In keinem anderen Land der EU ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Bevölkerung so gering wie in Deutschland. Von einer flächendeckenden Betreuung ist die Politik noch weit entfernt. Was das Amt noch über das Leben von Kindern herausgefunden hat.
In der Bundesrepublik leben immer weniger Kinder. In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der unter 18-Jährigen um 2,1 Millionen. Dies gab das Statistische Bundesamt in Berlin bekannt. "Deutschland ist das kinderärmste Land Europas", sagte der Präsident der Behörde, Roderich Egeler.
Video
Deutschland: – Immer weniger Kinder (© reuters)
Anzeige
Besonders stark ist der Kinderschwund in Ostdeutschland: Hier gab es im Jahr 2010 etwa 29 Prozent oder 837.000 Kinder weniger als zehn Jahre zuvor. Etwas besser sieht es im Westen aus: Hier ging die Zahl der Minderjährigen um zehn Prozent zurück. Insgesamt lebten in deutschen Haushalten im vergangenen Jahr 13,1 Millionen Kinder.
Egeler rechnet damit, dass der Anteil der Kinder an der Bevölkerung weiter schwindet. Selbst wenn jedes Jahr 100.000 Menschen nach Deutschland einwanderten, würde der Anteil der unter 18-Jährigen auf 14 Prozent im Jahr 2060 sinken. Derzeit liegt der Kinderanteil bei 18,8 Prozent. Jeder sechste Einwohner ist damit jünger als 18 Jahre. In anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Großbritannien oder in den Niederlanden liegt der Kinderanteil über 20 Prozent. In der Türkei ist sogar fast jeder dritte Einwohner jünger als 18 Jahre.
Die neuen Zahlen der Statistiker beruhen vor allem auf dem Mikrozensus 2010. Das ist die größte jährliche Befragung von Haushalten in Deutschland und Europa. Was das Amt noch über das Leben von Kindern herausgefunden hat - ein Überblick:
- Kinderarmut: Jeder sechste der 13,1 Millionen Minderjährigen ist davon bedroht. Das Armutsrisiko ist damit nicht höher als bei Erwachsenen. "Kinder in Haushalten von Alleinerziehenden sind am stärksten gefährdet", sagte Amtspräsident Egeler. Dies gilt für mehr als jedes dritte Kind, das nur bei Mutter oder Vater lebt. Von Armut gefährdet bedeutet nach der Definition der Statistiker, dass das jährliche Nettoeinkommen im Elternhaus unter dem Wert von 11.151 Euro liegt. In gut einem Fünftel aller befragten Haushalte mit Kindern unter 16 Jahren wird aus finanziellen Gründen auf eine jährliche Urlaubsreise verzichtet. Sieben Prozent der Haushalte gaben an, wegen Geldmangels bestimmte Freizeitangebote wie Sport oder Musizieren nicht nutzen zu können. Bei welchem Einkommen Armut beginnt, ist umstritten. Je nach Definition können deutlich niedrigere Armutsquoten als die des Statistischen Bundesamts herauskommen.
- Sterbefälle: Sie sind bei Kindern von ein bis vierzehn Jahren um etwa ein Drittel zurückgegangen. Dies liegt vor allem daran, dass in den vergangenen zehn Jahren deutlich weniger von ihnen durch Unfälle, Selbstmord oder Gewalt ums Leben gekommen sind. Als zweithäufigste Todesursache in diesem Alter nannten die Statistiker Krebserkrankungen wie Hirntumore oder Leukämie. Im Jahr 2009 wurden in der Altersgruppe von ein bis vierzehn 239 Sterbefälle wegen Krebs gezählt.
- Straßenverkehr: Im vergangenen Jahr verunglückte alle elf Minuten ein Minderjähriger im Straßenverkehr. 205 Kinder und Jugendliche starben dabei. Das Unfallrisiko ist seit 2000 aber zurückgegangen: Damals verunglückten noch fast dreimal so viele unter 18-Jährige wie zehn Jahre später. Besonders gefährdet sind Sechs- bis 14-Jährige auf dem Fahrrad. Bei den 15- bis 17-Jährigen erhöht sich das Risiko deutlich, im Straßenverkehr umzukommen - wenn sie ein Mofa oder Moped fahren.
