ARD und ZDF bekommen 8,5 Milliarden Euro Zwangsgebühren im Jahr. Nun dringen sie mit Gratisangeboten in den Markt für Apps. Springer-Chef Mathias Döpfner sieht das Geschäftsmodell der Verlage für die digitale Welt bedroht.
Acht deutsche Zeitungsverlage, darunter Axel Springer, FAZ, WAZ, DuMont Schauberg und auch der Süddeutsche Verlag, in dem die Süddeutsche Zeitung erscheint, klagen gegen die kostenlose Tagesschau-App der ARD für iPhones und TabletPCs. Die Anwendung wurde bisher 1,7 Millionen Mal heruntergeladen. Mathias Döpfner, 48, Springers Vorstandsvorsitzender , erkennt einen Grenzbruch an sensibler Stelle. Die Existenz des Verlagsgeschäftes werde durch einen zügellosen digitalen Ausbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gefährdet.
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Springer-Chef Mathias Döpfner (Archivbild): "Wir kämpfen um unsere Existenzgrundlage." (© dpa)
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SZ: Herr Döpfner, warum klagen Sie jetzt beim Landgericht Köln gegen die Tagesschau-App der ARD, die es seit Dezember 2010 gibt?
Mathias Döpfner: Nach Beginn eines unlauteren Wettbewerbsverhaltens, und als solches sehen wir die Einführung der Tagesschau-App, hat man sechs Monate Zeit, eine Klage einzureichen. Bis zum Ablauf dieser Frist hatten wir versucht, auf dem Gesprächsweg sinnvolle Lösungen zu finden. Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich allerdings nicht kompromissbereit gezeigt.
SZ: Worin genau liegt der Konflikt?
Döpfner: Es geht um die Medienordnung in Deutschland. Die Apps der mit Gebühren finanzierten Sender beschreiben eine symbolische und faktisch außerordentlich problematische Entwicklung. Wir klagen, weil wir überzeugt sind, dass die App gegen den Rundfunkstaatsvertrag verstößt. Im Rundfunkstaatsvertrag, Paragraph 11d, Absatz zwei, Ziffer drei, steht: Nicht sendungsbezogene, presseähnliche Angebote sind unzulässig. Die Tagesschau-App ist sehr eindeutig presseähnlich und nicht sendungsbezogen, also nicht zulässig.
SZ: Markiert die Selbstverständlichkeit, mit der auf einem Markt überwiegend bezahlter Angebote ein kostenloses Produkt eingebracht wird, für Sie die Grenze der zumutbaren Aktivitäten von ARD und ZDF?
Döpfner: Ja. Die Klage ist der Warnruf einer ganzen Branche. Alle privaten Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, auch die privaten Fernsehanbieter sind in Sorge, dass im Zuge der Digitalisierung durch einen Missbrauch der dominierenden, marktverzerrenden Rolle der Öffentlich-Rechtlichen die Geschäftsgrundlage für Qualitätsjournalismus und damit Meinungsvielfalt in Deutschland verloren geht. Und auch die Vielfalt der privaten Presse, 351 verschiedene Zeitungen in Deutschland, ist schützenswert.
SZ: Fürchten Sie tatsächlich, dass den Verlegern durch Apps der ARD und des ZDF existenzbedrohende Nachteile entstehen?
Döpfner: Wir kämpfen um unsere Existenzgrundlage. Die Klage ist deshalb auch ein Aufschrei, der im politischen Raum vielleicht etwas mehr Sensibilität für die tektonischen Verschiebungen hervorruft, die wir gerade bei der Digitalisierung der Medien erleben. Mir scheint es, als sei die Digitalisierung noch nicht von jedem verstanden.
Wir haben im Internet leider generell eine Gratiskultur sich etablieren lassen, die nur schwer zu revidieren ist. Bei den Apps, bei den mobilen Angeboten auf Smartphones und Tablets, den digitalen Lesegeräten, also den Zeitungen und Zeitschriften der Zukunft, gibt es zum Glück eine Zahlgewohnheit. Es wird für alles bezahlt: für jedes Telefonat, jede SMS, MMS, für Apps.
