Unbedachte Äußerungen im Netz können die Karriere kosten. Wollen Bewerber peinliche Bilder und Kommentare löschen, ist das harte Arbeit - aber es klappt.
Es war ein Satz, wie er unter Freunden in einer Kneipe hätte fallen können: "Cisco hat mir einen Job angeboten. Jetzt muss ich abwägen zwischen einem fetten Gehaltsscheck und der Tatsache, dass ich den Job hassen werde." Doch die Amerikanerin beklagte ihr Dilemma nicht in privatem Kreis, sondern im Internetdienst Twitter, der derzeit so beliebten Quasselbude, in der jeder mitreden kann - und mitlesen. Prompt wurde die Arbeitssuchende dort von einem Cisco-Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass sich der zuständige Personalmanager bestimmt für ihre Einstellung gegenüber dem neuen Job interessieren würde.
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Ein unbedachter Kommentar auf einer Website kann schnell die Karriere kosten. (© Foto: dpa)
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Feuchtfröhliche Partyfotos
Dieser Fauxpas zeigt einmal mehr: Das "Ego-Googlen", also die Suche nach dem eigenen Namen, sollte inzwischen eine Selbstverständlichkeit für jeden sein, der sich um eine Stelle, ein Praktikum, Stipendium oder auch um eine Auszeichnung bewirbt. Für online-aktive Zeitgenossen beginnt dann möglicherweise die harte Arbeit: All die Bilder, Blog-Kommentare oder Forumseinträge löschen, die ein schlechtes oder irreführendes Bild zeichnen könnten. Von feuchtfröhlichen Partyfotos bis hin zu Diskussionsbeiträgen in Online-Foren für chronisch Kranke.
Bei Inhalten, die man selbst kontrollieren kann, fällt das Löschen leicht - etwa auf der eigenen Homepage. Allerdings wird die Änderung dann nicht sofort bei Google sichtbar. Im Zwischenspeicher (Cache) der Suchmaschine ist der alte Inhalt womöglich noch bis zu acht Wochen verfügbar. Google bietet daher ein "Tool zum Entfernen von Webseiten" an (google.com/webmasters/tools/removals), das die Aktualisierung beschleunigt. Stehen die verfänglichen Texte oder Bilder in fremden Foren oder Blogs, hilft oft eine freundliche Mail an den Betreiber. Sollte sich dieser zieren, können sich beide womöglich darauf einigen, zumindest den Namen unkenntlich zu machen.
Eine wahre Sisyphusarbeit
"Ein Rechtsanspruch darauf, einmal getätigte Äußerungen zu löschen, besteht nicht", sagt die Düsseldorferin Susanne Wilberg. "Nur wenn jemand anderes diffamierend oder verleumderisch über Sie geschrieben hat, haben Sie juristisch etwas in der Hand." Die Rheinländerin betreibt das Entfernen von unliebsamen Internetspuren professionell. Ihr Unternehmen "Dein Guter Ruf" bietet an, imageschädigende Einträge zu löschen - für 29 Euro 99 pro Stück.
Ähnlich arbeiten Konkurrenten wie "Saubere Weste" oder das US-Vorbild "Reputation Defender". Diese Dienstleister ersparen ihren Kunden nervenaufreibende E-Mail-Wechsel mit Seitenbetreibern - oder auch die Mühe, den Betreiber überhaupt ausfindig zu machen, was vor allem bei ausländischen Websites eine wahre Sisyphusarbeit sein kann. Was einmal drin steht im Netz, ist also womöglich nur schwer wieder herauszubekommen.
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Gewalt in Syrien
Wie totalitär ist das denn?
Als Arbeitgeber habe ich Anspruch auf Erbringung der vertraglich vereinbarten Arbeitsleistung. Das war es dann auch.
Persönlichkeit und "Einstellung" gehen den Arbeitgeber nichts, aber auch gar nichts an.
Das ist nämlich nichts als ein totalitärer Machtanspruch.
Soziale Netzwerke im Web sind als Teil der Privatsphäre zu sehen und dort hat der Arbeitgeber nichts zu suchen. Privat ist, was ich als privat definiere und nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit steht.
Oder was würden Sie davon halten, wenn Ihr Chef am Gartenzaun steht, um mal zu schauen, was Sie in Ihrem Garten so treiben oder Ihnen beim Einkaufen oder beim Treffen mit Freunden über die Schulter schaut?
wie naiv ist das denn?
ein arbeitgeber zahlt - nicht wenig - geld für deine arbeitskraft, da ist es doch wohl offensichtlich dass er daran interessiert ist, welche einstellung der potentielle "neue" zur arbeit im allgemeinen hat, bzw. wie seine persönlichkeit ist.
und davon abgesehen - fotos, die ich in's netz stelle sind nun mal nicht mehr "privat", also soll sich bitte keiner beschweren wenn die auch leute ansehen für deren augen sie nicht bestimmt waren. selbst schuld, kann ich da nur sagen!
Ich vermute da steckt die Langeweile der Personaler dahinter. Macht auch mehr Spaß im Internet lustige Bildchen der Bewerber zu suchen, als sich um ein vernünftiges Absageschreiben an die nicht erfolgreichen Kandidaten zu kümmern. sorry...aus mir spricht der Frust! ;)
Was treibt eigetnlich Arbeitgeber dazu im Privatleben von Leuten rumzuschnüffeln?
Wozu brauchen wir eigentlich ein grundgesetzlich gesichertes Recht auf Meinungsfreiheit, wenn dieses faktisch durch Arbeitgebeber ausgehebelt wird. Arbeitsplatz und Einkommen sind existenziell und gerade hier kann man sich nicht frei äußern. Über die Stasis der Staaten regen wir uns auf über den Verfolgungsterror der Wirtschaft gegehn wir klaglos hinweg.
Kommentare löschen?
Da braucht man sich hier im Kommentarbereich um nix kümmern, daß geht wie von Geisterhand.