- Familie: Jedes vierte Kind lebt als Einzelkind. Knapp die Hälfte der Kinder hat einen Bruder oder eine Schwester, wobei 76 Prozent der Minderjährigen bei verheirateten Eltern ihr Zuhause haben. Auffällig sind die familiären Unterschiede innerhalb Deutschlands: Der Anteil der Alleinerziehenden in den neuen Bundesländern ist mit 24 Prozent deutlich höher als im Westen. In Ostdeutschland leben auch dreimal so viel unter 18-Jährige in Lebensgemeinschaften ohne Trauschein.
- Betreuung: Immer mehr Mädchen und Jungen unter drei Jahren werden in einer Kindertagesstätte oder von einer Tagesmutter betreut. Mittlerweile sind dies 23 Prozent. Deutschland ist aber noch weit entfernt von der Zielmarke (38 Prozent): Wenn die Zahl der Betreuungsangebote, wie von der Bundesregierung geplant, auf 750.000 bis 2013 steigen soll, müssen bis dahin 280.000 Plätze neu dazukommen. Sind die Kinder groß und selbständig, scheint das "Hotel Mama" vor allem für junge Männer einen großen Reiz auszuüben: Mit 25 Jahren lebte noch mehr als jeder dritte Sohn bei den Eltern. Bei den jungen Frauen war es nur jede Fünfte. Langfristig zeigt sich dabei: "Junge Erwachsene verlassen ihr Elternhaus heute später als früher", sagte Amtspräsident Egeler.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
- Thema
- Kinderarmut RSS
- Deutschland ist kinderärmstes Land Europas Die überalterte Gesellschaft 03.08.2011
- Familien-Studie Jeder Fünfte alleinerziehend 29.07.2010
- Familien-Studie Arme Mütter 30.07.2010
- Familien-Studie Der Mythos vom Elternglück 04.03.2011
- Bericht des Statistischen Bundesamts Zwei Millionen Kinder von Armut bedroht 03.08.2011
(SZ vom 04.08.2011/vs)
Es geht doch gar nicht ums ewige Leben, es geht darum, dass es so eingerichtet ist, dass Lebewesen Nachwuchs haben.
In der menschlichen Gesellschaft werden Kinder aber auch gebraucht, um später mal die alten Eltern (und Tanten und Onkel) zu versorgen, sei es persönlich, sei es matereriell, wenn die dann nicht mehr sich selbst vorstehen können.
Das bedeutet, auch Sie brauchen dieses Kinder, egal, ob es Ihre eigenen oder fremde sind.
Das ist einfach so und lässt sich nicht wegreden.
Oder haben Sie eine Idee, wie Sie sich später mal unter lauter Alten und vllt. sogar an Alzheimer Erkrankten über Wasser halten wollen, wenn es keine jüngeren Menschen mehr gibt?
Der Hauptgrund für eine sinkende Kinderzahl in Deutschland ist folgender:
Seit der einsetzenden Emanzipation wird im Verborgenen und offen ein Kampf um die gesellschaftliche Vormachtstellung im Staat ausgefochten.
Endresultat: A) Matriarchat B) Patriarchat
Die Umwälzung von B) Patriarchat hin zu A) Matriarchat ist eine Revolution und schon seit etwa den 70er Jahren im Gange. --> Pillenknick
Das heißt die Folge davon sind die sinkenden Kinderzahlen.
Kriegsschauplätze:
1.Arbeitsleben
2.Privatleben
3.Gericht
4.Öffentliche Meinung (Medien)
Resultat: Systemzusammenbruch Deutschland, wenn die Revolution so weitergeht.
Fazit: Die Geschichte wird zeigen, welches System tragfähiger ist. Ein dauerhafter Kampf um die Vormachtstellung auf allen gesellschaftlichen Ebenen führt jedoch zu dem derzeitigen Zustand.
Die Liebe fehlt.
So haben also die Erbsenzähler die Theoretiker bestätigt. Und wie hilft uns das jetzt weiter?