70 Prozent der Apps, die in den Appstores von Apple stehen, sind kostenpflichtig. Wir müssen keine Gewohnheiten ändern, wir müssen nur durch die Qualität unserer Angebote überzeugen. Wenn nun die Öffentlich-Rechtlichen in diesen Markt eindringen, werden sie zu unseren direkten Wettbewerbern. Weil ARD und ZDF ihre Budgets durch Zwangsgebühren beziehen, können sie ihre Apps kostenlos anbieten und zerstören so das Geschäftsmodell der privaten Verlage.
SZ: Könnten Sie wie alle anderen Medienhäuser nicht selbstbewusster auf die eigene Qualität setzen, in diesem Fall auf eigene, gut oder besser gemachte Apps?
Döpfner: Mit Qualität hat das nichts zu tun. Wenn zwei sehr gute Produkte gleichen Charakters nebeneinander angeboten werden, das eine kostenpflichtig und das andere kostenfrei, dann ist doch klar, wofür der Leser sich entscheidet.
SZ: Die Tagesschau-App wurde bisher 1,7 Millionen Mal heruntergeladen ...
Döpfner: ... und die Verlage sind froh, wenn sie ein paar Tausend oder auch mal Hundertausend Downloads ihrer kostenpflichtigen Apps bekannt geben können. Es geht schlicht um die Frage, ob Qualitätsjournalismus als Geschäftsmodell noch Bestand haben wird. Auf Papier allein wird das nicht mehr gehen. Die Bedeutung der gedruckten Zeitung und Zeitschrift als Vertriebsweg für unsere Inhalte nimmt kontinuierlich ab. Den Trend kann niemand mehr ernsthaft bestreiten. Das heißt, die Zukunft des markengebundenen Qualitätsjournalismus liegt weltweit in den digitalen Vertriebskanälen. Und wir stehen mit Tablets und Smartphones erst am Anfang einer dynamischen Wachstumsentwicklung.
SZ: Sie trauen einer App zu, den Qualitätsjournalismus zu sichern?
Döpfner: Es geht um die mobilen Vertriebskanäle. Dort werden journalistische Inhalte konsumiert werden. Und wenn die digitalen Vertriebskanäle die Zukunft sind, dann geht es um die Frage: Wer wird dort im Wettbewerb stehen? Bisher standen die Fernsehsender untereinander im Wettbewerb, die Zeitungen und die Zeitschriften untereinander. Das gilt nicht mehr. Auf jedem Gerät finden sie heute bewegte Bilder, geschriebene Informationen ganz selbstverständlich nebeneinander und miteinander verzahnt. Es ist ein völlig neues Wettbewerbsumfeld entstanden. Das bedeutet: Entweder müssen die Öffentlich-Rechtlichen ihre Apps kostenpflichtig machen, oder sie müssen auf Apps verzichten. Oder sie müssen auf Gebühren verzichten. Alles andere ist nicht vertretbar.
SZ: Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, sagt: Die Zukunft des Qualitätsjournalismus könne nur in Kooperationen der Medienhäuser mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gestaltet werden.
Döpfner: Herr Wilhelm gehört zu den wenigen, die erkennen, dass es auch in der digitalen Welt eine wirklich duale Ordnung braucht, in der öffentlicher und privater Sektor existieren können. Aber was heißt Kooperation? Die Websites oder die Apps der FAZ, der Süddeutschen Zeitung, des Spiegel, der Welt oder anderer stehen in direktem Wettbewerb zu einem Anbieter der sich, ausgestattet mit 8,5 Milliarden Euro Jahresbudget, große Investitionen in die digitalen Vertriebskanäle leisten kann, ohne sich am Markt monetarisieren zu müssen. Die Verlage werden immer auf jeden zahlenden Werbekunden, jeden zahlenden Leser angewiesen sein. Da wird Kooperation schnell zur tödlichen Umarmung.
SZ: Was stört Sie mehr: die möglichen Einnahmeverluste durch die kostenlose Konkurrenz oder der Reichweiten-Nachteil, der nebenbei entsteht?
