Leser-Vorschläge zur Frauenförderung Mütter in den Chefsessel

Manko Familie: Vor allem Frauen mit Kindern sehen sich häufig im Arbeitsleben benachteiligt.

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Frauenquote in Aufsichtsräten? SZ.de-Leser haben originellere Ideen, wie sich im Arbeitsleben mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen verwirklichen lässt. Eine kleine Auswahl.

Die Frauenquote für Aufsichtsräte ist im Bundestag gescheitert - doch ist sie ohnehin nicht der Königsweg zu mehr Gleichberechtigung. Wir hatten unsere Leser und Leserinnen gefragt, womit die Politik ihrer Ansicht nach Frauen im Arbeitsleben fördern könnte. Hier eine kleine Auswahl zum einen häufig genannter, zum anderen eher unüblicher Vorschläge. Allesamt im Übrigen von Frauen eingereicht.

  • Kinderbetreuung - mehr, flexibler, besser: Die sich wiederholende Zitterpartie für Eltern - bekommt mein Kind einen Platz in der Krippe, im Kindergarten, im Hort? - muss ein Ende haben. Diese Forderung findet sich in vielen Zuschriften. Es müsse mehr Betreuungseinrichtungen mit flexibleren Öffnungszeiten geben - und durchgehendem Betrieb. "Die meisten Kindergärten haben zwischen 25 und 30 Schließtage im Jahr", schreibt eine Leserin. Das sei zu viel, gerade auch für selbstständig arbeitende Mütter und Väter. Die Qualität der Einrichtungen müsse so gut sein, dass Kinder nicht darunter leiden, wenn ihre Eltern arbeiten. Eine Leserin verlangt zudem, dass Unternehmen ab einer bestimmten Größe dazu verpflichtet werden sollten, Betriebskindergärten einzurichten.
  • Gleichberechtigtes Leben als Selbstverständlichkeit: Mehrfach genannt wird auch der Wunsch nach einem gesellschaftlichen Wandel. Es müsse endlich selbstverständlich werden, dass Eltern ihre Erwerbstätigkeit mit ihrem Familienleben vereinbaren können - und zwar Männer wie Frauen. "Es wird Zeit, dass in der deutschen Wahrnehmung die Erwerbstätigen nicht mehr eingeteilt werden in Karrieremenschen und Familienmenschen", findet eine Leserin. Auch Väter müssten als "Familienmenschen" gesehen werden. Eine andere verweist dabei auf das Beispiel Island, wo die Elternzeitansprüche zwischen Müttern und Vätern gleichmäßiger verteilt sind als in Deutschland. Das Elternzeitgesetz dort unterstütze Frauen und Männer nicht nur, es mache sie auch gleich - "gleich unzuverlässig".
  • Mütterquote statt Frauenquote: Wer wüsste besser um die schwierige Situation, die Herausforderungen und Probleme arbeitender Mütter als - arbeitende Mütter? Das ist der Ansatz der Bremer Soziologie-Professorin Hilke Brockmann, auf den eine unserer Leserinnen verweist. Brockmann kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass eine Frauenquote zwar Frauen fördert, Mütter aber davon oft keine Vorteile hätten. Ihrer Ansicht nach würden mehr Mütter in Entscheidungspositionen die Unternehmensstrukturen familienfreundlicher machen.
  • Familienpolitik ins BWL-Studium: Mehr Bewusstsein für Belange von Familien erhofft sich eine Leserin auch durch eine inhaltliche Ergänzung betriebswirtschaftlicher Studiengänge. Die verantwortlichen Wirtschaftsvertreter seien offenbar nicht kreativ genug, um eine familienfreundliche Unternehmenskultur zu schaffen - und müssten deshalb lernen, dass dies nicht nur moralische Verpflichtung sei, sondern auch zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen könne.
  • Subventionen für die katholische Kirche streichen: Frauenförderung könnte auch heißen, keine Organisationen zu unterstützen, in denen Frauen erwiesenermaßen benachteiligt sind. Eine solche Institution ist die katholische Kirche - jeder weiß, dass Frauen hier keine Spitzenposition offenstehen. Eine Leserin fordert deshalb, alle staatlichen Subventionen für deren Einrichtungen zu streichen.