Die Zahl der Einzelkinder steigt. Einzelkinder sind aber eher geneigt das System Hotel Mama zu nutzen. Ein Junger Mensch, der sein Zimmer mit 1-3 Geschwistern teilen muss ist eher bereit, sich eine eigene Bleibe zu suchen. Der Druck der Eltern auf den Nachwuchs ist dann auch größer. (Haben alle Kinder ihre eigenen Zimmer dann sieht die Sache schon wieder anders aus).
Hotel Mama ist aber auch eine ökonomische Zwecklösung, die auch davon abhängt, das junge Menschen eben heute länger brauchen um sich eine eigene Existenz aufzubauen. Generation Praktikum eben. Wer heute trotz guter Ausbildung keinen Job findet hat eben nicht die Kohle um eine eigene Wohnung zu finanzieren. Von der Gründung einer Familie ganz zu schweigen. Selbst wenn dann die gut ausgebildeten jungen Leute einen Job finden, dann ist das häufig eine befristete Tätigkeit oder man braucht gleich mehrere Jobs um sich über Wasser zu halten. Womit wir bei den prekären Verhältnissen angekommen sind, in denen auch immer mehr Menschen mit hohem Bildungsniveau leben.
Der zweite Fall, sozusagen das andere Ende des Spektrum, sieht aber nicht besser aus. DINKS (Double income - no Kids) haben vor lauter Karrierestress keine Zeit für eine Familiengründung. Egal wer sich dann um die Kinder kümmern muss, dessen Karriere ist dann vorbei.
Stellt sich im ersten Fall dann tatsächlich ungewollt Nachwuchs ein oder hält das junge Glück eben nicht, dann ist die Gefahr groß, das die betroffenen Eltern im ersten Fall in die Armut abrutschen.
Dieses Risiko scheuen intelligente junge Menschen, zu recht, viel eher als weniger intelligente junge Menschen (Erstere sind sich des Risikos deutlicher bewusst und haben mehr zu verlieren). Wobei wir dann bei der bildungsbedingten Schieflage in der Geburtenstatistik angekommen wären, die der Mikrozensus aber wohl lieber nicht so genau untersuchen wollte.
"Wer Kinder hat ist egoistisch ! Und warum ? Weil nur von demjenigen was auf Erden bleiben wird (ewiges Leben...ongoing..) der Kinder hat !"
Auch wenn Sie es vielleicht ironisch meinen, so kann ich das nicht einfach so stehen lassen. Den jeder, der so etwas sagt, hat die enorme Verantwortung, die sich hinter einem Kind verbirgt nicht verstanden. Es mag sein, dass in der Tierwelt man sich zwecks Arterhaltung vermehrt, jedoch sprechen Sie hier von Menschen. Diese unterscheiden sich von der Tierwelt dadurch, dass sie sich dessen bewusst sind, was sie machen (das trifft leider nicht auf alle Mitglieder unserer Spezies zu). Wenn ich mich also dazu bewusst entschieden habe, dass ich mit meiner Frau ein Kind haben will (was natürlich auf Gegenseitigkeit basieren sollte), habe ich wenigstens versucht die Verantwortung zu erahnen, die mit einem Kind kommt. Gemessen an den Scheidungen und den Kindern, die davon (immer negativ) betroffen sind, gehen nicht alle Menschen genau so vor. Das ist eine Schande für die Menschheit.
Zum Schluss will ich auch mit einem großen Spruch aufwarten:
Es ist richtig, in unseren Kindern (Nachfahren) werden wir ewig leben. Wie wenig wir uns dessen bewusst sind sieht man an unseren Mentalität, den Wir haben uns die Welt von unseren Kindern geliehen. Wir gehen aber erschreckend mit ihr um. Was wir unseren Kindern hinterlassen ist eine Welt die noch weiter zerstört ist, als die, die wir von unseren Eltern bekommen haben.
"In unseren Kindern leben wir weiter auch wenn wir tot sind."
Naja ... unsere Gene können wir nur unseren Kindern weitergeben,
aber unsere Werte und Erfahrungen können wir auch anderen Lebensanfängern nahebringen, das ist -glaubich- das wichtigere Erbe.
dww
Paging