Soft Skills an der Uni Warum Studenten die besseren Angestellten werden

Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Flexibilität: Ohne Soft Skills macht kaum einer Karriere. Die Universität ist der ideale Ort, um sie zu trainieren. Manchmal geschieht das ganz unbewusst.

Flexibel, kommunikativ, teamfähig und stressresistent - so wünschen sich Arbeitgeber den idealen Hochschul-Absolventen. Studenten sollten daher ihre Soft-Skills schon an der Universität trainieren. Möglich ist das in speziellen Kursen, aber auch in Seminaren und Gruppenarbeiten.

Im Fachstudium gibt es viele Möglichkeiten, um seine Soft-Skills zu trainieren, sagt Anne Pajarinen vom Zentrum für Studien- und Karriereberatung der Uni Konstanz. Die Fähigkeit zu kommunizieren üben Studenten in jedem Seminar. Auch Teamfähigkeit lässt sich einüben, etwa bei gemeinsamen Referaten oder der Projektarbeit. Planung, Recherche und Präsentation müssen gemeinsam bewältigt werden - so wie später im Job.

Studenten sollten sich dabei in verschiedenen Rollen ausprobieren und ruhig auch mal die ungewohnte Leitung übernehmen, rät René Gabriel, Ausbildungs- und Karriereberater aus Lübeck. Von einem Chef werde das später auch erwartet. Klappt die Zusammenarbeit nicht auf Anhieb gut, werden Kompromiss- und Konfliktfähigkeit trainiert. Am Ende sollte jedoch immer ein gemeinsames Ergebnis stehen. "Die Auseinandersetzung mit den Kollegen spielt später eine zentrale Rolle", erklärt Gabriel. Dazu gehöre, sich selbst zurückzunehmen und anderen zu helfen.

Eine gute Vorbereitung auf das Arbeitsleben ist es auch, Verantwortung an der Uni zu übernehmen. Möglich sei dies etwa im Allgemeinen Studierenden Ausschuss. Dort können junge Leute lernen, sich selbst zu präsentieren: vor Kollegen, aber auch öffentlich. Ziel sollte es sein, sich breit zu interessieren und immer ein wenig mehr zu tun, als die eigene Rolle verlangt. "Fach- und Führungskräfte bringen dieses Profil mit", so der Karriere-Experte.

In der Uni wie auch im Beruf sind Zeitmanagement und Selbstorganisation zudem wichtige Fähigkeiten. "Das Studium fördert die Arbeit in Strukturen, die möglichst zielorientiert gestaltet werden", erklärt Daniel Nölleke vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Uni Münster. Wer Seminare auswählen und Prüfungen anmelden will, sei automatisch gezwungen, sich zu strukturieren.