Alles wegen einer Jeans: Der mächtigste Mann der Welt sitzt im amerikanischen Fernsehen und muss sich rechtfertigen.
Als Präsident der Vereinigten Staaten muss sich Barack Obama für einiges rechtfertigen: für seine Politik, seinen Führungsstil, seine Entscheidungen. Doch nun hagelte es Kritik aus einer ganz neuen, fremden Ecke: Zu einem Baseball-Spiel erschien der Präsident in ausgeleierten, altmodisch geschnittenen Jeans - und dieser modische Fauxpas blieb von den Experten der Branche natürlich nicht unkommentiert.
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Diese ausgeleierte Jeans hat unter Mode-Experten zu Bestürzung geführt. (© Foto: AFP)
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Also sah sich Obama genötigt, seine Kleiderwahl im amerikanischen Fernsehen zu erklären - und outete sich dabei als Modemuffel. "Ich hasse einkaufen", sagte er. "Bis vor wenigen Jahren hatte ich nur vier Anzüge." Seine Jeans sei einfach bequem gewesen. Ganz im Gegensatz zu den modischen, eng geschnittenen Modellen, wie sie die Jugendlichen so gerne tragen: "Das steht mir nicht, ich bin doch keine 20 mehr."
Eigentlich hat Obama mit seiner Ehefrau Michelle eine Mode-Expertin an seiner Seite, die ihn bisher vor ähnlichen Fehltritten bewahrt hat. Weltweit wird die First Lady für ihren Stil gelobt. Ihr neuester Coup: Seit wenigen Tagen trägt sie eine modische Kurzhaarfrisur. Und auch ihr Ehemann schwärmt: "Sie sieht immer fabelhaft aus."
Vor besagtem Stadionbesuch hat Michelle Obama ihren Gatten wohl nicht mehr gesehen, sonst hätte sie ihm sicher von der Hosenwahl abgeraten. Doch so schlimm scheint die Kritik für den Präsidenten nicht gewesen zu sein: "All jenen, die wollen, dass ihr Präsident in irgendwelchen engen Jeans toll aussieht, muss ich sagen: Sorry, das bin nicht ich."
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(www.sueddeutsche.de/aro/bre)
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Er sollte sich nicht entschuldigen.
Es ist doch schön, wenn der Präsident, der traditionell derart von Beratern umschwärmt wird, dass er am Ende gar nicht mehr weiss, was er selbst gedacht hat, sich wenigstens ab und zu von den weichgespülten Medien-, Mode- und Wortwahlberatern emanzipiert.
Und für die Wähler ist das doch auch ein Zeichen: Das ist keiner aus dem Ostküstenadel und auch kein Ölbaron, das ist einer von uns.
Stolz sollte er sein, dass er die Souveränität besitzt, in einer Lieblingsjeans ins Stadion zu gehen!