Perfekte Dramaturgie: Sandra Maischberger fragt einen radikalen Prediger und die Zeugin eines "Ehrenmordes", ob Deutschland vor Kopftuch und Koran kapituliert hat.
Manchmal, so viel vorweg, verstehen Talkshow-Redaktionen etwas von Dramaturgie. Das Format der spätabendlichen Politstreiterei krankt zumeist ja vor allem daran, dass die immer selben Menschen zu den immer selben Themen zusammensitzen - und am Ende in ihren lauthals vertretenen Meinungen so furchtbar weit gar nicht auseinanderliegen.
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"Kopftuch und Koran - hat Deutschland kapituliert?", fragte Sandra Maischberger ihre Gäste. (© dpa)
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Sandra Maischberger wollte am späten Dienstagabend in der ARD über eine Frage sprechen, die in diesen Zeiten, der von Thilo Sarrazins Buch ausgelösten (und inzwischen schon etwas leiser köchelnden) Integrationsdebatte, ziemlich naheliegend scheint: "Kopftuch und Koran - hat Deutschland kapituliert?"
Naheliegend oder nicht: Es wurde eine höchst spannende Sendung.
Mit Sandra Maischberger im Studio saßen zum großen Teil die üblichen Islam-Verdächtigen: der 86-jährige Journalist Peter Scholl-Latour; Publizist Udo Ulfkotte, der ständige Warner vor der islamischen Übermacht; Jürgen Fliege, ewiger Fernsehpfarrer und Toleranzprediger.
Und dann saß da, mit Rauschebart und Kaftan: Pierre Vogel, der "Superstar einer neuen Welle radikaler islamischer Frömmigkeit".
Vogel, einst mal evangelisch und später angesichts der Einsamkeit in der Welt zum Islam konvertiert, vor allem im Internet ein Star-Prediger, hält derzeit die Stadt Mönchengladbach in Atmen, weil er dort ein Zentrum für seinen vom Verfassungsschutz beobachteten Verein "Einladung zum Paradies" gründen will.
"Was versteht man unter Radikalisierung?", fragt er gleich zu Beginn zurück, als Moderatorin Maischberger wissen will, ob er junge Leute radikalisiere. Und auf die Frage, ob die Frau gleichberechtigt zum Mann sei, antwortet er: "Frauen sind gleichberechtigt, aber sie haben nicht die gleichen Rechte." Nun ja.
Im ersten Viertel der Sendung sagen alle Gäste brav genau das, wofür sie eingeladen wurden: Vogel will sich nicht zum Terroristen abstempeln lassen, Fliege will versöhnen, Scholl-Latour erzählt Geschichten von seiner Zeit in den arabischen Ländern, denen man nicht allein akustisch nur schwer folgen kann. Und Udo Ulfkotte will wissen, wie er es nicht als Gefahr für seine Kultur sehen soll, wenn Vogel fordert, Ehebrecher zu steinigen.
Bis Nourig Apfeld auftritt.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie sich ein Schlagabtausch entwickelt zwischen der Frau, die den "Ehrenmord" an der eigenen Schwester beobachtet hat, und dem Star-Prediger der "neuen islamischen Frömmigkeit".
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Sie veröffentlichen nun doch einen Artikel zu Frau Apfelds Buch "Ehrenmord" - Dankesehr. 3 x w sueddeutsche.de/wissen/immigration-und-integration-opfer-der-angst-1.1003149-2
Die Behauptung, dass Schlümpfe sehr wohl in Pilzen wohnen,
verstößt wohl gegen die AGB ... tut mir leid, ich werd's nicht wieder sagen. ;-)
dww
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GÄHN............
@Nachdenkliche ich kann Sie nicht daran hindern, Ihre eigenen Gedanken in meinen Text hinein zu interpretieren. Sie sollten aber nicht versuchen, mir diese unterschieben zu wollen, denn das halte ich für unanständig.
Ich bestätige Ihnen hiermit nochmals, daß Sie meine Aussage nicht verstanden haben, obwohl sie meiner Meinung nach recht eindeutig formuliert ist. Offensichtlich ist es auch Ihnen nicht möglich, zu erkennen, daß die Feststellung einer statistischen Häufung keinesfalls eine Verallgemeinerung ist und erst recht keine Beurteilung der gesamten Gruppierung, auf die sich die Feststellung bezieht. An derartig polemischen Diskussionen beteilige ich mich nicht.
Paging