Wer als Kind richtig gefördert wurde, bekommt später ein höheres Gehalt. Deshalb rät die OECD, ihre Bildungsausgaben umzuschichten - Kleinkinder sollten stärker unterstützt werden.
Je jünger ein Kind ist, desto mehr Geld sollte der Staat dafür ausgeben. Das verlangt eine Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die OECD, die auch die Pisa-Studien verantwortet, rät Industriestaaten wie Deutschland deshalb zu einer grundlegenden Korrektur der Bildungsausgaben: "Immer noch geht der größte Teil des Budgets an Kinder im schulpflichtigen Alter", kritisiert die Studie. Die frühe Kindheit komme dabei in fast allen Staaten zu kurz. Länder wie die Bundesrepublik sollten deshalb "eine Neuausrichtung der Bildungsausgaben zugunsten der ersten Lebensjahre" vornehmen.
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Anstatt das meiste Geld für Schulkinder auszugeben, sollten Staaten mehr Budget für die Frühförderung einplanen, mahnt die OECD. (© dpa)
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Die Studie "Doing better for families" stützt sich auf Ergebnisse von Ökonomen, Psychologen und Hirnforschern. "Die frühen Jahre von Kindern sind entscheidend für ihre späteren Leistungen", so der OECD-Bericht. Werden Kinder schon vor Schulbeginn angemessen unterstützt, würden sie später in der Schule besser abschneiden. Als Erwachsene hätten sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt; außerdem würden sie höhere Einkommen erzielen. Aus Sicht des Staates seien Investitionen in frühe Bildung deshalb am lohnendsten.
Die OECD stellt zwar fest, dass die meisten Industriestaaten ihre Ausgaben für frühe Bildung in den vergangenen Jahren gesteigert haben. Derzeit komme im Schnitt etwa ein Viertel aller Familienausgaben Kindern unter sechs Jahren zugute. Doch das grundlegende Muster habe sich nicht geändert: Immer noch gehe die meiste staatliche Unterstützung an Familien mit Kindern im Schulalter. Dies sollten Länder überdenken, gerade wenn sie - wie derzeit häufig - Sparprogramme zu Lasten der Familien planen. Dann sollten Fördermittel umgeschichtet werden, "von späteren Lebensabschnitten möglichst weit nach vorn".
Die OECD äußert sich besorgt über die wachsende Kinderarmut, die häufig mit Arbeitslosigkeit der Eltern einhergeht. Gerade Alleinerziehende bräuchten deshalb bessere Chancen, Arbeitsplätze zu finden. Die gängige These, dass dies in den meisten Fällen ausschließlich an fehlender Kinderbetreuung scheitert, vertritt die OECD allerdings nicht. Die Studie weist hingegen darauf hin, dass es sich für Alleinerziehende oft gar nicht lohne, einen Job anzunehmen.
In Deutschland etwa habe eine arbeitslose Alleinerziehende mit Kindern im Alter von zwei und drei Jahren kaum einen ökonomischen Anreiz, einen Job zu suchen: Von einem durchschnittlichen Einkommen würden auf ihrem Konto etwa 87Prozent gar nicht ankommen - dieser Anteil werde für Kita-Gebühren, Sozialleistungen, Steuern sowie entfallene staatliche Hilfen fällig.
Nur wenige Staaten schneiden in dieser Modellrechnung noch schlechter ab: In der Schweiz und in Irland sinke das verfügbare Einkommen sogar, sobald eine Alleinerziehende eine Arbeit aufnimmt. Die meisten OECD-Staaten haben das Problem allerdings besser gelöst: Bei ihnen bleibt Alleinerziehenden bei Arbeitsbeginn mehr netto vom brutto als in Deutschland.
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Debatte über Urheberrecht
"Die frühen Jahre von Kindern sind entscheidend für ihre späteren Leistungen"
Dem stimme ich völlig zu. Allerdings sollten Kinder in diesem Alter noch nicht in Schule oder Prä-Schulische Bildungsanstalten in denen Sie einem Leistungs- oder zumindest Erwartungsdruck ausgesetzt sind. Dafür sind sie noch nicht reif. Bis zum Ende des dritten Lebensjahres wird die Psyche geformt. Ob Kinder ausgeglichen sind oder ängstlich etc. Viel wichtiger als kognitives Wissen ist die innere Ausgeglichenheit, die sich nur durch liebevolle Zuwendung einer festen Bezugsperson sichern lässt - durch die Mutter. Um also "gute" Menschen zu bekommen, sollte man von Staat Müttern, die 3 Jahre zuhause bleiben, ein Gehalt zahlen lassen.
