Gedichtband "Regentonnenvariationen" Lyriker Jan Wagner gewinnt Leipziger Buchpreis

Jan Wagner: Der erste Lyriker, der für den Leipziger Buchpreis nominiert ist, gewinnt ihn auch.

(Foto: Villa Massimo/Alberto Novelli/Hanser Berlin/dpa)
  • Der Lyriker Jan Wagner gewinnt den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik für seinen Gedichtband "Regentonnenvariationen".
  • In der Sparte Sachbuch/Essayistik gewinnt Philipp Ther für das Buch "Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa".
  • Der Preis in der Sparte Übersetzung geht an Mirjam Pressler für ihre Übertragung des Buches "Judas " des israelischen Autors Amos Oz.

Erstmals gewinnt ein Gedichtband

Der Leipziger Buchpreis in der Sparte Belletristik geht an den Lyriker Jan Wagner für sein Buch "Regentonnenvariationen". Damit gewinnt erstmals ein Gedichtband die prestigeträchtige Auszeichnung.

In "Regentonnenvariationen" beschäftigt sich Wagner mit der Natur in ihren verschiedensten Ausprägungen: von Weidekätzchen und Würgefeige bis zu Olm und Otter. Die Jury sagte dazu: "Ein Gedichtband, in dem die Regentonne zur Wundertüte wird, der Giersch zur Gischt, Unkraut und unreiner Reim ihren Charme entfalten und die Lust am Spiel mit der Sprache vor den strengen Formen nicht Halt macht: Lyrik voller Geistesgegenwart."

Wagner wurde 1971 in Hamburg geboren und ist Lyriker, Essayist und Übersetzer. Er studierte Anglistik in Hamburg, Dublin und Berlin. 2001 erschien sein erster Gedichtband: "Probebohrung im Himmel". Seitdem wurde Wagner, der heute in Berlin lebt, mit zahlreichen Preisen geehrt.

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Sachbuch-Preis für Philipp Ther

Historiker Philipp Ther gewann in der Sparte Sachbuch/Essayistik. Ther wurde für das Buch "Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa" ausgezeichnet, wie die Jury mitteilte. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. "Reportagen, Analysen und Wirtschaftsdaten fügen sich zu einem Text über den postsowjetischen Raum, den lesen sollte, wer die jüngsten Konflikte in Europa verstehen will", hieß es von der Jury. Ther, geboren 1967, ist Professor am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien. Zuvor war er unter anderem John F. Kennedy Fellow an der Harvard University.

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Übersetzer-Preis für Mirjam Pressler

Der Preis in der Sparte Übersetzung ging an Mirjam Pressler. Sie wurde für ihre Übertragung des Buches "Judas " des israelischen Autors Amos Oz aus dem Hebräischen ausgezeichnet, wie die Jury mitteilte. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. "Mit kunstvoller Zurückhaltung trifft Mirjam Pressler den Ton dieses großen Erzählers und macht seine schroffe Wärme auch auf Deutsch spürbar", hieß es von der Jury. Pressler, Jahrgang 1940, ist Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Hebräischen, Englischen und Niederländischen. Sie übersetzte unter anderen Aharon Appelfeld, Zeruya Shalev und John Steinbeck.