Arbeitsplatzgestaltung Stressfaktor Schreibtisch

Persönliche Gegenstände am Arbeitsplatz: Individuelle Gestaltung kann gegen Stress helfen.

Der Arbeitsplatz beeinflusst unser Stresslevel: Je mehr Kollegen in einem Großraumbüro arbeiten, desto gestresster fühlt sich der Einzelne. Aber jeder kann etwas dafür tun, damit das Wohlbefinden im Büro steigt.

Von Karin Janker

Ein Meter Rückrolltiefe für den Bürostuhl, die Schreibtischfläche 1,28 Quadratmeter groß, zweieinhalb Meter Raumhöhe - das sind die gesetzlichen Mindestanforderungen für einen Arbeitsplatz im Büro. Aber fühlt man sich an so einer Arbeitsstätte auch wohl?

Einer Studie der Technischen Universität München (TUM) zufolge steigt das Stresslevel, wenn sich viele Menschen ein Büro teilen. Am wenigsten gestresst fühlten sich die Befragten der Untersuchung zufolge in Kleingruppenbüros, wo sie weder vereinsamen noch einem hohen Lärmpegel ausgesetzt sind. Warum Unternehmen trotz des schlechten Images auf Großraumbüros setzen, hat vor allem wirtschaftliche Gründe: Die Kosten für Heizung und Strom fallen niedriger aus als in Einzelbüros.

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Arbeitsplätze nicht einfach zuteilen

Der Stress für den Einzelnen beginnt jedoch bereits bei der Entscheidung für ein Einzel-, ein Kleingruppen- oder ein Großraumbüro. "Manche brauchen Ruhe zum Arbeiten, andere bringen erst dann gute Leistung, wenn allgemeines Gewusel um sie herum herrscht", so Dirk Lehr, Psychotherapeut an der Leuphana Universität in Lüneburg. "Am schlimmsten ist es für Mitarbeiter, wenn sie bei der Arbeitsplatzgestaltung keine Entscheidungsmöglichkeit haben."

Unternehmen sollten Arbeitsplätze daher nicht einfach zuteilen, sondern ihre Angestellten in die Entscheidung einbeziehen und ihnen beispielsweise eine Testphase im Großraumbüro gewähren. "Wenn eine Firma diese Wahlmöglichkeiten nicht bieten kann, sollte zumindest in den Pausenräumen Ruhe herrschen und individuelle Entspannung möglich sein", sagt Lehr.

Sind keine derartigen Ruhezonen vorhanden, können Arbeitnehmer zumindest ihre Mittagspause zum Stressabbau nützen und einen Spaziergang machen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Bewegung gegen aufkommenden Stress hilft: Menschen, die in ihrer Pause Sport treiben, fühlen sich der Befragung zufolge weniger gestresst als andere.