Dreharbeiten zu "Der Hobbit" Der Ring schließt sich

Mittelerde in 3D: Die "Herr der Ringe"-Trilogie hat Peter Jackson bereits zu mehrfachem Oscar-Ruhm verholfen. Nun soll er auch im vierten Film Regie führen - und wagt sich dafür zurück zum Ursprung.

Von Lena Schilder

"Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden ...", so lautet die Inschrift auf besagtem Ring, den es zu vernichten gilt, um den Frieden in Mittelerde wieder herzustellen. Da Hobbit Frodo diese Mission in Band drei des Fantasy-Klassikers Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien gelingt, könnte man die Geschichte damit eigentlich für erfolgreich beendet erklären. Doch Millionen ganz diesseitiger Fans warten sehnsüchtig auf ein Wiedersehen mit den Bewohnern von Mittelerde. Also soll es nun ein Wiedersehen auf der Kinoleinwand geben.

Als Hobbit Frodo begab sich Elijah Wood in "Der Herr der Ringe" auf eine lebensbedrohliche Reise, um den Ring zu vernichten. "Der Hobbit", der bald gedreht wird, erzählt die Vorgeschichte.

(Foto: Reuters)

Regisseur Peter Jackson hatte die zwischen 1954 und 1955 erstmals erschienene Buch-Trilogie bereits sehr erfolgreich verfilmt. Das Auenland, Heimat der Hobbits, und die gesamte Mittelerde waren dafür in Neuseeland nachgebaut worden - die Filme erschienen zwischen 2001 und 2003 und fanden selbst die Zustimmung eingefleischter Herr der Ringe-Fans.

Noch heute schwärmen Schauspieler wie Orlando Bloom, Liv Tyler und Elijah Wood von den außergewöhnlich langen Dreharbeiten rund um das Fantasy-Spektakel, die mit kurzen Unterbrechungen über Jahre hin weg stattgefunden haben. Der dritte Teil, Die Rückkehr des Königs, bildete 2003 den gekonnten Schlusspunkt. Der Film erhielt Oscars in allen elf nominierten Kategorien, inklusive der Auszeichnung "Bester Film".

Bei so durchschlagendem Erfolg, so viel war klar, konnte man in Hollywood nicht ruhen. Bekannt wurde bereits, dass es ein Wiedersehen mit Elben, Hobbits und Zauberer Gandalf auf der Kinoleinwand geben soll, und zwar - den neuesten technischen Möglichkeiten entsprechend - in 3D und mit Stereo-Kamera-Technologie. Geplant war weder eine Neuverfilmung, noch eine Fortsetzung, sondern die Verfilmung des Buches Der kleine Hobbit, der Vorgeschichte zu Der Herr der Ringe.

Die literarische Vorlage von J.R.R. Tolkien stammt aus dem Jahre 1937 und erzählt, wie Hobbit Bilbo in den Besitz des Ringes gelangt, den er in "Der Herr der Ringe" seinem Neffen Frodo vermachen wird. Fürs Kino soll die Vorlage nun in zwei Folgen aufgeteilt werden. Drehbeginn soll im Februar 2011 sein. Der genaue Drehort ist allerdings noch offen, weil es Streit mit neuseeländischen Schauspielergewerkschaften gab. Angeblich hat Produzent Peter Jackson seinem Heimatland daraufhin gedroht, die Produktion nach Osteuropa zu verlagern.

Nunmehr zwei Jahre lang war die Produktion immer wieder verschoben worden. Grund waren finanzielle Schwierigkeiten des Traditionsstudios MGM (Metro-Goldwyn-Mayer), das das groß angelegte Filmprojekt gemeinsam mit Warner Bros. zu stemmen versucht. Das dauerte dem von Jackson zunächst als Regisseur vorgesehenen Mexikaner Guillermo Del Toro allerdings zu lange. Er sprang von dem Großprojekt ab, nachdem ein Brand Teile des Studios zerstört hatte, in dem gedreht werden sollte.

Nun hat das Traditionsstudio MGM verkündet, dass Produzent Peter Jackson selbst, der auch das Drehbuch mit verfasst hat, die Regie übernehmen wird.

Der freut sich auf die vor ihm liegenden Dreharbeiten und die erneute Begegnung mit Mittelerde: "Tolkiens Mittelerde neu zu entdecken ist eine Erfahrung, die über alle gewöhnlichen Filmerfahrungen hinaus geht", so Jackson. "Es ist eine Reise an einen speziellen Platz der Vorstellungskraft, voller Schönheit und Drama. Wir freuen uns darauf, wieder in diese Welt eindringen zu dürfen, diese zauberhafte Welt mit Gandalf und Bilbo."

Die Herr der Ringe-Trilogie hatte weltweit drei Milliarden US-Dollar eingespielt.