Döpfner: Beides. Lassen sie es mich ganz klar sagen: Wenn Gratisangebote der Öffentlich-Rechtlichen den Privaten das Geschäftsmodell in der digitalen Welt zerstören, wird es in den nächsten zehn Jahren Zeitungspleiten geben. Und dann werden irgendwann Gremien zusammentreten, um die Zukunft des Qualitätsjournalismus zu retten und den Zeitungen gnädig Gebühren anbieten. Verteilt und kontrolliert von politisch besetzten Beiräten. Und dann haben wir sie, die Staatspresse. Vielleicht ist die Idee ja für manchen verlockend, den politischen Einfluss auf diese Weise zu vergrößern.
SZ: Glauben Sie, dass noch viele öffentlich-rechtliche Gratis-Apps entstünden, würde man das jetzt nicht verhindern?
Döpfner: Die Tagesschau-App ist Ausdruck ungezügelter öffentlich-rechtlicher Expansion. Hier ist eine rote Linie überschritten worden.
SZ: Bisher sind Sie immer wieder zu Kompromissen bereit gewesen. Werden Sie sich nun anders verhalten?
Döpfner: Ich habe immer versucht, den Konflikt zu moderieren. Ich habe gesagt, dass man die Öffentlich-Rechtlichen fair behandeln muss. Denn ich glaube an das duale System. Auch ARD und ZDF brauchen einen Zugang zur digitalen Welt. Nur haben unsere Kompromissangebote nicht zu Einsicht, Verständnis und Augenmaß geführt, sondern im Gegenteil zu einer Mentalität der Hemmungslosigkeit. Teile der Politik unterstützen das. Man will es sich nicht mit den mächtigen Fernsehanstalten verderben und legt sich lieber mit der sehr heterogenen Printmedienlandschaft an.
SZ: Thomas Bellut, der nächste Intendant des ZDF, hat gerade angedeutet, dass er den Sender, was Apps betrifft, zurückhaltender führen möchte.
Döpfner: Ich habe das mit sehr viel Sympathie vernommen. Herr Bellut ist ein kluger Mann, der weiß, dass man sich auch zu Tode siegen kann. Er ahnt, dass es Menschen gibt, die es interessant fänden, unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten prüfen zu lassen, ob circa 150 Millionen Euro für Champions-League-Rechte, die das ZDF nun ausgeben wird, noch im Einklang mit dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stehen.
SZ: Es ist ein großer Schlag, den Sie und die anderen sieben Verlage stellvertretend gegen ARD und ZDF führen. Müssten die Verlage sich nicht als große Gruppe konsequenterweise auch darüber klar werden, wie sie ihre wirtschaftliche Existenz im Internet insgesamt sichern - also entscheiden, was an kostenlosen Inhalten sie weiter auf ihre Portale stellen? Derzeit ist das noch nahezu fast alles, was gedruckt verkauft wird.
Döpfner: Das stimmt. Im Grundsatz stehen die Verleger zusammen. Wenn es aber darum geht, in einer koordinierten Form Bezahlmodelle zu etablieren, ist das schwierig, auch verständlicherweise kartellrechtlich. Wir dürfen keine Absprachen treffen. Jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Kaum einer will der Erste sein, solange es starke kostenlose Konkurrenz gibt. Etwas mehr Mut täte gut.
SZ: Die Netzgemeinde findet es schick, alles frei zu bekommen. Mit der würde man es sich mit einer Pay-Strategie verderben.
Döpfner: Wir kennen die Sprüche: "The future is free." Nur wer seine Inhalte kostenlos anbiete, sei modern und liege im Zeitgeist. Das sind knallharte Wettbewerbsinteressen von Suchmaschinen und Piratengeschäftsmodellen. Davon lässt sich mancher verunsichern und übersieht, dass irgendeiner die Rechnung bezahlen muss. Journalistengehälter, unabhängige Recherchen können so nicht finanziert werden. Das Umsatzvolumen der Zeitungen in Deutschland beträgt 8,5 Milliarden Euro. Die Öffentlich-Rechtlichen setzen dieselbe Summe dagegen. Ich verstehe den Verleger, der in der augenblicklichen Situation sagt: "Wenn ich es nicht auch kostenlos anbiete, verliere ich nicht nur Geld, sondern auch Reichweite". Das ist das Dilemma.
