Hinsichtlich des UKFC argumentiert Hunt, durch die wegfallenden Verwaltungskosten werde mehr Geld für die Filmförderung frei. Doch erstens lässt er dabei unerwähnt, dass viele der Quango-Angestellten Arbeitsverträge haben, die ihnen eine staatliche Weiterbeschäftigung garantieren. Der Spareffekt wird also minimal sein. Und zweitens ist bisher vollkommen unklar, was an die Stelle des UKFC treten soll, wenn es plangemäß im Jahre 2012 abgewickelt ist.
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Der nächstliegende Kandidat wäre das British Film Institute (BFI). Es fungiert momentan vor allem als Bewahrer des britischen Film- und Fernseherbes. In seinem Archiv lagern mehr als eine Viertelmillion Filme und Filmausschnitte sowie eine halbe Million Fernsehprogramme. Vor der Gründung des UKFC fiel dem BFI auch die Rolle als Förderstelle zu.
Doch das Film Council wurde gerade deshalb etabliert, weil eine einzelne Institution mit Archivierung und Subvention überfordert wäre. Seitdem sind die Mittel, die es zu verteilen gibt, deutlich angewachsen. Weder das BFI noch der andere mögliche Kandidat, das für die Kunstsubvention zuständige Arts Council, scheinen für eine solche Funktion logistisch gerüstet, zumal das Arts Council, eine weitere Quango, selbst um seine Existenz fürchten muss.
Eine Möglichkeit, den Druck zu reduzieren, wäre die Streichung eines Großteils der Fördermittel. Dazu hat sich Jeremy Hunt bisher nicht näher geäußert. Klar ist jedoch, was der bisherige UKFC-Leiter John Woodward so zusammenfasst: "Welche Strukturen zur Unterstützung britischer Filmemacher auch immer erhalten bleiben, sie werden in jedem Fall fragmentierter, weniger einflussreich und inkohärenter sein."
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(SZ vom 12.08.2010/feko)