Die DFL will den Wettbewerb um die Bundesligarechte verschärfen - und dabei vor allem auch Internet-Anbieter mit einbeziehen. Eine Web-Übertragung der Bundesliga könnte das Aus für die ARD-"Sportschau" am frühen Samstagabend bedeuten.
Ende Mai sendete das Erste einen Rückblick auf 50 Jahre Sportschau. Dass man das Format in der ARD für ausbaufähig hält, zeigt zum Beispiel die Personalie Matthias Opdenhövel, 40, der kürzlich als neuer Moderator für die Sendung bei Pro Sieben abgeworben wurde und Showqualitäten mit in die Sportschau bringt. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) dürfte die ARD-Sportschau für ein - finanziell - ausbaufähiges Modell halten, obwohl gerade viel von einem Vermarktungsmodell der DFL die Rede ist, das angeblich das Aus für die Sportschau bringe.
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Seit 50 Jahren ein Markenzeichen der ARD - die Sportschau. Im Bild: Die Moderatoren Reinhold Beckmann (2.v.r.) und Gerhard Delling (2.v.l.), der Leiter der Programmgruppe Sport beim Westdeutschen Rundfunk, Heribert Fassbender (r.), und Redaktionsleiter Steffen Simon. (© dapd)
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Konkret geht es um neue Pakete für die Bundesligarechte nach Sommer 2013. Neben die bisherige Highlight-Verwertung - im Free-TV samstags von 18.30 Uhr an eben in der Sportschau - könnte ein konkurrierendes Szenario treten. Demnach würde die DFL eine frei empfangbare Highlight-Ausstrahlung als Web-TV-Recht ausschreiben, die samstags ab 19 Uhr zu sehen wäre. Das klassische TV könnte dann erst von 21.45 Uhr an über die Spiele berichten wie derzeit im Aktuellen Sportstudio im ZDF.
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärt dazu, die Clubs erwarteten "zurecht, dass die Bundesliga-Rechte optimal vermarktet werden". Aufgabe der DFL sei deshalb, "den dazu nötigen Wettbewerb zwischen mehreren Bietern zu schaffen". Dazu gehöre auch, unterschiedliche Szenarien anzubieten, in denen die denkbaren Übertragungswege unterschiedlich gewichtet werden. "Es liegt dann an den Geboten der Bieter, dass deren präferiertes Verwertungsmodell zur Umsetzung kommt", so Seifert. Man kann das als Aufforderung an die ARD verstehen, einen Preis zu nennen.
Stärken würde das neue Modell die Attraktivität von Pay-TV. Dort zeigen Sky und Telekom (IP-TV) die Bundesliga live. Zudem könnten neue Anbieter von Internet-Highlights profitieren. Donata Hopfen, Geschäftsführerin von Axel Springers Bild digital, signalisierte Mitte Mai bei einer Diskussion in Düsseldorf deutlich Interesse an exklusiven Bewegtbildern von der Fußball-Bundesliga ("Wir sind jetzt in der Lage, Rechte einzusammeln"). Auf Anfrage erklärt ein Springer-Sprecher, man äußere sich derzeit nicht zu einem möglichen Interesse am Rechteerwerb. Sicher ist, dass Bewegtbilder generell für die Attraktivität von Online-Plattformen künftig eine größere Rolle spielen.
Die entscheidende Rolle spielt das Bundeskartellamt. Die Behörde in Bonn hatte bislang verlangt, dass die Highlight-Verwertung im Free-TV samstags vor 20 Uhr stattfinden müsse. Dann wäre die neue Idee nicht umsetzbar. Derzeit wird mit Blick auf die anstehende Ausschreibung zwischen DFL und Wettbewerbshütern verhandelt. Ob der neue Präsident der Bonner Wächter, Andreas Mundt, einen anderen Kurs verfolgt als Vorgänger Bernhard Heitzer, ist nicht erkennbar, aber möglich.
Die DFL sucht immer wieder, ihre Verhandlungsposition mit Szenarien für alternative Vermarktungswege zu verbessern. Zuletzt war es ein eigener TV-Sender, für den die DFL seit 2009 eine Zulassung besitzt. Allerdings bietet die Sportschau der Bundesliga eine enorme Popularität, umgekehrt profitiert die ARD von dem teuren Sportrecht (circa 100 Millionen Euro pro Saison zahlt das Erste), das gut fürs Image ist und junge Zuschauer bindet. Steht am Ende eines alternativen Vermarktungsmodells das Kalkül, dass die ARD-Intendanten lieber noch mehr Geld investieren, um ihre attraktive Sportschau zu retten?
Axel Balkausky, Sportkoordinator der ARD, sagte am Dienstag, die DFL habe das nun beschriebene Vorgehen bereits vor einiger Zeit angekündigt, "weswegen die genannten Optionen schon allgemein bekannt waren". Dass die ARD um die Internet-Highlights mitbiete, sei "keine Option". Der Programmauftrag des Ersten umfasse "in erster Linie nach wie vor die Verbreitung erstklassiger Angebote über das Fernsehen".
So ein Angebot sieht Balkausky in der Sportschau und beruft sich auf die Wertschätzung des Formats beim breiten Massenpublikum: "Bei einer Vergabe an einen reinen Internetanbieter wären die Fans in Deutschland die großen Verlierer", vor allem ältere, weniger Internet-affine Menschen würden ausgeschlossen. 412 Millionen Euro erlöst die DFL derzeit aus der Liga-Vermarktung. ARD/ZDF stehen unter öffentlichem Druck, die Kritik an Ausgaben für teure Sportrechte wächst. Doch sie brauchen die Bundesliga und andere Sport-Events für die Quote - und die Liga braucht die Anstalten. Wer wen mehr braucht, das bestimmt am Ende den Preis.
