BBC-Serie Der Doktor ist jetzt eine Frau

Fürchtet euch nicht: Jodie Whittaker glaubt, dass die Fans von Dr. Who keine Angst vor ihr haben müssen.

(Foto: Michael Buckner)

Die BBC-Kultserie "Doctor Who" bekommt mit Jodie Whittaker erstmals eine weibliche Hauptfigur. Fans sind begeistert - oder völlig entsetzt.

Von Alexander Menden

Es gibt keine verlässlichen Zahlen, aber ein Gutteil der BBC-Zuschauer des Herren-Finales in Wimbledon am Sonntag interessierte sich womöglich gar nicht für Tennis. Fans von Doctor Who schalteten ein, weil der Sender angekündigt hatte, dass unmittelbar nach dem Match zwischen Roger Federer und Marin Čilić die jüngste Inkarnation der Hauptfigur der Science-Fiction-Serie bekannt gegeben würde. Tatsächlich enthüllte nach drei erfreulich kurzen Sätzen ein Clip, dass der 13. Doktor eine Doktorin ist: In Jodie Whittaker wird erstmals in der mehr als 50 Jahre währenden Geschichte von Doctor Who eine Frau das Alien vom Planeten Gallifrey darstellen.

Doctor Who ist mit bisher 839 Folgen eine der erfolgreichsten BBC-Serien überhaupt. Der Verkauf der Senderechte in gut 50 Länder, Merchandising und Fantreffen bescheren dem Sender Hunderte von Millionen Pfund. Der Doktor, ein sogenannter "Time Lord", ist ein humanoides Alien, das in einer Zeitmaschine namens Tardis durch Zeit und Raum reist. Begleitet von wechselnden (weiblichen) Mitstreitern, kämpft er gegen andere Aliens, irre Wissenschaftler, steinerne Engel und seine Hauptgegner, Daleks. Sein wichtigstes Werkzeug ist dabei sein "Schallschraubenzieher", mit dem er Maschinen reparieren, verschlossene Türen öffnen und selbst schwere Verletzungen heilen kann.

Im Laufe der Jahre ist der Serien-Doktor von zwölf verschiedenen Männern dargestellt worden. Für Kontinuität sorgte der erzählerische Kniff, dass sich ein "Time Lord" nach seinem Tod regenerieren kann. Wer der beste Doktor war, darüber führen die Whovians hitzige Debatten. Der erste wurde von William Hartnell dargestellt, und war ein recht autoritärer Knochen. Favorit vieler ist der energiegeladene David Tennant, die zehnte Inkarnation. Dem 12. Doktor Peter Capaldi folgt nun also die 35-jährige Jodie Whittaker, die bisher vor allem mit der Fernsehserie Broadchurch auf sich aufmerksam machte.

Dass auch einmal eine Frau das Alien spielen sollte, war von Fans schon lange gefordert worden; manche waren weniger begeistert von der Idee. Entsprechend geteilt ist das (natürlich riesige) Echo in den sozialen Medien. Eine Twitter-Nutzerin namens Amy schrieb: "Endlich werden all die Mädchen, die Doctor Who sehen, sich als mehr als eine Begleiterin fühlen können." Die Gegenmeinung gibt es auch, vorgebracht etwa von einem erbosten Fan namens Richard, der einen weiblichen Doktor "lächerlich" findet: "Ich schaue mir die Serie nie mehr an. Dumme politische Korrektheit schlägt mal wieder zu."

Jodie Whittaker selbst bat die Fans, "keine Angst" vor ihrem Geschlecht zu haben. "Doctor Who steht für alles, was aufregend an Veränderungen ist", sagte die Schauspielerin. "Die Fans haben so viele Veränderungen erlebt, das hier ist nur eine weitere, aber keine, vor der man sich fürchten muss."

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