Unbeholfener Rap zu ollen Trance-Sounds - "Die Antwoord" kokettiert mit der hässlichen Seite des weißen Südafrika und stellt die Definition des Fake in Frage. Im Internet avanciert die Combo zum Hype.
Gerade als man mit Genugtuung die ersten guten Popplatten dieses Jahres zur Kenntnis nahm, von etablierten bis legendären Bands wie Hot Chip, Midlake oder Massive Attack, da stellte sich schon dieses leicht enervierende Gefühl ein, dass es mal wieder Zeit für etwas Neues wäre, für etwas wirklich Aufregendes.
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Die Musikvideos der südafrikanischen Band Die Antwoord wurden im Netz zum großen Erfolg. Nun folgt ein Album und eine Tour durch Europa und Amerika. (© Foto: oh)
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Und noch ehe man sich dieses Wunsches voll bewusst wurde, war es auch schon da. In Form mehrerer Musikvideos einer südafrikanischen Band namens Die Antwoord. Der Name heißt "Die Antwort" auf Afrikaans, der Sprache der weißen Minderheit in Südafrika, was angesichts deren geschichtlicher Rolle eher negativ konnotiert ist. Das passt aber gut ins Konzept, denn das Personal von Die Antwoord gibt sich alle Mühe, das Publikum zu verwirren.
White-Trash-Suburbia
Da ist der Rapper mit dem albernen Namen "Ninja", ein ausgemergelter Junkie-Look-a-Like mit verwaschenen Tätowierungen und stechendem Blick. Ihm zur Seite steht eine beängstigend schmale Frau mit seitlich ausrasierten Haaren, genannt Yolandi, und ein apathischer übergewichtiger DJ. Und sie machen Außergewöhnliches.
Ihre Musik partizipiert an dem zuletzt sehr angesagten Ghetto-Rave, jener internationalen Spielart elektronischer Musik, bei der tiefe Bässe, altmodisch peitschende Elektrobeats mit Sirenengeheul und regionalen Anleihen vermischt werden. "Zef" nennen sie das, was auf Afrikaans so etwas wie "Proll" heißt.
Die Antwoord klingt insofern bemerkenswert, als sie schamlos kitschige Trance-Sounds aus den frühen neunziger Jahren adaptiert. Dazu rappt besagter Tunichtgut Ninja: unbeholfen, ein bisschen wie der berüchtigte Weißbrot-Rapper Vanilla Ice.
Und doch hat es etwas Faszinierendes, wie er rasant-holperig und mit viel rollenden R Afrikaans und Englisch mischt. Ist seine Komplizin Yolandi am Mikrophon, dann klingt es, als stoße ein hyperaktives Kind Verwünschungen in einer nur ihm bekannten Sprache aus.
Das eigentlich Irritierende aber sind die Videos, etwa das zu dem Song "Zef Side". Es ist an sich nicht ungewöhnlich: Man sieht die Band in einem heruntergekommenen Wohngebiet herumhängen, grimmig schauen und tanzen.
Es sind die kleinen Effekte, die das Interesse wecken: der spastische Tanz des Rappers, der nur eine "Dark Side Of The Moon"-Boxershort trägt; der alte Mann mit den amputierten Beinen, der seinen Rollstuhl im Takt wiegt; der plötzliche Blick der Sängerin in die Kamera - irgendetwas mit ihren Augen stimmt nicht - der diese eigentlich ungeheuer attraktive Frau wie einem Albtraum entstiegen erscheinen lässt.
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Ich hatte das Vergnügen, Waddy Jones im Jahr 2002 in Kapstadt persönlich kennenzulernen. Er war damals schon mächtig durchgeknallt und zugleich ein großes Talent, als Rapper, als Songwriter als kongenialer Selbstinszenierer.
Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist, wie der Autor des ansonsten recht gelungenen SZ-Artikels den Begriff "unbeholfen" im Zusammenhang mit Ninja/Waddy's rap-Künsten verwenden kann. Trash ja, Kitsch gerne, irrsinnig sicherlich auch, aber eines sind seine rasenden Reime in seinem ganz eigenen Englisch-Afrikaans-Mix ganz sicher nicht: unbeholfen. Check dis out. Die Antwoord kommt nach Europa, im Juni: http://2011.sonar.es/en/artistes/die-antwoord_313.html
Ich hatte das Vergnügen, Waddy Jones im Jahr 2002 in Kapstadt persönlich kennenzulernen. Er war damals schon mächtig durchgeknallt und zugleich ein großes Talent, als Rapper, als Songwriter als kongenialer Selbstinszenierer.
Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist, wie der Autor des ansonsten recht gelungenen SZ-Artikels den Begriff "unbeholfen" im Zusammenhang mit Ninja/Waddy's rap-Künsten verwenden kann. Trash ja, Kitsch gerne, irrsinnig sicherlich auch, aber eines sind seine rasenden Reime in seinem ganz eigenen Englisch-Afrikaans-Mix ganz sicher nicht: unbeholfen. Check dis out. Die Antwoord kommt nach Europa, im Juni: http://2011.sonar.es/en/artistes/die-antwoord_313.html
hi
hatte gestern im rap-beitrag bereits auf die antwoord hingewiesen.
es stellt sich die frage,welche intension eigentlich hinter dem fake steckt oder ist der fake ein fake?
welche rolle spielt der an progeria erkrankrte dj und künstler leon botha bei diesem projekt?
http://www.boingboing.net/2010/02/03/more-on-die-antwoord.html
zum "fake"
http://videogum.com/archives/backlashes/die_antwoord_is_fake_and_so_wh_112671.html
taxijam (klasse idee siehe auch andere bands)
http://vimeo.com/7391501
mittlerweile gibt es auf www.dieantwoord.com einen neuen (bonus) song.
tja wollen wir mal gucken was das alles noch so gibt-ich finde die antwoord jedenfalls ausgesprochen kreativ und herzerfrischend geil!
Sehr schön verfasst der text aber es wär echt schade wenn das alles nurn fake is ich find die musik gut die sie produzieren .
Sst mal was neues, man hört sonst nie was von Afrika ^^