SZ: Würden Sie, wenn ARD und ZDF nicht einlenken, auch bei der Europäischen Kommission für Wettbewerb Beschwerde einreichen?
Döpfner: Wenn wir nicht zueinander fänden, wird der nächste Schritt nötig, unter wettbewerbsrechtlichen und europarechtlichen Gesichtspunkten die Existenzberechtigung des öffentlich-rechtlichen Systems in Deutschland in Frage zu stellen. 1961, beim ersten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wurden zwei Kriterien definiert, die die Existenz von ARD und ZDF rechtfertigten: erstens die Frequenzknappheit, zweitens der hohe finanzielle Aufwand für das Betreiben einer Sendeanstalt.
Beide Kriterien sind heute faktisch, nachweislich seit der Digitalisierung, nicht mehr gegeben. Eigentlich könnte sich die Brüsseler Behörde hinstellen und sagen: Die Regulierungsbedingungen sind entfallen, das ganze Gebührensystem widerspricht insbesondere in der digitalen Welt dem europäischen Wettbewerbsverständnis.
Es gibt heute Hunderte Sender, Meinungsvielfalt, Vertriebskanalvielfalt ad libitum. Warum wird ausgerechnet in diesem Bereich vom Staat eingegriffen? Warum nicht, wie neulich ein Kollege vorschlug, in der Pharmaindustrie? Da gibt es ein viel höheres öffentliches Interesse. Man sieht, die Existenzberechtigung des öffentlich-rechtlichen Systems bewegt sich in der digitalen Welt auf dünnem Eis.
Meine Prognose ist: Je schamloser ARD und ZDF jetzt ihren Siegeszug, unterstützt von der Politik, fortsetzen und private Qualitätsangebote in die Knie zwingen, desto schneller kriegen wir diese Grundsatzdebatte.
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(SZ vom 25.06.2011/joku)
Ein Liebesbekenntnis an den FC Bayern
Man kann es kaum anders wahrnehmen: Das Interview liest sich, als wäre es für die Konzernzeitschrift der Springer AG geführt worden: von vorn bis hinten demütige Fragen und vorhersehbare Antworten. Was für eine irre peinliche Veröffentlichung, die sich die SZ hier leistet.
Tatsächlich stünde es dieser in meinen Augen guten Zeitung besser an, das Mediensystem mit starken und guten öffentlich-rechtlichen Medienangeboten zu stärken. Sollte es unter die Räder kommen, und auf wenig Anderes zielen die Einlassungen Döpfners letztlich ab, stieße man zugleich eines der besten Mediensysteme der Welt gleich mit über die Abgrundkante.
Erkennbar leisten die öffentlich-rechtlichen Anstalten mediale Aufarbeitung, Tiefe und Seriosität, die in dieser Kontinuität, sowohl regional als auch deutschland- und weltweit, eben von den Print-Angeboten nicht geschafft wird. Nah heran kommen die SZ und andere Qualitätszeitungen; diejenigen aus dem Hause Springer aber zählen eher nicht dazu.
Natürlich produzieren ARD, ZDF und Deutschlandradio auch gelegentlich Überflüssiges - manch eine Welle und manch ein Sendeplatz mit Sicherheit auch nicht nur gelegentlich, sondern programmatisch. Das aber darf nicht ablenken von den letztlich demokratiestützenden Inhalten, die tagein tagaus auch produziert werden. Mit Unterstützung von uns, den Gebührenzahlern. Ohne diese Inhalte stünden wir arm, sehr arm da.
Diese Inhalte nun in digitaler Form nicht anbieten zu dürfen, wie es eben auf Web-Seiten, Apps und allen künftig noch hinzu kommenden Internet-Anwendungen möglich ist, wäre Unsinn. Es schnitte uns von Informationen und Inhalten ab, die eben keiner Konzernlogik gehorchen, solchen also, die nur mit Hilfe eines öffentlich-rechtlichen Solidarprinzips zustande kommen.
