Versetzung gefährdet: Nicht jeder, der nach dem Bachelor sein Master-Studium beginnen will, darf das auch. Jede Hochschule hat eigene Regeln für die Aufnahme von Masterstudenten - und macht ihnen damit das Leben schwer.
Berufseinstieg mit dem Bachelor oder lieber noch einen Master dranhängen? Die Entscheidung wird manchen Studenten abgenommen - ohne dass sie das eigentlich wollen. Ursprünglich sollte der Bachelorabschluss im Zuge der Bolognareform die Regel werden. Er war als Eintrittskarte ins Berufsleben gedacht. Nur eine Minderheit von Studenten - so der Plan - sollte im Master weiterstudieren. Die Realität sieht anders aus. Nach den Zahlen der Hochschulforscher der Uni Kassel entscheiden sich mehr als drei Viertel der Bachelorabsolventen dafür, einen Master draufzusatteln.
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Sackgasse Bachelor? Viele Studenten fürchten, dass sie keinen Masterplatz bekommen. (© dpa)
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Das sorgt für Probleme. Denn oft genug gibt es mehr Bewerber als Masterstudienplätze. Die Folge: Der Übergang läuft alles andere als reibungslos. So müssen Bewerber für einen Master oft Wartesemester in Kauf nehmen. "Viele kommen nach ihrem Bachelor in eine Zwangspause", sagt Florian Keller vom Freien Zusammenschluss von Studentenschaften (FZS) in Berlin. Für ihn sind die derzeitigen Schwierigkeiten nur die Spitze des Eisbergs. "
Das Problem wird noch größer werden, wenn die doppelten Abiturjahrgänge ihre Bachelorabschlüsse machen." Denn wenn in den kommenden Jahren durch die verkürzte Gymnasialzeit vielerorts zwei Jahrgänge auf einmal in die Hochschulen drängen. Dabei ist das Rennen um die Masterplätze schon jetzt in vollem Gange, wie die Studienberaterin Barbara Nickels von der Leuphana Universität in Lüneburg beobachtet hat. "Der Run auf die Master ist deutlich zu spüren." Einige Bachelorabsolventen gingen auch nach ein oder zwei Berufsjahren noch zurück an die Uni, um ihre Karrierechancen mit einem Master zu verbessern.
Doch nicht nur fehlende Studienplätze erschweren den Wechsel zum Master. Auch das Dickicht der Zugangsvoraussetzungen ist eine Hürde. "Es gibt keine einheitlichen Bachelorabschlüsse, es gibt keine einheitlichen Masterstudiengänge, und es gibt keine einheitlichen Zugangsvoraussetzungen", sagt Nickels, die stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft für Information, Beratung und Therapie an Hochschulen (GIBeT) ist.
In der Praxis bedeutet das: Ein Soziologie-Bachelor einer Uni passt nicht unbedingt zum Soziologie-Master einer anderen Uni. So haben Wechselkandidaten ein Problem, wenn die erste im Bachelor zum Beispiel acht Leistungspunkte in Statistik vergibt, die zweite für den Master aber zehn Punkte verlangt. "In Zweifelsfällen entscheidet eine Auswahlkommission, aber erst nach Bewerbungsschluss", sagt Nickels.
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Ich frage mich tatsächlich, was an dem Bachelor/Master-System so ein Irrtum sein sollte. Die Hochschulen sind die selben geblieben, das Lehrpersonal ist zu großen Teilen das selbe geblieben und die Inhalte zu großen Teilen auch. Einzig hat man eine horizontale Trennlinie eingefügt (zwischen Bachelor und Master), wo es bisher nur eine vertikale (zwischen Uni und FH) Trennlinie gab. Das Angebot wurde durch die vielen Master erweitert und man hat die Inhalt der bisherigen "Studiengänge am Stück" etwas aufgeteilt, um durch Module eine größere Vielfalt anzubieten.
Dass die Master-Plätze knapp sind, weil der Ansturm der Studenten falsch eingeschätzt wurde, ist natürlich ein kapitaler Fehler, hat aber nichts mit dem System zu tun, sondern ist lediglich Missmanagement.
Meiner Meinung nach ist das System nicht schlecht, es bietet den Studenten viele Möglichkeiten, ihre Interessen wieder zu finden und zu verfolgen.
Ich erlaube mir dieses Urteil nach einem Dipl.-Ing. (FH) in Technischer Informatik, einem M.Sc. an einer Uni in Elektrotechnik und einem Bachelor in Rechtswissenschaften (wobei ich sagen muss, dass ich hier schon den Master angefangen habe, da man mit einem Bachelor alleine nicht viel anfangen kann).
Auch die Tatsache, dass man mit einem Bachelor (in Deutschland?) nicht viel anfangen kann, zeigt keine Systemimmanente Schwäche. Man muss nur in der Lage sein, die Vorteile des Systems zu nutzen, und der Vorteil ist eben, dass man nach sechs Semestern noch einmal die Möglichkeit erhält, eine Abzweigung zu nehmen. Niemand wird gezwungen, mit dem Bachelor in die Arbeitswelt zu gehen. (Zu dem Missmanagement bzgl. der mangelnden Master-Plätze, siehe oben: kein Systemfehler, nur eine Eigenschaft)
Nein, das ist kein Irrtum. Das ist die perfekte Umsetzung von Forderung des ERT (European Round Table of Industrialists), wie sie in desen Papers "Education and Competence" von 1989, "Towards the learning society" 1995 und "Investing in Knowlwdge" von 1997 gefordert wurde.
Mitglieder in diesem illegitimen Club, der mittels EU demokratische die Entscheidungsfindung der Völker aushebelt: Nokia, Nestle, Eon, Fiat. ThyssenKrpp, Bayer, SAP, Siemens, Reault, Shell, BP, etc..
Noch Fragen, Kienzle? :-)
... der Bachelor ist einer der größten Irrtümer in der Bildungslandschaft. Man sieht es immer wieder...
Was war Bologna eigentlich? Ein simples Treffen der EU-Kultusminister, ohne jede Legitimität und ohne rechtliche Bindekraft der Beschlüsse ("Erklärung").
Und trotzdem wurde der ganze neoliberale Irrsinn durchgedrückt und das soziale System "Wissenschaft" unter die Tyrannei der Ökonomie gestellt.
Als ueberzeugter Atheist bin ich dem lieben Gott erstmal unheimlich dankbar das ich nicht in BRD studieren musste....
... und noch viel, viel dankbarer das ich dort nicht leben muss.
Paging