TV-Serien Typologie der Tatort-Kommissare

Blender, harte Hunde, Superhirne: Zu Beginn der neuen Saison eine Übersicht von Nick Tschiller bis Special Agent Cooper.

Von Kathrin Hollmer (Text) und Jochen Schievink (Illustrationen)

Die Superhirne

Vertreter: beratender Privatdetektiv Sherlock Holmes (Sherlock), Kommissarin Saga Norén (Die Brücke), Detective Sarah Linden (The Killing), Special Agent Dr. Spencer Reid (Criminal Minds);

Ermittlungsmethode: für das Umfeld nie ganz nachvollziehbar. Aus einem zerkratzten Handy oder einem Rotweinrest an der Oberlippe schlussfolgern sie ganze Lebensgeschichten. Sie sehen, hören und riechen genauer hin als ihre Kollegen, entdecken Hinweise, die sonst niemand findet, und ziehen Schlüsse, zu denen kein anderer fähig ist. Wie sie das machen, bleibt ihr Geheimnis. Ein Zauberer verrät ja auch niemals seine Tricks.

Problem: So verblüffend ihr Talent ist, so nervig ist es auch. Wenn ihre Mitmenschen ihnen mal wieder nicht folgen können, werden sie schnell sehr ungeduldig. Wie es das Klischee des hochintelligenten Autisten will, fehlt Superhirn-Ermittlern oft jegliche Empathie oder sonstige Sozialkompetenz. Und sie haben immer recht. Niemand mag Besserwisser.

Zitat: "Seien Sie leise, Sie senken den IQ der ganzen Straße." Sherlock Holmes, Sherlock (zu Forensiker Philip Anderson)

Lieblingsgegner: Serienmörder, kriminelle Superhirne, Cold Cases, an die sich kein Kollege herantraut.

Idealer Partner: Superhirne bleiben lieber allein (es arbeitet ohnehin niemand gerne mit ihnen zusammen). Am unkompliziertesten ist für sie ein Kollege, der mit seinen eigenen Problemen (siehe die Gezeichneten) beschäftigt ist.

27. August 2017, 11:122017-08-27 11:12:30 © SZ.de/luch