Abhöraktionen, Kampagnen und unzählige Prozesse: Springer-Chef Mathias Döpfner bedauert die Art und Weise, wie die "Bild"-Zeitung in den siebziger Jahren mit dem Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff umgegangen ist - und verspricht Aufklärung. Wallraff sagt: "Ich bin auf das Ergebnis sehr gespannt." Bekommt eine der giftigsten Feindschaften in der deutschen Nachkriegsgeschichte doch noch ein Happy End?
Günter Wallraff und die Bild-Zeitung, das ist ein Verhältnis, das Bücher füllt. Der Enthüllungsjournalist schlich sich in den siebziger Jahren unter dem Decknamen "Hans Esser" bei dem Boulevardblatt ein - und beschrieb hinterher in seinem Werk "Der Aufmacher" die anrüchigen Machenschaften der Bild-Redakteure. Das Buch wurde ein Bestseller, der Wirbel war immens, es folgten unzählige Prozesse - Wallraff gewann sie alle. Bild wurde vom Bundesgerichtshof ausdrücklich als "Fehlentwicklung im Deutschen Pressewesen" bezeichnet. Seitdem galt der Mann aus Köln bei Bild als Gegenspieler schlechthin.
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Reagiert vorsichtig auf den Vorstoß von Verlagschef Döpfner: Günter Wallraff (© ddp)
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Dieser Feindschaft, die nun fast 35 Jahre währt, widmet sich der WDR. Versteckt im Nachtprogramm: der Film "Das Wallraff-Urteil und die Folgen". Darin kommt auch Mathias Döpfner zu Wort, der heutige Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG.
Döpfner spricht in gewundenen Sätzen, deren Inhalt erstaunt: Laut WDR bedauert er, wie die Bild-Zeitung Mitte der 1970er Jahre mit Wallraff umgegangen ist. Es sehe so aus, dass "damals Dinge in unserem Haus gelaufen sind, die sich mit unseren Vorstellungen, mit unseren Werten und im Rahmen unseres Handelns nicht vertragen", so Döpfner.
Die Aufarbeitung habe bereits begonnen: "Und wir sind gerade mitten dabei, das minutiös zu ergründen und aufzuklären." Und dann auch transparent zu machen. Man habe nichts zu verstecken, beteuert Döpfner, und formuliert umständlich: "Wenn damals Dinge falsch gelaufen sind, dann wollen wir sie heute zumindest wissen, um auch klar zu machen, so was tragen wir nicht mit."
Döpfner geht noch weiter in seinen vom Springer-Verlag inzwischen bestätigten Ausführungen. Der Konzernlenker preist sogar die Wirkung von Wallraffs verdeckter Recherche: "Fest steht, dass mit dieser Aktion sozusagen der Undercover-Journalismus in Deutschland sich etabliert hat und damit eine journalistische Form etabliert worden ist, die heute noch benutzt wird und die sicherlich auch vieles ans Tageslicht gebracht hat und gute Dinge bewirkt hat. Dass das für Bild damals ein Schock war, ist völlig klar, verständlich - aber von nichts kommt nichts."
Wenige Minuten, nachdem der WDR die Pressemitteilung mit diesen Zitaten publiziert hat, zieht Günter Wallraff den Text aus dem Fax in seinem Kölner Wohnhaus. Was er davon hält?
Der Rheinländer wählt seine Worte vorsichtig, aber er klingt positiv: "Es gibt Anzeichen dafür, dass das nicht nur Lippenbekenntnisse sind", sagt Wallraff zu sueddeutsche.de. "Herr Döpfner scheint das ernst zu meinen." Wenn der Springer-Konzern "das nun ehrlich und selbstkritisch aufklärt, bin ich auf das Ergebnis sehr gespannt".
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"Die ausführenden Instanzen des Geheimdienstes wurden bis heute nicht belangt. Nun hofft Wallraff darauf, dass auch die Hintermänner enttarnt werden - ausgerechnet mit Springers Hilfe."
Gerade jetzt, wo über den sog. "Verfassungsschutz" und anderer Geheimdienste unerträgliches ans Tageslicht kommt, kann man gespannt sein, wie dieser ganze Klüngel "zusammengearbeitet" hat.
Aber leider wird es bei der Hoffnung auf Aufklärung bleiben.
Letzendlich hat sich an den Methoden und der Berichterstatung der Bild über z.B. Minderheiten, Sarrazin etc. nichts positiv verändert, ganz im Gegenteil!
... einmal mehr schafft es Springer über die in den "Essentials" u. a. kodifizierte Aussöhnungsfolklore (die mir schon immer unehrlich und opportunistisch vorkam) die Kritiker zu entwaffnen, handzahm und letztlich mundtot zu machen.
Wann bitte hat die "Bild" sich verändert oder gebessert? Wann haben sie denn die Hetze, Häme, Ressentiments gegen unliebsame Minderheiten und randständige Einzelne eingestellt? Daß diese Minderheiten sich im Laufe der Jahrzehnte in ihrer Zusammensetzung geändert haben und teilweise komplett ausgetauscht wurden, das habe ich auch registriert. Und kommen Sie mir bitte nicht mit dem Vorwurf moralisierende Kritik an den publizistischen Machenschaften der "Bild" sei langweilig und wohlfeil, sie ist nichtsdestotrotz noch immer notwendig.
Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, daß anständige Journalisten (der SZ(on) unterstelle ich, daß diese dort in erklecklicher Zahl beschäftigt sind) gegenüber den Haß- und Hetzorganen des ASV einen moralischen Sicherheitsabstand zwecks Bewahrung der beruflichen Hygiene einhalten sollten. Keine Fraternisierung mit "Bild-Kollegen"!
dr.döpfners einziges pferd im stall BILD schwächelt wirtschaftlich und die leser rennen in schaaren weg,der rest des medienkonzerns,alte tanten und einen überteuert zuammengekauften hippen bauchladen
mit minirenditen wenn überhaupt,kriegen seine helfershelfer nicht in grif.
döpfner als gestalter und visionär,süßholzraspler allerorten,hatte noch nie ein konzept außer sparen und selbstbedienung.
ein geisterwirtschaftler vor dem herrn...
Als ob sich bei der BILD was geändert hätte. Bild bleibt das größte Drecksblatt der Zeitungsgeschichte und das am aufwändigsten bedruckte Klopapier aller Zeiten, welches ich meinem Allerw....n dennoch nicht zumuten würde.
zunaechst muesste sich bild bei boell entschuldigen in angemessner form ....posthum schwierig ....aber auch nicht
unmoeglich ....das ist spannend ...wie das gehn soll