Der Käse besteht aus Pflanzenfett, der Schinken aus Stärke-Gel: Um Kosten zu sparen, nutzen immer mehr Hersteller Zutaten, die nicht in diese Lebensmittel gehören.
Eigentlich müsste man mit einem Minilabor, einem Taschenrechner und sehr viel Zeit durch die Supermarktgänge streifen. Vielleicht hätte man dann eine Chance, zu erkennen, wann echter Käse im Einkaufswagen landet und wann es sich um den sogenannten Analog-Käse handelt - eine Mischung aus Wasser, pflanzlichen Fetten, Eiweiß, Stärke, Farbstoffen und Aromen.
Was genau im Einkaufswagen landet, weiß man oft selbst bei einem genauen Blick auf die Verpackung nicht. (© Foto: AP)
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Nicht nur beim Käse wird getrickst: Wer denkt, Frühstücksschinken besteht aus einem natürlich gewachsenen Stück Fleisch, muss mittlerweile als naiv gelten und sollte besser genau hinschauen. Denn häufig handelt es sich bei der Schinken-Scheibe nur um ein Stärke-Gel, in das Fleischstückchen eingesetzt werden. Kleingeschnitten wird der Kunst-Schinken über Pizzen oder Salate gestreut und ist vom normalen Schinken kaum zu unterscheiden. Der Verbraucher merkt meist nichts davon - und der Hersteller freut sich über 40 Prozent Ersparnis.
Am Mittwoch berichtete der Donaukurier, dass bei Proben in Bayern in 30 von 78 Fällen Imitate statt des angeblichen Schinkens gefunden wurden. Ähnlich sieht es auch bei anderen Lebensmitteln aus: Für den Geschmack im Eis sorgt nicht mehr die Vanilleschote, sondern synthetisch hergestellte Aromen. Und das Pesto, das mit der "original italienischen Rezeptur" wirbt, besteht häufig nicht nur aus Pinienkernen und hochwertigem Olivenöl, sondern wird mit billigeren Ersatzzutaten wie Cashew-Nüssen und Sonnenblumenöl gestreckt. Die "Schokofüllung" bei Keksen hat mit Schokolade nichts mehr zu tun - oft handelt es sich dabei um eine minderwertigere Masse aus Kakao und Stärke. Und was als Krebsfleisch angepriesen wird, ist oft nichts anderes als gepresstes Fischeiweiß.
Nur 60 Prozent Fleisch im Schinken
"Dass Verbraucher in die Irre geführt werden, ist leider die Regel", sagt Martin Rücker vom Verein Foodwatch, der sich für die Rechte der Verbraucher einsetzt. "Dabei wissen die Behörden in Bayern seit 15 Jahren von solchen Betrugsfällen. Aber die Hersteller solcher Kunst-Produkte werden nicht veröffentlicht." Stattdessen würden Statistiken über den durchschnittlichen Fleischgehalt im Schinken erhoben. Der ist mittlerweile auf unter 60 Prozent gesunken.
Die Hersteller verweisen unterdessen auf die Verpackung: Dort sei jede Zutat vermerkt. Damit sind sie rechtlich abgesichert - doch nur die wenigsten können das Kleingedruckte entziffern und verstehen, was es bedeutet.
Ernährungsexpertin Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale München rät deshalb dazu, sich das Zutatenverzeichnis ganz genau anzuschauen, denn der am meisten enthaltene Stoff steht an erster Stelle. "Wenn auf einer Packung Erdnüsse von Wasabi-Geschmack die Rede ist, sollte man nachlesen, wie dieser hergestellt wird." Wenn dann statt des japanischen Meerrettichs nur von Aromen und Geschmacksverstärkern die Rede sei, handelt es sich um ein Imitat, sagt Schubert. Und ein Verbraucher, der weiß, dass Cashew-Kerne nicht in ein Pesto gehören, wird auf die Angabe in der Zutatenliste nicht reinfallen.
Um dieses Wissen zu schulen, veranstaltet die Verbraucherzentrale auf Nachfrage Einkaufstrainings. Hilfe bietet auch die Internetseite www.abgespeist.de, bei der man die Zusammenstellung einzelner Produkte nachlesen kann. Die Betreiber haben es sich zur Aufgabe gemacht, Werbelügen zu enttarnen: zum Beispiel, dass die neue, von Alfons Schuhbeck beworbene Champignon-Creme-Suppe aus der Dose nicht viel mehr enthält, als die herkömmliche Tütensuppe.
