernsehens

Drama im geteilten Deutschland: Moritz Stamm (Jonas Nay, r.) und Axel Edel (Ludwig Trepte) in der achtteiligen RTL-Event-Serie "Deutschland 83".

(Foto: RTL / Nik Konietzny)
  • Der Spartensender Sundance TV strahlt ab Mittwoch die RTL-Serie "Deutschland 83" aus.
  • Die Spionage-Serie, die im geteilten Deutschland spielt, wird in den USA damit früher zu sehen sein als hierzulande.
  • Serienproduzent Nico Hoffmann bewertet den US-Start von "Deutschland 83" als Beleg für eine höhere internationale Attraktivität des deutschen Fernsehens.

"Deutschland 83" ist ein Geisterfahrer auf einer Einbahnstraße. Das deutsche Fernsehen lebt von amerikanischen Serien, deren Qualität von peinlich bis exzellent reicht, aber eine deutsche Serie hat es noch nie ins gelobte Land des Fernsehens geschafft.

Bis jetzt. Am Mittwoch läuft auf Sundance TV "Deutschland 83". Es ist eine deutsche Fernsehserie, die noch gar nicht im deutschen Fernsehen war. Deutsches Fernsehen gilt, um es vorsichtig zu sagen, international als ambivalent.

Dokumentationen und Kulturprogramme haben einen exzellenten Ruf, Unterhaltung gilt höchstens als durchschnittlich und spannende Serien aus Deutschland sind in der Regel Fehlanzeige. Während Zuschauer weltweit, auch in Deutschland, von "Breaking Bad", "Homeland" oder "Game of Thrones" schwärmen, erzählt man in der Bundesrepublik Serien, deren Handlung nach einer Episode abgeschlossen ist.

Lob für eine deutsche Serie, und keiner lacht sich tot

Seelenbalsam für die deutsche Serien-Branche: Die "New York Times" ist begeistert von "Deutschland 83". Die RTL-Produktion wird als erste deutsche Serie in den USA laufen. Von David Denk mehr ...

"Es gibt eine gewisse Geringschätzung für die Serie", sagt Jörg Winger ("Soko Leipzig"). Der Schöpfer der neuen RTL-Produktion "Deutschland 83" findet das deutsche Fernsehen gut - nur bei den Serien gibt es "einiges zu verbessern". "Da fehlt einfach die Anerkennung. Auf Filme und Reportagen ist man stolz, aber Serien wurden nie ganz ernst genommen. Erst recht nicht, wenn sich die Handlung über mehrere Episoden erstreckte."

In "Deutschland 83" wird ein junger DDR-Soldat nach Westdeutschland geschickt, um die Bundeswehr auszuspionieren. Die Idee hatte Wingers Frau Anne, eine Amerikanerin. "Als mein Mann bei der Bundeswehr war, musste er die russischen Truppen in Sachsen abhören. Und die grüßten die westdeutschen Soldaten dann über Funk mit Namen, weil die die Bundeswehr natürlich auch abhörten."

"Keiner von uns wäre auf die Idee gekommen, dass jemand freiwillig in der DDR bleibt"

Es sollte eine Geschichte aus der DDR in Grautönen werden: "Es gab ja Menschen, die gern in der DDR lebten und sich für sie begeisterten. Über die wollten wir erzählen."

Bei ihren ostdeutschen Freunden sei die Idee der Serie deshalb auch besonders gut angekommen. "Irgendwie wäre damals nie einer von uns auf die Idee gekommen, dass jemand freiwillig in der DDR bleibt, ja dieses Land sogar liebt", sagt Christian Vesper.