Goslar: Entlassene Gleichstellungsbeauftragte "Das ist eine Männerdomäne"

In Goslar heißt es, Ebeling sei eine "Antifeministin", weil sie sich nur Männern gewidmet habe. Ebeling sagt: "Man ist doch nicht gleich Antifeministin, wenn man Kritik am ideologisierenden Feminismus übt." Ebeling stört, dass manche Feministinnen und Frauenrechtlerinnen in Männern nur Täter sähen: "Das ist mir zu einseitig." Männer und Jungs könnten auch Opfer sein, Opfer gesellschaftlicher Fehlentwicklungen.

Gedopte Generation

Das Ruhigstellungsmittel Ritalin? "Bekommen fast nur Jungs, da wird eine ganze Generation gedopt." Schlechte Schulabschlüsse? "Auch fast nur Jungs, da geht unsere Zukunft verloren." Beratungsgespräche? "Da kommen immer nur Frauen. Was ist mit den Männern? Wie kommt man an die ran?" Dass es einer sozialen Gruppe so schlecht gehe, sagt sie, "da muss man doch mal hinschauen".

Die Bürgermeisterin Renate Luksch muss jetzt wieder zurück zur Arbeit, sie schaut schon auf die Uhr. Goslar hat vor ein paar Wochen auch den Oberbürgermeister abgewählt, weil er, so Luksch, "sonnenkönigsmäßig regiert hat". Ob sie sich jetzt um diesen Posten bewerben wolle, wenn im September gewählt wird? Sie winkt ab: "Das ist eine Männerdomäne, da wird nicht an Frauen gedacht."

Worum es bei dem Streit eigentlich geht? Die Bürgermeisterin sagt: "Gute Frage. Es kamen Klagen aus den Frauen-Organisationen, dass Ebeling ihnen den Stempel aufdrücke." Luksch sagt dann noch diesen Satz: "Ebeling ist abgebogen, ohne zu blinken." Und was sagt Monika Ebeling, die Frau am Steuer? "Die wollten, dass ich so arbeite, wie sie das diktieren, mit einer Ausschließlichkeit für Frauen."

Ein Buch für die Gegnerinnen

Ebeling fährt jetzt erst mal weit weg von Goslar, nach Kalifornien. Abstand gewinnen, ausruhen, Ideen sammeln. Eine hat sie schon: Sie möchte jetzt ein Buch schreiben über ihre Erfahrungen. Das, sagt sie, "können ja dann mal die lesen, die nicht mit mir geredet haben".