Der Verbraucher sollte die Wahl haben
Mehr Transparenz forderte auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner am Mittwoch in Berlin: "Da, wo Schinken oder Käse draufsteht, muss auch Schinken oder Käse drin sein", sagte sie. "Es sollte eine freiwillige Selbstverpflichtung der Gastronomie geben, solche Produkte nicht mehr anzubieten." Die CSU-Politikerin warnte die Wirtschaft vor negativen Folgen. "Wenn sich das mal einschleicht, hat man auch einen Ruf zu verlieren. Der alleinige Preiskampf vermindert deutlich die Qualität der Lebensmittel."
Schädlich für die Gesundheit sind diese Ersatzprodukte zwar nicht. Doch Betrug bleibt Betrug, findet Rücker. "Fair wäre es, wenn offen gekennzeichnet wäre, bei welchen Lebensmitteln es sich um Imitate handelt." Denn dann könnte der Käufer wenigstens selbst entscheiden, was in seinem Einkaufswagen landet.
(sueddeutsche.de/dpa/bre)
Heftige Erschütterung in Norditalien
Zitat aus Wikipedia:
"Plagiat (vom lat. Wort plagium, Menschenraub abgeleitet) ist die Vorlage fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes oder Teil eines eigenen Werkes. Dieses kann sowohl eine exakte Kopie, eine Bearbeitung (Umstellung von Wörtern oder Sätzen), eine Nacherzählung (Strukturübernahme) oder eine Übersetzung sein."
Menschenraub bei Bahlsen?
Mein Gott...
Sorry,
aber für jeden der beim Einkaufen ein wenig umschaut ist das doch nichts neues.
Neu ist jetzt nur der Aufschrei durch die Medien, dass es jetzt alles nochmal hochgespült wird - und der Aktionismus der Politik - jetzt was zu machen wo sich das Stimmvieh so kurz vor der Wahl ein wenig aufregt. Da hätte letztes Jahr schon was gemacht werden können, als der Schinkenskandal zum ersten Mal durch den Blätterwald rauschte (ja das war schon letztes Jahr! Auch im Zusammenhang mit Pizzalieferservice)
Am Wochenende ist mir bei den Einkäufern in diversen Märkten kein geändertes Einkaufsverhalten der Konsumenten aufgefallen.
Ich lese mir grundsätzlich die Zutatenliste der Artikel durch und lass auch schon mal was stehen und such Alternativen.
Und wenn ich mal zum Burgerbrater gehe, weiss ich was ich da zu erwarten habe...
(da soll übrigens ein neuer toller Dokumentarfilm ins Kino kommen... zum Thema Lebensmittel und Fleisch - grusel *g*)
... wird mit Durchfall nicht unter 2 Jahren bestraft.
Welcher Politiker jetzt nach einer freiwilligen Selbstkontrolle ruft hat das Ausmaß nicht erkannt, dass unserm höchsten Gut dem Lebensmittel seit Jahren aus Profitgier angetan wird. Nur der alte Spruch Wasser predigen und selbst Wein saufen passt auf Frau Aigner und seinen Vorgänger hervorragend. Wenn wir diese Schergen weitermachen lassen, ist der Film Soylent Green bald kein Science Fiction Film mehr.
Hoffe das die Landwirte irgendwann wirklich Ware wiede rrichitg verkaufen können und nciht von der Lebensmittleindustrei nur benutzt werden um Profite zu machen.
Wenn der Verbraucher weniger kauft dafür aber echter gute Ware hat das Spiel so oder so ein Ende. Dann muss auch ein Aldi und CO. klein beigeben.
Lebe hier in USA und was da in den Laden kommt da ist euere Bericht gerade mal ein billiger ABklatsch. Es ist zum Ratten vergiften aber nciht als gesinde ernährung. Deshalb renn dann auch 12 jährige mit Monsterbusen herum, dem Hormonstaat sei dank, etc. etc.. Es wird ja auch all überall vom FOOD PROCESSOR gesprochen warum wohl. Ich kann in ganz USA keinen Joghurt finden der es wert ist Joghurt genannt zhu werden. Nur verpnschter Billig FATFREE Müll. Wenn der Verbraucher nicht aufpasst und den Möll boykotiert wird er schnell amerik. Zustände haben.
Wer mehr zahlt hat keinerlei Garantie, dass die Zutaten dann besser sind. Letztlich gilt: Wer nicht Lebensmitteltechniker ist, hat kaum noch Chancen, was Anständiges zu essen zu bekommen.
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