Ranking des Bundesfamilienministeriums Henkel ist frauenfreundlichster Konzern Deutschlands

Familienministerin Kristina Schröder sucht den frauenfreundlichsten Konzern Deutschlands - und hat ihn in Düsseldorf gefunden. Der Waschmittel-Hersteller Henkel führt das Ranking an, auch auf den Plätzen zwei und drei folgen Überraschungen.

Viviane Reding, die EU-Justizkommissarin, ist eine Vorreiterin in Sachen Frauenquote - die deutsche Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hingegen hält die Quotenregelung für überflüssig. Statt sich für eine gesetzlich geregelte Lösung starkzumachen, will Schröder, dass die Unternehmen von sich aus Frauen fördern. Mit einer neuen Erhebung hat ihr Ministerium nun herausgefunden, wer die frauenfreundlichsten Unternehmen der Republik sind - und die Ergebnisse überraschen einigermaßen: So führen die Chemieunternehmen Henkel und Bayer das Ranking der Dax-30-Unternehmen an, es folgt der Autobauer BMW und die Deutsche Bank.

Nicht alle, die so weit vorne im Ranking auftauchen, haben sich in der Vergangenheit als besonders frauen- oder familienfreundlich hervorgetan. Nur beim Spitzenreiter Henkel und bei BMW sitzen Frauen in den Vorständen: Kathrin Menges ist bei dem Düsseldorfer Waschmittel-Hersteller zuständig für den Unternehmensbereich Personal, Milagros Caiña Carreiro-Andree verantwortet im Vorstand des bayerischen Autoherstellers das Personal- und Sozialwesen.

Die Deutsche Telekom, die sich als erstes deutsche Unternehmen selbst eine Frauenquote verordnet hatte, landet auf Platz fünf. Schlusslicht unter den 30 größten börsennotierten Unternehmen ist der Medizinkonzern Fresenius. Auch das Finanzunternehmen Münchener Rück sowie die Lufthansa und die Commerzbank stehen auf den hinteren Listenplätzen (Das komplette Ranking finden Sie hier.).

Bei dem Frauen-Karriere-Index werden Ambition, Dynamik und Leistung der Unternehmen gemessen. Grundlage sind die Angaben der Unternehmen im Statusbericht "Frauen in Führungspositionen". Berücksichtigt werden unter anderem der Anteil der Frauen in Führungspositionen in den einzelnen Konzernen und die Umsetzung von Zielen, die sich die Firmen bei der Frauenförderung selbst gegeben haben.

Während Kristina Schröder sich seit langer Zeit gegen eine verbindliche Quotenregelung ausspricht, drängt unter anderem der Bundesrat auf eine feste Quotenregelung bei der Besetzung von Aufsichtsräten in großen Unternehmen. Auch Schröders parteiinterne Dauer-Gegenspielerin, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, plädiert für die Quote. Die Familienministerin hingegen will etwas, das sie "Flexi-Quote" nennt: Demnach soll jedes börsennotierte Unternehmen selbst festsetzen, zu welchem Zeitpunkt welcher Anteil an Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat gegeben sein soll.