Erstmals sollen muslimische Geistliche vollständig an staatlichen Hochschulen in Deutschland ausgebildet werden. Mehrere Universitäten wollten den Islam-Studiengang, aber nur drei bieten in künftig an.
An den Universitäten in Tübingen, Münster und Osnabrück sollen erstmals in Deutschland Islam-Studiengänge eingerichtet werden. Das teilte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) in Berlin mit. Damit werden erstmals muslimische Geistliche für Deutschland komplett an staatlichen Hochschulen ausgebildet.
Bild vergrößern
In Münster, Tübingen und Osnabrück werden erstmalig in Deutschland Islam-Studiengänge eingeführt. (© dapd)
Anzeige
Die Hochschulen von Münster und Osnabrück müssen nach den Worten der Ministerin vorher aber noch ein gemeinsames kooperatives Konzept entwickeln.
Zudem soll die Universität Erlangen, die sich gleichfalls beworben hatte, bis zum Frühjahr ihre Konzeption weiterentwickeln und den Vorschlag dann erneut vorlegen. Bei der Jurysitzung am Vortag wurde Marburg/Gießen nicht berücksichtigt.
Schavan äußerte die Erwartung, dass die neuen Zentren zum Wintersemester 2011/2012 erste Studenten aufnehmen werden. Kriterien für die Auswahl waren unter anderem ein auf Dauer angelegtes finanzielles Engagement des Landes, Perspektiven für internationale Kooperationen und ein tragfähiges Konzept für den Beirat, an dem Muslime beteiligt sein sollten.
"Da wo einer Religion die Chance gegeben wird, eine Theologie zu entwickeln, tut es auch dieser Religion gut", erklärte Schavan, die selbst katholische Theologie studiert hat. Theologie kläre auf. Insofern sei der Schritt letztlich auch eine wichtige Facette für die Integration.
- Integration in Deutschland Innenminister fordert mehr Islamunterricht 07.09.2010
- Studiengang Islamische Theologie Kein "Super-Moslem" als Professor 15.07.2010
- Nach der Revolution Deutschland will Universitäten in Ägypten stärken 28.11.2011
- Studentenansturm Vorlesungen in der Kirche 24.11.2011
- Komplettes Studium in einem anderen Land Worauf Auslandsstudenten achten müssen 16.11.2011
- Konsequenzen aus der Plagiats-Affäre Wissenschaftsrat will Noten für Doktorarbeiten abschaffen 15.11.2011
- Jungunternehmer nach dem Studium Dank Gründerförderung das eigene Ding machen 12.11.2011
(sueddeutsche.de/dpa/holz)
Man kann nur hoffen, dass die neuen Islamstudiengänge nich auch in die Fänge der politischen Islam geraten: http://bit.ly/aKioJj
cecse schreibt
"Die Theologie hat in den letzten ca. 200 Jahren gelernt, sich kritisch ihres eigenen Verstandes zu bedienen (...)"
im Zweifelsfall aber Kritikerinnen systematisch ausgeschlossen -- eben auch aus 'ihren' Fakultäten.
Wenn die Träger religiöser Weltanschauungen die Leistungen wissenschaftlicher Hochschulen in Anspruch nehmen und ihr Personal dort ausbilden lassen wollen, müssen sie sich eben auch an deren Kosten beteiligen.
hirnhygiene spricht von "illustrem Unfug". Der Sinn einer Universität ist es, das, was in der Welt und insbesondere in unserer Gesellschaft faktisch da ist, kritisch zu reflektieren. Wohlgemerkt: das, was faktisch da ist - nicht das, was jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft (oder auch nur eine Mehrheit) für richtig hält. In diesem Sinne gehört der Islam zu Deutschland (da hat der Bundespräsident völlig recht). Und: Es geht eben um kritische, theoriegeleitete Reflexion; es geht auch darum, dass andere Fakultäten und die Öffentlichkeit a) mitbekommen, was innerhalb des Islam diskutiert wird und b) es auch in Frage stellen können. Es geht darum, dass auch innerhalb des Islam Debatten angestoßen werden: etwa darüber, inwiefern der Koran historisch-kritisch gelesen werden sollte, oder darüber, wie islamische Normen innerhalb des deutschen Rechtssystems zu leben sind. Das ist die beste Vorbeugung gegen Fundamentalismus, die es geben kann!!! Wer Theologie (ob nun christliche oder islamische) komplett an ausschließlich von Kirchen bzw. Geistlichen kontrollierte Hochschulen auslagern will, leistet dagegen Denkverboten Vorschub. Die Theologie hat in den letzten ca. 200 Jahren gelernt, sich kritisch ihres eigenen Verstandes zu bedienen - auch im Hinblick auf Dogmen. Voraussetzung dafür war aber eine zumindest partielle organisatorische Unabhängigkeit von der Kirche und die Einbindung in den breiteren wissenschaftlichen Diskurs. Wir können uns nur wünschen, dass im Islam das Gleiche passiert. Deshalb ist die Einrichtung von Lehrstühlen für islamische Theologie eine gute Nachricht!
hirnhygiene schreibt
"MEINE Steuergelder werden für so illustren Unfug wie eine "Katholische Hochschule Eichstätt" oder "Imam-Ausbildung" verwendet."
plus die trotz sinkender Studierendenzahlen gleich bleibende Personal- und Sachmittelausstattung diverser Theologischer FakuItäten bzw. Institute, sog. Konkordatslehrstühle u.ä.
MEINE Steuergelder werden für so illustren Unfug wie eine "Katholische Hochschule Eichstätt" oder "Imam-Ausbildung" verwendet. Das ist doch echt das letzte, wie in einem angeblich säkularen Staat die Anbetung eurer Fantasy-Götter alimentiert wird. Da werd ich echt immer wieder sauer!
Paging