Das wäre gefährlicher Unsinn. Weit gefährlicher noch, als der menschenverachtende Quatsch, den Döpfners Hauptgeschoss täglich verbreitet.
Was ich bei dieser ganzen Diskussion nicht verstehe, ist die Tatsache, dass die klagenden Printunternehmen ausblenden, dass es hier nicht allein um ihre wirtschaftlichen Interessen geht. Und wirtschaftlich, so hat Herr Döpfner noch vor kurzem erklärt, sei die AG glänzend aufgestellt. Passt natürlich nicht, wenn man eine Klage mit dem anstehenden Untergang der ganzen Zunft begründen will. Tatsächlich geht es hier um uns Rezipienten und darum, dass wir dafür büßen sollen, dass es bislang kein gewinnbringendes Konzept für Print-Unternehmen (bis auf einige wenige Ausnahmen) im Netz gibt. Und was können wir bitte dafür? Ich hätte als SZ-Abonnent nichts dagegen, gegen einen geringen Aufpreis, eine App zur Print-Ausgabe zu bekommen. Und wäre das dann nicht das gleiche Prinzip, wie das der Tagesschau? Und was ist eigentlich mit den Kollegen von n-tv, die, meines Wissens nach, ebenfalls eine kostenlose App anbieten. Wie will man denn diesen Halunken aus den eigenen Reihen beikommen? Oder die unerwähnten 30 % der Apps, die man sich auch heute schon kostenlos im Store laden kann? Die können ja wohl kaum alle öffentlich-rechtlich finanziert sein. Seit wann darf man sich eigentlich seinen Markt, am Kunden vorbei, zurechtklagen? Die Süddeutsche als Verhinderer und willfähriges Podium, das passt so gar nicht ins Bild. Vielleicht sollte man tatsächlich über einen Abo-Wechsel nachdenken.
Den Artikel als Interview zu bezeichnen, ist ja ganz schön frech. Man hätte Herrn Döpfner auch gleich einen Gastbeitrag schreiben lassen können, das wäre auf dasselbe herausgekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass solch ein peinliches Stück erschienen wäre, wenn Herr Jakobs noch Chef des Medienressorts wäre.
Geht es noch schlimmer? Die in der Printversion hervorragende Süddeutsche macht sich mit der Bild gemein?
Leider hat es die SZ (die ich seit Jahrzehnten abonniert habe und gerne lese) ebensowenig wie andere Zeitungen geschafft, einen hochwertigen, ansprechenden Auftritt im Internet hinzulegen, und die "App" für das iPhone ist ebenfalls bescheiden (letzte Aktualisierung Dezember 2010. Hm.).
Andere können das besser, beispielsweise die ARD oder Arte. Eigentlich wäre das ein Ansporn, Eure Webpräsenz und die Apps zu verbessern. Stattdessen versucht Ihr, die Konkurrenz zu verhindern, sich unappetitlich mit Springer im Schlamm suhlend.
Ja, die ÖR verwenden meine Gebührengelder. Und? Ihr verwendet meine Abonnementgebühren nebst Anzeigenerlösen (die bei den ÖR entfallen). Sollte diese Schlammschlacht erfolgreich sein, wird zumindest mein SZ-Abonnement durch eines der taz ersetzt. Selbst, wenn ich so einiges aus der SZ vermissen werde.
Presseähnlich = Zeitung = keine Zukunft im Netz! Glauben Sie wirklich, es geht einem Fernsehsender darum, im Internet "presseähnliche" Angebote zu machen? Ich glaube kaum. Denn wer sich ein bisschen auskennt weiß: Im Internet funktionieren v.a. "Bewegtbilder" also Videos. Davon hat die ARD bekanntermaßen sehr viele, qualitativ hochwertige und zudem täglich frisch produzierte. Ganz im Ggs. zu BILD, SZ und den anderen Klägern. Was soll dieser Scheinkampf um "presseähnliche" Inhalte, also Texte? Die junge Generation erreichen Sie damit jedenfalls nicht mehr. Fast schon symptomatisch, dass sich die großen Verlage immernoch daran klammern und sogar klagen und gleichzeitig damit untergehen...
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