Steueraffäre Hoeneß contra "Focus"

Die Anwälte von FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß gehen gegen den Focus vor.

(Foto: dpa)

Ein Bericht des "Focus" in der Steueraffäre um Uli Hoeneß hat womöglich ein rechtliches Nachspiel. Der Bericht, der Ende April erschien, wurde inzwischen dementiert, was der "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe auch wiedergibt. Eine Richtigstellung, wie sie Hoeneß' Anwälte fordern, verweigert er aber.

Von Viola Schenz

Die Steueraffäre des Uli Hoeneß ist um eine Facette reicher. Nach SZ-Informationen gehen Anwälte des FC-Bayern-Präsidenten gegen einen Artikel im Focus vor. Das Nachrichtenmagazin aus dem Hause Burda führte in seiner Ausgabe vom 29. April die Schlagzeile: "Strafsache Hoeneß - Sein Name war auf einer Steuer-CD".

In der dazugehörigen Titelgeschichte über die mutmaßliche Steuerhinterziehung, das Schweizer Konto und die Selbstanzeige des 61 Jahre alten Managers ist davon die Rede, dass die Staatsanwaltschaft in Bochum die Daten dieser sogenannten Steuer-CDs, die Namen und Summen deutscher Steuerbetrüger mit Schweizer Konten dokumentieren sollen, an die Staatsanwaltschaft München weitergeleitet habe.

Das hat die Bochumer Staatsanwaltschaft jedoch inzwischen dementiert: Ihr liege keine CD mit dem Namen Hoeneß vor, man habe demnach auch keine Informationen nach München weitergegeben.

In seiner aktuellen Ausgabe gibt Focus das Bochumer Dementi wieder. Hoeneß' Anwälte fordern nun darüberhinaus eine Richtigstellung, wogegen sich wiederum Focus und Burda-Verlag wehren: "Es liegt ein Anspruchsschreiben der Anwälte von Uli Hoeneß vor. Focus weist die Ansprüche jedoch zurück", teilt ein Focus-Sprecher auf SZ-Anfrage mit.

Sollten sich beide Seiten nicht einig werden und Hoeneß' Anwälte am Ende sogar über eine Richtigstellung hinaus auf eine Gegendarstellung bestehen, kann man den kommenden Focus-Titelseiten mit Spannung entgegensehen.

Üblicherweise werden Gegendarstellungen "an vergleichbarer Stelle und in vergleichbarer Aufmachung" gedruckt oder gesendet. So sieht es das deutsche Presserecht vor, und darauf bestehen meist auch die Betroffenen. Dass Focus-Herausgeber Helmut Markwort im Aufsichtsrat des FC Bayern sitzt, macht die Angelegenheit zusätzlich pikant.