Einführung von Elterngeld Plus Wie funktioniert das neue Elterngeld?

Familie und Beruf unter einem Hut - das ElterngeldPlus will die partnerschaftliche Aufteilung und die Vereinbarkeit von beidem fördern.

(Foto: dpa)
  • Zum 1. Januar 2015 tritt das neue Elterngeld Plus in Kraft
  • Die neue Regelung will gezielt Eltern fördern, die während des Elterngeldbezuges in Teilzeit arbeiten möchten.
  • Eltern von Kindern, die ab dem 1. Juli 2015 auf die Welt kommen, können künftig ihre staatliche Förderung während der Elternzeit aus drei Elementen zusammensetzen: Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonate.
Von Dorothea Grass

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Das neue Elterngeld Plus ist vom Bundestag verabschiedet und soll ab dem 1. Januar 2015 in Kraft treten. Doch Achtung: Angewendet wird die neue Regelung erst für Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 auf die Welt kommen. Von diesem Zeitpunkt an fördert es der Staat, wenn Mütter und Väter in Teilzeit arbeiten, während sie Elterngeld beziehen.

Bislang konnten Eltern für maximal 14 Monate das volle Elterngeld beziehen, wenn sie sich in den ersten Lebensmonaten gemeinsam zu Hause der Betreuung ihrer Kinder widmeten. Wer in dieser Zeit einer Teilzeitbeschäftigung nachging, minderte dadurch seine monatliche Elterngeldbezüge. Viele blieben deshalb zu Hause.

Änderung bei Elterngeldbezugsdauer und Elternzeit

Die neue Regelung erhöht die Länge des Elterngeldbezuges. Bis zu 28 Monate lang fördert der Staat nun in Teilzeit arbeitende junge Eltern. Auf diesen Wert kommen sie, wenn sie den neuen Partnerschaftsbonus einlösen. Dieser gesteht den Eltern vier zuätzliche Elterngeld-Plus-Monate zu, wenn sie parallel zum Elterngeldbezug in Teilzeit arbeiten.

Auch die Elternzeit-Regelung wird reformiert: In Zukunft können Eltern bis zu 24 Monate ihrer dreijährigen Elternzeit auch später nehmen - bis zum achten Lebensjahr des Kindes. Bislang konnten nur zwölf Monate der dreijährigen Elternzeit zu einem späteren Zeitpunkt wahrgenommen werden. Das Anrecht auf die neue Elternzeit ist gesetzlich bindend, der Arbeitgeber muss dem in Zukunft nicht mehr zustimmen. Allerdings muss die Elternzeit nach dem 3. Geburtstag des Kindes 13 Wochen im Voraus angemeldet werden - vor dem 3. Geburtstag nur sieben Wochen vorher. Außerdem können beide Elternteile ihre Elternzeit in je drei statt wie bisher zwei Abschnitte aufteilen.

Nach dem neuen Gesetz sollen zukünftig Elterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonate miteinander kombiniert werden können.

Die Neuerungen im Überblick

  • Wer in Teilzeit arbeiten geht und gleichzeitig Elterngeld bezieht, erhöht die Bezugsdauer der staatlichen Leistung. Sprich: Aus einem Elterngeldmonat werden zwei Elterngeld Plus-Monate.
  • Der Partnerschaftsbonus: Wenn beide Eltern für mindestens vier Monate pro Woche 25 bis 30 Stunden parallel arbeiten, erhält jeder Elternteil das Elterngeld Plus nochmals für vier zusätzliche Monate.
  • Elterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus lassen sich miteinander kombinieren.

Beispiele

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gibt folgende Anwendungsbeispiele:

"Pausiert etwa die Mutter für sechs Monate und bezieht volles Elterngeld, so kann sie anschließend für zwölf Monate Elterngeld Plus beziehen. Ihr Partner kann zwei Monate Elterngeld oder vier Monate Elterngeld Plus nutzen. Arbeiten beide im Anschluss für mindestens vier Monate Teilzeit mit 25 bis 30 Wochenstunden, können beide jeweils für diese vier Monate Elterngeld Plus erhalten.

Möglich ist auch, dass Mutter und Vater nach der Geburt bis zu 30 Stunden in der Woche in Teilzeit arbeiten und gemeinsam je 14 Monate Elterngeld Plus beziehen. Im Anschluss könnten auch sie den Partnerschaftsbonus nutzen. Alleinerziehende können das neue Elterngeld Plus im gleichen Maße nutzen und zusammen mit den Partnermonaten statt der 14 regulären Elterngeldmonate bis zu 28 Elterngeld Plus-Monate in Anspruch nehmen."

Beratung

Mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes wird die Entscheidungsvielfalt für Eltern um ein Vielfaches erweitert. Das Bundesfamilienministerium wird die Einführung mit einer Kommunikationskampagne begleiten, die "zum einen die Eltern als Anspruchsberechtigte und zum anderen die Unternehmen und Personalverantwortlichen in den Blick nimmt", so Michael Stahl von der Presseabteilung des Ministeriums.

Die Eltern können sich zum neuen Elterngeld Plus und den Kombinationsmöglichkeiten mit dem Basiselterngeld sowie den Partnerschaftsbonusmonaten von ihrer zuständigen Elterngeldstelle beraten lassen. Ebenfalls wird der Elterngeldrechner im Serviceportal "Familien-Wegweiser" des Ministeriums um die neuen Gestaltungsmöglichkeiten des Elterngeldbezugs erweitert.