Kitas können das nicht leisten. Die Bezugspersonen sind nicht konstant, die Betreuung ist nicht 1:1 oder in einem ähnlichen Verhältnis. Durch Geschwister lernen die Kinder auch die so gepriesene soziale Kompetenz.
SOLCHE kekse haben sie damals bekommen? ;-)
nein es geht hier ganz und gar nicht gegen den kindergarten. kindergarten ist absolut wichtig für die entwicklung und sozialisierung der zwerge.
mir geht es viel mehr darum, dass immer mehr kinder (und immer mehr sind einzelkinder) so früh wie möglich in eine krippe abgeschoben werden, die dann idealerweise auch noch ganztags die betreuung übernimmt, damit die eltern sich auch ja ungestört in ihrem beruf selbstverwirklichen können. das ist ja viel wichtiger und ehrbarer als sich um die kinder zu kümmern und die eigenen kompetenzen an sie weiter zu vermitteln.
so, wie Sie die Verantwortung von Eltern gegenüber ihren Kindern beschreiben, kann ich Ihnen voll zustimmen. In der Hinsicht sind wir gleicher Meinung.
Ich wundere mich trotzdem darüber, dass Kindergarten/-tagesstätten als ein Ort angesehen werden, in die unwillige Eltern ihre Kinder abschieben. Meine Vorstellung von Kindergarten ist positiv: Es ist doch schön, wenn ein Kind einige Stunden am Tag Unabhängigkeit von seinen Eltern üben kann und dabei auch noch mit Altersgenossen spielen, toben und bestimmte Fertigkeiten üben kann.
Wahrscheinlich ist meine Erinnerung an die Kindergartenzeit aber auch nur verklärt wegen der leckeren Liga-Kekse, die es damals noch gab:-)
klugscheißen ist einfach ein erquickendes nebenprodukt von foren und kommentaren :-)
stattgegeben. förderung und soziale kontakte gerne so früh wie möglich. kontakte habe ich allerdings fast noch mehr auf den spielplätzen rund um meine elterliche wohnung als im kindergarten gefunden. natürlich sollte die bildung unseres nachwuchs unsere größte aufmerksamkeit genießen.
durch derartige förderungen und maßnahmen motiviere ich aber keine mutter und keinen vater sich mehr für die entwicklung des kindes zu erziehen. viel mehr gebe ich gelegenheit dazu die verantwortung mehr und mehr auf derartige förderanstalten abzuwälzen und arbeite somit an der abschaffung der häuslichen erziehung.
das problem ist auch nicht neu, unterhält man sich mit eltern die von lehrern erwarten ihren kindern guten umgang und allgemeinbildung zu vermitteln. das ist doch alles nicht finanzierbar und kein noch so toller erzieher kann gleiches leisten wie es eltern vermögen (sollten).
die eltern müssen ihre pflicht wahrnehmen und es muss sozial wieder vertretbar werden seine kinder selbst zu erziehen.
wäre es, wenn es denn überhaupt wäre wider die Natur. Aber das ist bloß reflexhafte Korinthenkackerei meinerseits, das mach ich zwar gerne, tut aber nichts zur Sache.
Frühförderung ist allerdings nicht gleichbedeutend damit, dass ein weinendes Kind von der weich-warmen Brust seiner vor Entsetzen schreienden Mutter gerissen wird (eigentlich soll man ja mit solchen Bildern nicht scherzen, schließlich geschieht dies oft genug aus sehr grausamen und traurigen Gründen).
Das heißt lediglich, dass in die Ausbildung von Erziehern investiert wird, in die Ausstattung von Kindergärten, Grundschulen o.ä., Förderprogramme (regelmäßig) überdacht und überarbeitet werden ... solche Dinge eben.
Anstatt Erwachsenen bis Mitte 20 immer noch Kindergeld zu zahlen, um einmal ein Beispiel zu nennen.
Ich halte das für sehr sinnvoll.
Awesomeness, vielleicht hätte ihre Kleine ja Spaß in Kindergarten oder Krabbelgruppe? Es geht ja schließlich auch um soziale Kontakte und spielen und nicht ausschließlich auf gezieltes Fördern oder um Geschlechterrollen-Belange.
Paging