Leipziger BuchmesseDas sind die Bücher des Frühjahrs

Zum Auftakt der Buchmesse: Ein Epochenroman für das Internetzeitalter, eine Geistergeschichte über die verblichene Sowjetunion und Neues vom Großstadt-Guru aus Paris.

Josefine Rieks: Serverland

Was würde mit unserem biografischen Gedächtnis geschehen, wenn unsere persönlichen Archive, die wir vertrauensvoll auf Server auslagern, eines Tages einfach nicht mehr zugänglich wären? Wie würde es sich anfühlen, wenn all die Fotos, Nachrichten, Musik- und Video-Dateien, die wir für unseren persönlichen Besitz halten, nicht mehr abrufbar sind?

"Serverland" spielt nach dem Ende der "Computerkultur": Es gab ein Referendum, das zu der Entscheidung führte, das Internet abzustellen. Josefine Rieks inszeniert auf überschaubarem Spielfeld die Praktiken, Mythen, Hoffnungen und Probleme, die sich in den letzten Jahrzehnten aus der Digitalisierung entwickelt haben. Ihr Roman gehört damit zu jener spannenden neuen deutschen Literatur, in der die Generation der Digital Natives ihre Erfahrungen erkundet, indem sie Technikgeschichte imaginiert. Ein Roman von klugem Understatement, kühl unterspielt und prägnant erdacht.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Meike Fessmann.

Bild: Hanser 14. März 2018, 09:352018-03-14 09:35:13 © SZ.de/frw/cag/doer/rus