Deutsche Sprache "Smombie" ist das Jugendwort des Jahres

Es beschreibt die vollständige Verschmelzung von Mensch und Smartphone. Welche Begriffe auf die Plätze verwiesen wurden.

Das Jugendwort des Jahres heißt "Smombie". Die Wortkomposition aus Smartphone und Zombie meint in der Jugendsprache einen Menschen, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt. Sprachwissenschaftlich wird diese Art Wortschöpfung als Kunstwort oder sogenanntes "Portmanteauwort" bezeichnet.

"Smombie ist mein absolutes Lieblingswort", erklärt Jurorin Ilknur Braun, "es beschreibt punktgenau die heutige Selbstverständlichkeit vieler Menschen im Umgang mit dem Smartphone."

Wahl blieb spannend bis zuletzt

Die Wahl blieb spannend bis in die letzten Minuten des zweiten Wahlgangs. Hier mussten die Juroren aus den Top fünf das finale Gewinnerwort ermitteln. Den zweiten Platz belegte "Earthporn", was so viel bedeutet wie "eine schöne Landschaft". In den Top Ten außerdem vertreten: merkeln (keine Entscheidung treffen), Tinderella (weibliche Person, die exzessiv Online-Dating-Plattformen wie Tinder nutzt) oder auch Augentinnitus (ich hab' Augentinnitus - ich habe nur komische/nervige Leute um mich).

Bereits zum neunten Mal rief der Langenscheidt Verlag zur Wahl des Jugendworts des Jahres auf. Unter www.jugendwort.de konnten Nutzer bis Ende Oktober über die Top 30 abstimmen. Die Kriterien sind sprachliche Kreativität, Originalität, Verbreitungsgrad des Wortes sowie gesellschaftliche oder kulturelle Ereignisse, die die Sprache der Jugendlichen beeinflussen.

Die Gewinner der vergangenen Jahre waren:

2014: Läuft bei Dir. Im vergangenen Jahr wurde ein ganzer Satz zum "Jugendwort" gekürt. Er soll als Synonym für cool oder krass gelten.

2013: Babo. Das Wort bedeutet so viel wie Boss oder Anführer. Der Ausdruck erinnert an den türkischen Begriff baba (Vater) und wird vor allem in kurdischen Gebieten der Türkei benutzt. Hierzulande bekannt gemacht hat den Begriff der deutsch-kurdische Rapper Haftbefehl aus Offenbach - mit seinem Lied "Chabos wissen wer der Babo ist".

2012: Yolo. Das ist ein Akronym und steht für "You only live once" - eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.

2011: Swag. Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine "beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung" oder eine "charismatisch-positive Aura". Wörtlich übersetzt bedeutet "to swagger" stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und "swaggerer" heißt Aufschneider oder Angeber.

2010: Niveaulimbo. Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche 2010 das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.

2009: hartzen. Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie rumhängen oder auch arbeitslos sein heißen.

2008: Gammelfleischparty. Das erste "Jugendwort des Jahres" ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.