Berlinale 2013 setzt politisches Zeichen Jafar Panahi im Rennen um Goldenen Bären

Jafar Panahi bei der Berlinale 2006, bei der er für seinen Film "Offside" den Silbernen Bären gewann.

(Foto: AFP)

Die Berlinale zeigt sich solidarisch mit Jafar Panahi, der in seinem Heimatland Iran unter Hausarrest steht. Deutschlands größtes Filmfestival nominierte den neuen Film des Regisseurs für den Wettbewerb um den Goldenen Bären. Ob der Filmemacher anreisen kann, ist allerdings mehr als fraglich.

In seiner Heimat steht er seit dem Jahr 2010 unter Hausarrest, doch die Solidarität, die Jafar Panahi seither im Westen erfährt, ist ungebrochen. Nachdem er 2011 in die Jury des Berlinale-Wettbewerbs geladen wurde und im gleichen Jahr eine Doku über ihn in Cannes gezeigt wurde, geht der verfolgte iranische Regisseur nun mit seinem Film "Parde" ("Geschlossener Vorhang") auf der 63. Berlinale (7. - 17. Februar) in das Rennen um den Goldenen Bären. Der iranische Filmemacher gewann bereits 2006 einen Silbernen Bären mit "Offside".

Über die Produktionsbedingungen von "Parde", den Panahi zusammen mit Kambozia Partovi drehte, konnte die Berlinale keine Informationen geben. Der Film sei wie gewöhnlich eingereicht und von Berlinale-Chef Dieter Kosslick ausgewählt worden, sagte eine Sprecherin.

Panahi, der sich offen zur Opposition im Iran bekennt, war im Dezember 2010 von einem Revolutionsgericht in Teheran zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde bisher aber nicht vollzogen. Doch der Regisseur ist mit einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot belegt.

Als ihn die Berlinale 2011 als Jurymitglied einlud, durfte er nicht nach Berlin kommen. Mit einer Ausreise Panahis ist auch dieses Mal nicht zu rechnen. Auch für die Entgegennahme des Sacharow-Menschenrechtspreises in Straßburg im Dezember hatte ihm die Regierung die Ausreise verweigert.

Zu den weiteren Wettbewerbsfilmen gehören nach Angaben der Berlinale vom Freitag das deutsche Auswanderer-Epos "Gold" von Thomas Arslan mit Nina Hoss, "Side Effects" ("Nebenwirkung") von Steven Soderbergh mit Jude Law, Rooney Mara und Catherine Zeta-Jones sowie "The Necessary Death of Charlie Countryman" von Fredrik Bond mit Shia LaBeouf, Evan Rachel Wood und Til Schweiger.

Französische Weltpremieren

Im Wettbewerb werden auch das französische Drama "Camille Claudel 1915" von Bruno Dumont mit Juliette Binoche als Weltpremiere vertreten sein. Aus Frankreich kommt auch "Elle s'en va" (" Auf meinem Weg") von Emmanuelle Bercot mit Catherine Deneuve, ebenfalls als Weltpremiere.

Als Koproduktion aus Bosnien/Herzegowina, Frankreich und Slowenien wird das Drama "Epizoda u ¸ivotu beraca ¸eljeza ("An Episode in the Life of an Iron Picker"), von Danis Tanovic ("No Man's Land") zu sehen sein. "La Religieuse ("Die Nonne") von Guillaume Nicloux Isabelle Huppert und Martina Gedeck ist eine Koproduktion aus Frankreich, Deutschland und Belgien. In "Layla Fourie", einem südafrikanisches Drama über eine allein erziehende Mutter von Pia Marais, stehen unter anderem Rayna Campbell und August Diehl vor der Kamera.

Als weitere Wettbewerbsteilnehmer standen bereits das neue Werk von US-Regisseur Gus Van Sant ("Good Will Hunting") "Promised Land" mit Matt Damon und Frances McDormand fest. Zudem der Abschluss der Trilogie des Österreichers Ulrich Seidl "Paradies: Hoffnung", der rumänische Film "Child's Pose" von Calin Peter Netzer ("Maria") und die südkoreanische Produktion "Nobody's Daughter Haewon" von Hong Sangsoo ("Nacht und Tag") sowie "Gloria" des chilenischen Regisseurs Sebastián Lelio ("La Sagrada Familia").

Deutsche Doku über ehemalige Labor-Affen

Die USA sind außer Konkurrenz mit Kirk De Miccos und Chris Sanders' 3D-Animationsfilm "The Croods" vertreten. In dem Abenteuerfilm um eine Steinzeitfamilie leihen Stars wie Nicolas Cage, Emma Stone und Ryan Reynolds den animierten Figuren ihre Stimmen.

Die deutschen Filmemacher Christian Rost und Claus Strigel zeigen in der Sonderreihe Berlinale Special ihren Dokumentarfilm "Unter Menschen ("Redemption Impossible") über ehemalige Labor-Affen.