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(SZ vom 08.06.2011/beitz)
Bundespräsident Gauck in Israel
Für was brauchen die Öffentlichen Quote? Die bekommen jedes Jahr annähernd acht MILLIARDEN!!!!! Euro in den Rachen geworfen und geben es völlig bedenkenlos willkürlich aus. Ist ja schließlich das Geld anderer Leute, da muss man nicht knausern. Und das Geld bekommen sie egal wie erbärmlich das Programm ist. Da laufen gefühlte 5000 Volksmusiksendungen mit völlig überbezahlten Karrikaturen wie Mister "I love Zauberfehenstaub" Silbereisen, Schnulzen von Rosa Pilcher und 100 verschiedene Daily Soaps. Nicht eine dieser Sendungen erfüllt die Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrags auf dem die Gebührenordnung basiert. Zusätzlich werden 13 Sendeanstalten finanziert von der jede einzelne eine exorbitant aufgeblähte Administration unterhält, die so viel Geld verschlingt, dass für anspruchsvolles Fernsehen offensichtlich nichts mehr übrig bleibt. So haben sich die Öffentlichen dem katastrophalen Niveau des Privat-Programms komplett angepasst und gleichzeitig immer wieder mehr Geld für die immer schlechtere Qualität gefordert und dank der Politik bekommen.
Hier hat, mal wieder, die Politik komplett versagt. Anstatt auf die Einhaltung des eigentlichen Sendeauftrags sowie das Gebot zum sparsamen Umgang mit "öffentlichen" Geld zu achten.
In diesem Fall profitieren Leute, die nichts können als gegen den Ball zu treten. Was wäre wohl aus einem Lukas Podolski geworden, wenn man mit Fußball kein Geld verdienen kann? Straßenfeger, Ladendieb, Junky?
Auf welcher Rechtsbasis kann man Menschen zwingen für Leute, die sie nicht sehen, hören oder sonstwie wahrnehmen wollen Geld zu bezahlen. Darf jeder Künstler, der ein Konzert gibt die Einwohner der Stadt, in der er gerade auftritt zwingen (und zwar alle!) 10 Euro zu bezahlen. Wieso also soll ich gezwungen werden Andy Borgs Gehaltsscheck zu bezahlen? Oder den von anderen Nichtskönnern?
Und jetzt zur Sportschau:
Ich liebe Fußball. Aber die Präsentation in der Sportschau ist unterirdisch. Auch hier hat man sich den Privaten voll angepasst. Das sind keine Sportsendungen, sondern jämmerlicher Boulevard, der ohnehin 95% der Sendezeit einnimmt. Deutschland hat die mit Abstand schlechteste Übertragungs- und Bericherstattungqualität im Sport (in den großen europ. Nationen). Also verkaufen wir die Bilder lieber ins Ausland und die sollen das dann gut aufarbeiten. So bleibt einem der bodenlose dt. kommentar erspart.
Partner adidas, Krombacher und Sky. Dann möge doch Sky die samstägliche Übertragung gestalten. Mal sehen, was die Sponsoren aus der werbenden Wirtschaft dann noch bereit sind, zu zahlen?
Ist die ARD eigentlich ein "inoffizieller" Partner? Bei ca. 100 Millionen gezahlten Gebühren-Euro für 34 Spieltage?
Das sind fast 3.000.000 Euro pro Spieltag!
Die DFL kann nur Glaubwürdigkeit gewinnen, wenn sie ARD und ZDF die kostenfreie Übertragung überläßt. Außerdem wäre ein Spieltag am Samstag, 15:30 Uhr, ausreichend. Dann wüßte man um 17.15 Uhr, wo der Lieblingsverein wirklich steht. Das "Auseinanderziehen" der Spieltage von Freitag bis Sonntag ist übrigens wettbewerbsverzerrend!
Die nächste Saison bringt Granaten wie Mainz, Hoffenheim, Augsburg, Freiburg und Wolfsburg.
Ein Spiel Augsburg - Hoffenheim z. B. hat den Reiz von warmer Limonade.
Lasst doch den Privaten diese Fußballduselei zweiter Klasse und senkt dafür die Gebühren.
Man schon viel Fantasie haben, um für solche Kicks im TV Werbung zu machen.
Diese Kicks sind grausam.
Behaupten die ör Sender nicht immer, dass sie keine Quote erfüllen müssten?
Ohne die Reichweiten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden die werbenden Wirtschaftsunternehmen nicht mehr bereit sein, noch mehr Sponsorengelder in die Bundesliga zu investieren.
Die Intendanten dürfen also ganz locker, aber hart in der Sache, bleiben. Anzustreben ist sowieso eine freie und kostenlose Übertragung. Fußball ist doch keine exklusives Ereignis, sondern beste Massenunterhaltung! Als ARD-Intendant würde ich der DFL sagen: "Wir zahlen ab 2013 gar nichts mehr! Sportübertragungen sind kostenlose Informationen"
Wenn die werbenden Unternehmen dann nicht mehr massenweise zu "sehen" sind, werden auch dort die Controller noch einmal nachrechnen. Ich glaube nicht, dass ein Automobilkonzern ein Auto mehr verkauft, nur weil er in der Bundesliga Bandenwerbung macht, aber er will unbedingt national präsent sein.
Die ARD-Anstalten mögen sich für eine freie Übertragung einsetzen statt sich "erpressen" zu lassen.
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