Übergriff Journalisten bei AfD-Demo in Magdeburg angegriffen

Teilnehmer der AfD-Kundgebung mit einer Flagge Niederschlesiens

(Foto: dpa)
  • Bei einer Demonstration der rechtspopulistischen AfD werden Journalisten mit Pfefferspray angegriffen.
  • Der mutmaßliche Täter wurde über Filmaufnahmen identifiziert, berichtet der MDR.
  • AfD-Vize Gauland sagt, dass er den Angriff "zutiefst missbilligt".

Kamerateams bei AfD-Demo attackiert

Bei einer Demonstration der Alternative für Deutschland (AfD) in Magdeburg sind Journalisten angegriffen worden. Ein Kamerateam des MDR wurde aus der Menge heraus mit Pfefferspray attackiert, sagte ein Polizeisprecher. Die Journalisten wurden medizinisch versorgt.

Der mutmaßliche Täter sei vorläufig festgenommen worden, ihn erwarte eine Strafanzeige wegen Körperverletzung, sagte der Sprecher weiter. Dem MDR zufolge wurde der junge Mann bei dem Angriff gefilmt. Die Polizei habe ihn anhand der Aufnahmen schnell fassen können. Außer dem Reizgas habe der mutmaßliche Angreifer eine Schlagwaffe bei sich getragen.

Die Geschädigten haben demnach Strafanzeige erstattet. Zwei Reporter erlitten bei dem Vorfall Augenreizungen, meldet der MDR. Außerdem soll ein Sicherheitsmann verletzt worden sein.

Einem Tweet zufolge wurde auch ein ZDF-Journalist Opfer des Angriffs:

AfD-Vize Alexander Gauland verurteilte die Attacken. "Ich muss sagen, dass ich das zutiefst missbilige", sagte er am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Zu der Demonstration der rechtskonservativen AfD waren laut Polizei etwa 600 Teilnehmer gekommen.

Medienvertreter werden immer häufiger angegriffen

Die jetzigen Angriffe auf Journalisten sind kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten hatten sich die Übergriffe auf Berichterstatter bei Demonstrationen rechtslastiger Bewegungen gehäuft. Medienvertreter wurden bedroht, geschubst oder getreten, sie erhielten Schläge in den Nacken oder ins Gesicht.

Bislang wurden diese Angriffe vor allem bei Kundgebungen der sogenannten "Gida"-Bewegungen, also Pegida, Legida und anderen Ablegern, beobachtet. Doch auch ein Übergriff bei einer AfD-Demonstrationist bekannt: Ende November wurde eine ZDF-Journalistin bei einer Veranstaltung der Partei in Cottbus bedrängt und angerempelt (hier schildert sie das Geschehen).

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