Pinke Häuser und eine Kapelle für den Schutzpatron der Schwulen: Der Bürgermeister von Moclinejo will den Ort zum "ersten Gay-Dorf der Welt" machen. Doch die rosaroten Träume des Politikers irritieren selbst die Vertreter von Schwulenorganisationen. Sie befürchten eine Ghettoisierung - und vermuten finanzielle Interessen hinter den Plänen.
Allmählich werden die Andalusier bekannt dafür, dass sie gleich ganze Dörfer umwidmen, um die Gunst bestimmter Touristengruppen zu erheischen. Vor ein paar Jahren sorgte Júzcar international für Aufsehen, indem es zum Schlümpfe-Dorf mutierte: Alle Häuser wurden blau. Nun hat sich ein 1200-Einwohner-Dorf namens Moclinejo, nicht weit von Málaga gelegen, wohl die Schlagzeilen der Weltpresse gesichert. Nach dem Willen des konservativen Bürgermeisters Antonio Muñoz soll der Ort sich im kommenden Jahr feierlich zum "ersten Gay-Dorf der Welt" erklären - und das dann auch stolz auf das Ortsschild schreiben.
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Wenn Moclinejo erst einmal das "erste Gay-Dorf der Welt" ist - wie es der Plan des Bürgermeisters und eines Unternehmers ist - sollen Homosexuelle in dem spanischen Örtchen "wirklich Freiheit" atmen können. (© REUTERS)
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Hinter der Idee steht offenkundig ein Medien-Unternehmer und Event-Manager namens Javier Checa. Er organisiert unter anderem die Veranstaltung "Expogay", die im Oktober in Torremolinos (Málaga) stattfinden soll. Sein Ansinnen sei es, dass ein "wahrhaft schwules Dorf" entstehe, wo Homosexuelle "wirklich Freiheit" atmen können, "wie im Zentrum Manchesters". Man habe sich lang genug versteckt.
Selbst die Kirche soll "dem Schutzpatron der Schwulen" gewidmet werden
Schwulenaktivisten runzeln dennoch die Stirn. Salvador Rubio, Sprecher des Schwulen-, Lesben-, Bi- und Transsexuellen-Verbandes Colega vermutet, dass es sich bloß um eines dieser Projekte handelt, von denen Spanien genug hat: Immobilienspekulation. Überhaupt: "Freiheit entsteht nicht dadurch, dass man Ghettos schafft."
Kern der Umwidmung des Dorfes ist nämlich der Bau von 600 Wohnungen, die dann rosa angestrichen werden sollen. Angeblich steht schon jetzt ein Immobilien-Bewerber bereit, ebenso angeblich soll es schon Interessenten für die Wohneinheiten geben, vor allem in Russland und Deutschland.
Checa jedenfalls redet von der Zukunft, als sähe er schon jetzt die Häuser pink zwischen Olivenhainen und Mandelbäumen schimmern. Er spricht von der Einrichtung eines Parks fürs "Cruising", bei dem Gays ungestört und anonym nach Sexualpartnern suchen können, sowie der Umbenennung von Straßen und Plätzen. Letztere sollen Schwulenaktivisten gewidmet werden. Nicht mal vor der Kirche macht Checas Phantasie halt. Die örtliche Kapelle solle "dem Schutzpatron der Schwulen gewidmet werden, dem Heiligen Sebastian".
Was Moclinejos Pfarrer davon hält, ist noch nicht bekannt. Dafür macht Bürgermeister Muñoz keinen Hehl daraus, dass hinter der Initiative weniger ideologische denn pekuniäre Gründe stehen. Sie soll vor allem Geld in die Gemeindekasse spülen. Die Schulden von Moclinejo belaufen sich auf fast 37 Prozent des Haushalts, mit 100 Arbeitslosen entspricht die Gemeinde ganz der landesweiten Misere. Einige Bauaufträge und mehr Tourismus täten gut. Doch ob das reicht?
Erste Umfragen der örtlichen Presse zufolge ist die Resonanz der Bevölkerung tendenziell positiv. Einige Einwohner geben lediglich zu bedenken, dass sich rosa Gemäuer mit den traditionell weißen Wänden beißen würden. Andere wiederum würden auch die arabeske Altstadt pink anmalen.
Zurückhaltender zeigte sich der örtliche Sprecher der Konservativen. Sein Kommentar zu den Plänen: "Die Attraktivität einer Ortschaft bemisst sich nicht an der sexuellen Orientierung ihrer Bewohner."
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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(SZ vom 02.09.2011/jobr)
Brasiliens Präsidentin Roussef
Interessant ist dann die Frage: Wie vermehren sich die Dorfbewohner?
das ich genauso.
Ich als schwuler Mann würde NIE in eine Umgebung ziehen wo ich nur von 'meinesgleichen' umgeben bin. Die sogenannte Stutenbissigkeit unter Frauen ist nichts gegen die Zickenkriege unter Schwulen.
Das was man als Community bezeichnet gibt es kaum noch. Früher, als man noch für mehr Rechte und Anerkennung kämpfte, gab das einen Zusammenhalt. Heute sonnt sich eine neue Generation im Erreichten, und die EItelkeit regiert (wie überall halt).
Mal einen Abend in die Szene, hier und da, ist erträglich; aber dauernd? Niemals!
alle schwulen stehen auf rosa